: Franz Steinkühler

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Oskar Lafontaine träumt von einer "Schröder muss weg"-Partei. Doch eine neue Gruppierung hätte keine Chance. Was den Sozialdemokraten fehlt, ist eine kluge Linke

Solo für Riester

Der Arbeitsminister wird für Kanzler Schröder unbequem

H.-W. Meyer †

Die Öffentlichkeit kannte ihn kaum, er stand stets im Schatten der mächtigen Chefs der großen Einzelgewerkschaften wie Monika Wulf-Mathies von der ÖTV, Hermann Rappe von der IG Chemie oder – bis zu dessen Rücktritt – Franz Steinkühler von der IG Metall: Heinz-Werner Meyer, seit 1990 Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes, der am vergangenen Montag im Alter von 61 Jahren gestorben ist.

Verloren zwischen neuen Fronten

Stimmungsgemurmel in der Führungsfrage: Die Basis murrt über die Zumutungen und will sich wehren. Die Spitze redet sich Mut zu, bleibt aber vorsichtig.

Der Reformer

Walter Riester, Jahrgang 1943, soll bei der Umbesetzung der Spitze der IG Metall nach dem Rücktritt Franz Steinkühlers das Amt des Zweiten Vorsitzenden übernehmen.

Steinkühler und die Folgen: Anrüchige Börsengeschäfte sind kein Einzelfall. Ein Gesetz ist seit langem fällig: Überall Insider am Ball

Es war der dritte Fall, der offenbar den letzten Anstoß für den Rücktritt des IG Metall-Vorsitzenden gab. Franz Steinkühler hat nicht nur von Aktien der Mercedes-Automobil-Holding (MAH) und des niederländischen Flugzeugherstellers Fokker profitiert, wie er am Montag in einem Brief an die ehrenamtlichen und hauptamtlichen Funktionäre zugegeben hatte.

Steinkühler – Verrat und Verlust

Es wird schwer sein, die Lücke an der Spitze der IG Metall zu schließen. Und doch war der Rücktritt Franz Steinkühlers die einzige Chance, den Schaden für die Organisation in Grenzen zu halten.

Die Funktionäre der Gewerkschaften ringen um eine Reform der verkrusteten Strukturen ihrer Organisation: Hart und hitzig

Heinz-Werner Meyer hatte das Thema DGB-Reform nicht einmal auf die Tagesordnung gesetzt. Und obwohl mehrere Gewerkschaftsvorsitzende den Chef des Deutschen Gewerkschaftsbundes auf das Versäumnis hingewiesen hatten, war der DGB-Chef bei der Klausurtagung des Bundesvorstands in Bad Breisig auf ein einleitendes Statement zur Reform seines Dachverbands nicht vorbereitet.