: Fritz Bauer

"Vorbeugehaft" – ein Anschlag auf das Recht

Die Analyse der amerikanischen Präsidentenwahl durch die deutschen Wahlkampfexperten hat offenbar ergeben, daß die Parolen "Kampf dem Verbrechen" und "Sicherheit und Ordnung", mit denen Nixon seinen Wahlkampf geführt hat, Erfolg versprechen.

Fremdling in der Stadt

Ach, natürlich, nichts scheint auf den ersten Blick leichter, als auf diesen Mann einen Nachruf zu schreiben. Es bietet sich so vieles an.

Fritz Bauer

Zuletzt wurde ihm die Ludwig-Thoma-Medaille verliehen, für "moderne Tendenzen im Recht". Es war keine Auszeichnung, die Aufsehen erregt, die Glanz verleiht und stelzerne Würde.

Namen der Woche

James Earl Ray (40), alias Sneyd, mutmaßlicher Mörder des amerikanischen Negerführers King, soll an die USA ausgeliefert werden.

Scham bei der Lektüre

Zu den beliebten Lebenslügen unserer deutschen Umwelt gehört die Annahme, der nazistische Unrechtsstaat habe anno 1933 begonnen.

Auch Verbrecher sind Menschen

Heinz Kraschutzki: Die Untaten der Gerechtigkeit. Vom Übel der Vergeltungsstrafe, dargestellt an III Fällen aus der Urteils- und Vollzugspraxis unserer Tage.

Milde für die Mörder?

Der Saal 218 im Landgerichtsgebäude Münster hat Prozeßgeschichte gemacht. Es ist der Saal der "Prominenten". Hier standen Maria Rohrbach und Günter Weigand vor ihren Richtern.

Die innere Leere überdecken

Die Europäische Verlags-Anstalt veröffentlicht einen Vortrag, den der Frankfurter Generalstaatsanwalt Dr. Fritz Bauer im Jahre 1962 gehalten hat.

Mörder im weißen Kittel

Es war an einem Verhandlungstag im Nürnberger Ärzteprozeß. Man schrieb das Jahr 1946. Im Zeugenstand sagte ein ehemaliger jüdischer Häftling von Auschwitz aus: "Wir kamen nach Auschwitz I in den Krankenbau, Block 20.

Sexualität, Sitte und ein neues Recht

Hier scheiden sich die Geister: Wo die Problemkreise der Sexualität und des Strafrechts einander überdecken, genau hier wird die Diskussion über die Große Strafrechtsreform besonders heftig: Hier vor allem wird Weltanschauung impliziert.

Recht auf Widerstand

Deutschland kennt keine gelungenen Revolutionen. Während in den westeuropäischen Ländern Widerstand zur nationalen Tradition gehört, ja sogar mit historischen Sternstunden assoziiert wird – Jeanne d’Arc und die Resistance, Wilhelm Teil, Egmont, die Magna Charta und die Habeas-Corpus-Akte –, wurde in Deutschland selbst der bloße Gedanke daran systematisch verdrängt.

Fast eine deutsche Bilanz

Dreiunddreißig Prozent aller Deutschen ist nichts auf der Welt so teuer, daß sie dafür ihr Leben lassen würden. Nur 29 von hundert sind bereit, sich notfalls für ihre Familie zu opfern, einer für die Verteidigung der Freiheit, einer schließlich für das Vaterland.

Frankfurter Bußtag

Die Flammen der Krematorien von Auschwitz seien der Welt zum Fanal ihres Freiheitswillens geworden. So sagte es Professor Dr.

Kriminalroman – gestern und heute

Das Geschäft mit den Kriminalromanen floriert. 675 neue Titel sind im letzten Jahr auf den Markt gekommen; in diesem Jahr werden es noch mehr sein.

Gesetz aus einem Guß

Der Bundestag beginnt in dieser Woche mit den Beratungen über die Strafrechtsreform. Das ist eine große Aufgabe für den Gesetzgeber – manche meinen, eine zu schwere Aufgabe, deren Nutzen den Aufwand nicht rechtfertige.

Fangfragen für den Staatsanwalt

In einer Hotelhalle in Kopenhagen unterhielt sich jüngst der hessische Generalstaatsanwalt Dr. Fritz Bauer mit einem Journalisten.

Staatsnot, Recht und Gewalt

Nächst der fast schöpferischen Unruhe, die das "Spiegel"-Verfahren im deutschen Volk auslöste, war der Artikel ein Positivum, den der hessische Generalstaatsanwalt Fritz Bauer in der Nummer 45/XVI des inkriminierten Blattes schrieb.

Zeitmosaik

Der Appell an das Irrationale ist eine sehr zweischneidige Waffe. Denn es umfaßt nicht nur das, was höher ist als alle Vernunft, sondern auch das Untervernünftige und das Unvernünftige.