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Filmfestspiele von Cannes: Die Goldene Palme 2019

Bildschirm contra Leinwand?

Das Unerhörte geschah im Mai 1977 bei den Filmfestspielen von Cannes: Zum erstenmal in der langen, traditionsreichen Geschichte dieses größten und wichtigsten internationalen Filmfestivals wurde ein reiner Fernsehfilm, zur Gänze produziert und finanziert von der staatlichen italienischen RAI, mit dem großen Preis, der "Goldenen Palme", ausgezeichnet: "Padre Padrone" von Paolo und Vittorio Taviani.

Für Neapel

Werner Schroeters Film "Regno di Napoli" oder "Neapolitanische Geschwister", wie er in der deutschen Version heißt, löste auf den Filmfestspielen von Cannes, wo er auf dem Parallel-Festival Quinzaine des Realisateurs uraufgeführt wurde, zunächst einmal Überraschung und Irritation aus.

Das Jahr des Teufels

Berliner Filmfestspiele mit neuem Gesicht: Abschiede, Führerbilder und das radikale Kino des Robert Bresson

Zum Tode von Roberto Rossellini: Die Kraft des Privaten

Vor zwei Wochen noch amtierte er als Jury-Präsident bei den Filmfestspielen von Cannes, jetzt starb er, 71 Jahre alt, nach einem Herzinfarkt in seiner römischen Wohnung: Roberto Rossellini, der letzte der drei großen Exponenten des italienischen Neorealismus der Vierziger Jahre, der zusammen mit Vittorio De Sica und Luchino Visconti auf den Trümmern der Stunde Null ein Kino der dokumentarischen Wahrhaftigkeit fern vom schäbig gewordenen Glamour der "weißen Telefone" kreierte.

Zeitmosaik

Dies sei "das schlimmste Stück Scheiße, das ich je gesehen habe", schrieb ein amerikanischer Kritiker über den offiziellen deutschen Wettbewerbsbeitrag bei den Filmfestspielen von Cannes, "Gruppenbild mit Dame" des jugoslawischen Regisseurs Alexander Petrovic.

Filmfestspiele in Cannes: Hinrichtung eines Böll-Romans

Seit Montag hat das Festival seinen Skandal: Als offizieller deutscher Wettbewerbsbeitrag lief in Cannes das Werk eines filmischen Analphabeten, die qualvolle Hinrichtung eines Romans von Heinrich Böll und zugleich ein gezielter Tiefschlag gegen die internationale Reputation des deutschen Kinos.

Filmfestspiele in Cannes: Fehlstart

Selten begann das Filmfestival von Cannes so trist wie in diesem Jahr: mit Regen und kühler Witterung, mit der Drohung eines Generalstreiks am 24.

Film: Viscontis "Unschuld": Liebe, kälter als der Tod

Der Vorspann: Eine greise, arthritisch verkrüppelte Hand blättert langsam die Seiten eines kostbaren alten Buches um. Es handelt sich um Gabriele D’Annunzios 1892 erschienenen Roman "L’innocente", eine jener überhitzten Liebes-Tragödien, deren stilistisches Raffinement den Ruhm des extravaganten Finde-siècle-Poeten begründete.

Filmfestspiele von Cannes: Die Avantgarde vergreist

Cosima Wagner ist eine sadistische, nazistische Walküre in schwarzem Leder, mit Stahlhelm und Peitsche. Sie läßt Siegfried, sprich Gustav Mahler, durch Feuerreifen springen, aus einem Judenstern ein Schwert schmieden, einen Drachen töten und dessen Schweinekopf essen: Damit ist der Jude zum Katholizismus bekehrt, und dem Komponisten ist der Weg geebnet zur Wiener Oper.

ZEITMOSAIK

Die Künstler, die heute unseren Luxusklassen dienen, erscheinen mir wie Affen in einem Käfig, die nichts anderes zu tun haben, als sich gegenseitig nach Läusen abzusuchen und das Publikum mit unzüchtigen Vorführungen zu beglücken.

Eine Fata Morgana nach der anderen

Wenn man es nicht besser wüßte, könnte man aus der Perspektive der Filmfestspiele in Cannes glauben, der deutsche Film sei wieder einmal von den Toten auferstanden.

Aus meiner Kampfzeit

Pure Heuchelei ist es, wenn mit scheinbarem Erschrecken von Demonstrationen auf Filmfestivals berichtet wird. Filmfestspiele waren immer unruhig; ihre Geschichte ist die Geschichte der Krawalle und des Schlachtgetümmels.

Gestern Cannes – morgen Berlin?

Die einundzwanzigsten Filmfestspiele von Cannes hatten gerade ihre erste Halbzeit hinter sich, sie war interessanter Filme fast gänzlich bar gewesen, als Festivalchef Favre Le Bret ihren Abbruch verkünden mußte.

XVI. Berliner Filmfestspiele

Cannes und Venedig sind nur die letzten Lebenszeichen eines moribunden Kinos. Sie tun, was sie können, um die Fassade zu retten, aber sie haben Anwandlungen, die sie verraten .

Hermann Naber:: Die "Ermittlung" in der Presse

Als der Auschwitz-Film "Nacht und Nebel" von Alain Resnais 1955 bei den Filmfestspielen in Cannes vorgeführt werden sollte, mußte er auf den Protest des Auswärtigen Amtes der Bundesrepublik hin zurückgezogen werden.

Film: Das Rendezvous der Gestrigen

Über die achtzehnten Filmfestspiele in Cannes herrschten, in der zweiten wie in der ersten Hälfte (siehe "So gut wie eine Handwerksmesse", DIE ZEIT vom 28.

Film: So gut wie eine Handwerksmesse

Wie man hört, hat die Festspielleitung den neuesten Film des großen indischen Regisseurs Satyajit Ray zurückgewiesen. Rays Film wurde, so heißt es, wegen technischer Mängel abgelehnt.

Hoffmann–Film abgelehnt

Die Ablehnung des offiziellen deutschen Beitrages hat den Filmfestspielen von Cannes hierzulande eine böse Presse eingetragen: Verdächtigungen wurden laut und Unterstellungen verbreitet.

Fußball – brutal!

Englands sozialkritischer Sportfilm "Lockender Lorbeer", der bereits auf den Filmfestspielen in Cannes internationale Beachtung gefunden hat, feiert jetzt berechtigte Triumphe auf der europäischen Leinwand.

Nr. 17 vom 24. April 1952: Schon damals

Am 24. April beginnen die Filmfestspiele 1952 in Cannes. Einen Tag vorher fand in Bonn die erste feierliche Preisverteilung des deutschen Bundesfilmpreises statt.

"Purpurlinie" – Filmspielzeug

Ein gewisses Aufsehen hatte der Zeichentrickfilm "Die Purpurlinie", den die K. L. Ruppel-Produktion jetzt Interessenten in München zeigte, schon bei den Filmfestspielen für Kurzfilme in Oberhausen erregt, und nun soll er auch für Cannes nominiert werden.

Auszeichnungen in Cannes

Auf den Filmfestspielen in Cannes gewann "Orfeu Negro" des französischen Regisseurs Marcel Camus die höchste Auszeichnung: die "Goldene Palme".