: Franz Meyer

Asyl: Wo die Balkanroute endet

In die Region um Passau kamen seit Anfang des Jahres rund 15.000 Flüchtlinge. Die Schlepper schmeißen sie einfach an der Autobahn raus. Die Behörden resignieren.

Bochum: Revier fürchtet um Opel

Die Zukunft des Opel-Werks in Bochum erschien bis 2016 gesichert, doch die Führungskrise bringt neue Unsicherheit. Und die Opelaner sind sauer auf Dortmund.

Sam Francis in memoriam: Im freien Fluß der Farben

Der junge Künstler, der zunächst vom abstrakten Expressionismus der New Yorker Schule seine ersten Impulse erhielt, erlebte seinen Durchbruch mit den großen Kompositionen der Pariser Jahre zwischen 1950 und 1957.

Ausstellung in Stuttgart: Frank Stella: Ohne Anspruch auf Wahrheit

Ein Zusammenklang, dissonant wie die große Septime. An den Wänden die grellbunten, weit aus der Wand ragenden Reliefarbeiten "Cones and Pillars", zwölf Stationen in Frank Stellas schwergewichtiger "zweiter Karriere" in den achtziger Jahren.

Regieren in der Wohlstands-Spätzeit: Ein Landesfürst

Er war Innenminister des ersten nordrheinwestfälischen Regierungschefs Karl Arnold und wurde nach dessen Tod selbst der Chef, aber nach acht Jahren Ministerpräsidentschaft stürzte ihn die zweite sozial-liberale Koalition in Düsseldorf.

Modell Achtzack

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Heinz Kühn, dem Kritiker vorwerfen, er ziehe sich immer mehr in den "Elfenbeinturm hoher Staatskunst" zurück und überlasse die Niederungen der Tagespolitik seinen Ministern, trifft Vorsorge für festliche Tage.

K.und K. Kopf an Kopf

Um seine Gleichgültigkeit gegenüber den Verheißungen der Meinungsforscher zu unterstreichen, zitiert Heinz Kuhn einen englischen Parlamentarier: "Politiker benutzen Prognosen allzuoft wie Betrunkene einen Laternenpfahl – sie versuchen, sich daran festzuhalten.

Immer noch ein Arbeiterkind

Unter den Ministerpräsidenten ist Heinz Kühn ein Typ für sich. Von den CDU-Landesfürsten unterscheidet er sich durch seine Askese: So bescheiden wie er repräsentiert keiner.

Ein Perfektionist am Werk: Monument für Egon Schiele

Die Kunstgeschichte liebt manchmal die Vereinfachung. Das Bild des deutschen Expressionismus hatte sich lange Zeit übermächtig in unser Blickfeld geschoben und unsere Aufmerksamkeit so sehr okkupiert, daß wir seine Wiener Ausprägung übersahen oder meinten vernachlässigen zu dürfen.

Unsere neuen Hochschulen: Die Reform steckt im Beton

Die Protestbewegung an den Hochschulen war erst eine leichte Brise, als 1965 die Universität in Bochum eröffnet wurde. Den Namen erhielt sie von der Ruhr – einem Fluß, einer Industrielandschaft, dem größten Arbeiterrevier Europas.

Krach in Düsseldorf

Die Krise lag in der Luft. Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Heinz Kühn, der sich an Senegals Küste sonnte, legte das Telegramm aus Düsseldorf gelassen zur Seite: "Das habe ich kommen sehen!" Kurz vor Weihnachten war er in Bonn dem neuen Vorsitzenden der rheinischen CDU, Heinrich Köppler, begegnet und hatte ihn mit den Worten begrüßt: "Sie haben Sehnsucht, mich zu sehen, habe ich gelesen!" Köppler erwiderte: "Ich habe Sehnsucht nach Ihrem Stuhl!" Schon damals wußte Kühn, daß dem gewählten CDU-Spitzenkandidaten Wilhelm Lenz "gleich nach Weihnachten" schwere Wochen bevorstünden.

Meyers macht alles

Die sprichwörtliche Heiterkeit im Rheinland, mitunter eine gepfefferte Mischung aus Mutterwitz und Schadenfreude, überstieg das gewohnte Maß im Haus des Ministerpräsidenten, als Heinz Kühn seinen Gästen das Geheimnis verriet: "Franz Meyers wird mein Kommissar!" Die zunächst verblüfften Zuhörer schlugen sich auf die Schenkel vor Vergnügen und wähnten sich in dem Glauben, fröhliche Opfer eines Possenreißers zu sein.

Schweres Geschütz gegen Bonn

Krähwinkeleien behindern den Versuch, das "Bundesdorf" zu einer Großstadt zu machen

Kienbaum sucht Anleger

Gerhard Kienbaum, Unternehmensberater, Diplomingenieur, FDP-Abgeordneter des nordrhein-westfälischen Landtags und Exwirtschaftsminister der Exregierung Franz Meyers, sucht neue Finanzierungsformen für den Städtebau überall in der Welt, "1967 habe ich 28 Länder der Erde besucht", sagt er, "1968 waren es sogar 42.

Bündnis mit der FDP?

Willy Brandt erstarrt zur Trappistenpose, wenn ihm die Frage der Fragen gestellt wird: Wie er es nun, nach der Präsidentenwahl, mit den Koalitionserwartungen halte.

Immer noch: "Heil Moskau"

Ein Initiativausschuß für die Wiederzulassung der Kommunistischen Partei Deutschlands bemüht sich seit Jahren um die Aufhebung des durch das Bundesverfassungsgericht ausgesprochenen Verbots.

Weyer setzt auf die SPD

Den Landesparteitag der Freien Demokraten in Dortmund und eine Kabinettsitzung der SPD/FDP-Regierung in Düsseldorf hatte Willi Weyer hinter sich gebracht.

Im Vorhof der Macht

Zum vierten Male seit dem Jahr 1962 hat Josef Hermann Dufhues zum Sprung in die Spitzengruppe der CDU angesetzt. Am letzten Wochenende ließ er sich zum designierten Kandidaten für das Ministerpräsidentenamt in Nordrhein-Westfalen auf den Schild heben.

Namen der Woche

Josef Hermann Dufhues, 59 Jahre, Rechtsanwalt und Vorsitzender der westfälischen CDU, wurde von einem Wahlmännergremium der Landespartei mit 79 Stimmen bei 11 Enthaltungen zum Spitzenkandidaten der CDU für die nordrhein-westfälische Landtagswahl 1970 nominiert.

Duell in der CDU

Die CDU in Nordrhein-Westfalen hat sich zu einem ungewöhnlichen Schritt entschlossen: Sie will einen Spitzenkandidaten für den Wahlkampf von 1970 aufstellen.

"Danke, der CDU geht es gut"

Im Handumdrehen zählt Konrad Grundmann einige kleinere Bundesländer auf, die sich gleichfalls den Luxus leisten, mit mehreren CDU-Verbänden aufzuwarten.

ZEITSPIEGEL

Die Ostberliner Umtaufer sind kaum noch zu bremsen. Aus dem Bonner Bundeskabinett wurde in der Eskalation der SED-Sprachregelung zunächst die Regierung Kiesinger-Brandt, dann Kiesinger-Strauß, und nun Strauß-Kiesinger.