: Fred Astaire

Don King schüttelt den Geldbaum

Zwölf Sekunden dauert der Trip zur 67. Etage des Rockefeller Center. Unterwegs rieselt aus unsichtbaren Lautsprechern Musik von der Decke des Fahrstuhls, „up, up and away“.

Fernsehen: Ein herziger Roboter

ZDF, Filme mit Shirley Temple: „Der kleinste Rebell“, August; „Rekrut Willie Winkie“, 24. August; „Die kleine Prinzessin“, 21.

Filme neu und sehenswert

08/15 III. Teil. (Deutschland). Der letzte Teil der Trilogie (Divina/Gloria) bemüht sich darum, das bittere Ende des großen Krieges, die bedingungslose Kapitulation, die Auflösung aller Werte, den Zusammenbruch in Bildern zu rekapitulieren.

Filmtips

„Das gibt’s nie wieder – That’s Entertainment“ von Jack Haley jr., der zum 50jährigen Jubiläum der Metro-Goldwyn-Mayer ein kulinarisches Gala-Programm der besten MGM-Musical-Nummern zusammengestellt hat.

Die Lust am Untergang

Die Hölle ist los, tosend bricht das Jüngste Gericht über die Erde herein. Die Elemente geraten in Aufruhr, der Boden bricht auf, Feuer und Wasser verschlingen Autos und Häuser, Straßen und Brücken knicken ein, Wolkenkratzer sacken zusammen, es hagelt Glas und Beton.

Zeitmosaik

Für eine, die nicht sprechen, nicht singen und nicht spielen konnte, erlebte Margarita Cansino eine bemerkenswerte Karriere: Vom Revuegirl stieg sie auf zum weltweit verbreiteten Pin-up, vom Vamp zur Frau des schwierigen Genies Orson Welles.

Filme

Ein berührendes Dokument der langsamen Annäherung: Wie ein Sohn die Arbeit seines Vater erkennt und würdigt. Zugleich ein essayistischer Versuch über die Spannung zwischen Leben und Kino: Wie die Realität des Filmens das Filmen von Realität bestimmt und formt.

FILMTIPS

Im Fernsehen: „Broadway Melodie“ (USA 1954), von Vincente Minelli (Bayern III 14. Juni), gilt als die letzte der großen Musikrevuen Hollywoods.

Top-Partner des Swing

Jean-Paul Belmondo erhält in Godards „Une femme est une femme“ von Anna Karina auf die Frage, warum sie traurig sei, die Antwort: „Weil ich in einer Musikkomödie mit Cyd Charisse und Gene Kelly, Choreographie von Bob Fosse, sein möchte.

Zeitmosaik

Ich habe einen Autor in mein Kontor sperren müssen, vierzehn Tage lang, damit er überhaupt dichtete – anders war aus dem Mann keine Zeile herauszubringen.

Mitten ins Auge

Ganz frisch war man schon nicht mehr, obwohl erst fünf von zwölf Filmfestival-Tagen vergangen waren. Im Berliner Zoo-Palast lief gerade als erster Beitrag zum offiziellen Wettbewerbsprogramm ein Film von Jacques Rouffio.

Berliner Filmfestspiele: Jammern gilt nicht

Man stelle sich vor: statt des Mercedes-Sterns auf dem Berliner Europa-Center ein riesiger Scheinwerfer. Sein Spotlicht tastet die Stadt ab, vergeblich auf der Suche nach den großen Stars, dem alten Kino und einer Festival-Szenerie.

Filmtips

„Flammendes Inferno“ von John Guillermin und Irwin Allen. Hollywoods größte Materialschlacht (Kosten: 20 Millionen Dollar) fasziniert durch schiere Gigantomanie.

Die neue Schallplatte

„George Gershwin Anthology“. Eine wunderbare Idee: George Gershwins Musik nicht im Konzertsaal zu pflücken und wie ein teures Bukett dunkelroter Rosen zu präsentieren, sondern überall zusammenzulesen wie einen Strauß von bunten Strohblumen.

Filmtips

„Broadway Melody of 1936“ von Roy Del Ruth. Ein Musical für die geniale Tänzerin Eleanor Powell, deren Präzision und Grazie die Schwachstellen der arg konventionellen Handlung (Provinzmanchen angelt sich auf Umwegen berühmten Broadway-Produzenten und wird zum Star) mühelos überspielen.

IM KINO

AChorus Line“ von Richard Attenborough. Das erfolgreichste Broadway-Musical, das es je gab, handelt vom Broadway, von den Hoffnungen und Enttäuschungen junger, namenloser Tänzer, die sich während eines langen, zermürbenden Tags für eine Show bewerben.

New York, N.Y., zum erstenmal

Man muß nicht hin, man weiß auch so Bescheid Charlie Parkers 52nd Street Thema der Cotton Club, Slaughter on 10th Avenue Manhattan Transfer, Dämon Runyon, letzte Ausfahrt (Brooklyn; LaGuardia, den sie das Blümchen nannten, Fred Astaire, die Chas Addams Familie; der Rose Room im Algonquin, Frühstück bei Tiffany’s, The Naked Lunch; Son of Sam – o ja, Son of Sam! –, der Konfettiregen wenn die Yankees die Dodgers schlagen – man kennt das alles.

Eine Epidemie des Pathos

Makabre Ouvertüre: Johnny Weissmuller torkelt aus einem Flugzeug und krächzt seinen berühmten Tarzanschrei, tut es wieder und wieder und wieder vor den applaudierenden Massen am Galaabend, auf der Treppe des Palais du Festival, auf der Bühne.

„Tschaikowskij und Rachmaninow in der Amüsiersphäre“: Klassiker im Souterrain der Musik

Anno 1979 dreht Woody Allen „Manhattan“, einen Schwarzweiß-Film, der die Kritiker vor Freude schluchzen läßt. Aber – welch ein Alptraum – was wäre, wenn man „Manhattan“ den Sound abdrehte? Ich behaupte, diesen Aderlaß würde der Film nicht überleben, denn „Manhattan“ ist förmlich in Musik eingelegt, mariniert bis in seine kleinsten Zelluloid-Fasern.

Serie: Stars und Sterne

Hotel in Italien: Drehtür ins Glück am Comer See

Ilio Chiocci kennt alle: George Clooney, Robert de Niro, Kylie Minogue und die Königin von Norwegen. Seit 30 Jahren arbeitet er in der lombardischen Villa d’Este.

Electroswing: Mit Beat und Benny Goodman

Der Song "We No Speak Americano" brachte Electroswing in die Charts. Längst hat der Stil die Clubs erobert. Jakob Buhre beschreibt, wie Techno und Jazz zusammengehen.