: Gabriele Wohmann

Mäkelnder Makler

Von den großen, strahlenden Gestalten, deren Name zum Inbegriff unserer Gegenwartsliteratur geworden ist, sind nur wenige noch geblieben.

Flötenton und Atomkram

Alter, Tod und Kulturpessimismus sind die beherrschenden Themen in Gabriele Wohmanns Roman "Der Flötenton". Subtil und offen, unsentimental und einfühlsam wird das Leben alter Menschen geschildert: ihre Empfindlichkeiten, ihre Spleens, ihre Robustheit, ihre Tcdesnähe und Todesängste, ihre Lebensferne und Lebensanhänglichkeit, ihre körperlichen Gebrechen, ihre psychischen Auf- und Abschwünge, ihr Überleben in der Isolation und die Art ihrer Geselligkeit, die Metamorphosen ihrer Erinnerungen, das heißt die durchweg tragikomische, entschlußarme Lebensform eines versuchten und kaum noch möglichen Weitermachens im Bisherigen.

Literatur und Luchterhand: Die Tür ist offen noch

"Draußen vor der Tür" lautete die Überschrift zu unserem Bericht über die Irrungen und Wirrungen beim Verkauf des Luchterhand-Verlags an den holländischen Kluwer-Konzern (ZEIT, Nr.

Draußen vor der Tür

Krach bei Luchterhand: Was wird aus einem profilierten literarischen Verlag und seinen Autoren?

Kreuz und quer durch Deutschlands Mitte

Regionalgeschichte und Heimatdiskussion deuten darauf hin, daß auch in der Bundesrepublik die Diskussion um die regionale Identität und Kultur der Bürger begonnen hat.

Abgang ist überall

Es ist falsch, sich eine völlig verriegelte Landschaft vorzustellen, wenn man von Zensur spricht. Gewiß gibt es den groben Eingriff, das Wegschaffen und Verbrennen; Studenten in Uniform werfen gebundene Bücher in die Flammen, der Auftakt des Nationalsozialismus.

Zu Karl Krolows siebzigstem Geburtstag am 11. März: Das systematische Windspiel

Das wollte man eigentlich erst: alles noch einmal heranschleppen, was er geschrieben hat; suchen, was andere über ihn geschrieben haben; eine biographische Entwicklung ertüfteln, ihn in Perioden einteilen, ihm zur Systematik verhelfen, Unterabteilungen stärker einrücken als Oberkapitel.

Der Bar-Star erinnert sich: Wenn die Musik fehlt

Den weitverbreiteten Wunsch, eines Tages – und zwar nach den Lebensaltern für größere Ereignisse – mit einem autobiographischen Buch aufzutrumpfen, erfüllen sich Personen, die zuvor ohne die Literatur prominent wurden.

Gedichte der Zeit

Gabriele Wohmanns Gedicht hebt an wie eine stark verallgemeinernde Typologie des hypothetischen Durchschnittsmenschen. Dann jedoch verläßt der Text mit der vorwurfsvollen (an wen aber gerichteten) Wendung "Unbenutzte Erdumdrehung" das ironisierende Porträt, um unerwartet ein "Ich" zu installieren: "Plötzlich werde ich gesehen".

Aus dem Inhalt

9 Geschichten der Literatur der Bundesrepublik: "Weltliteratur des 20.......................................................

Fernseh-Vorschau: Vertraute Formeln

Über Patricia Highsmith sind viele, auch viele kluge Dinge geschrieben worden: von Graham Greene, von Gabriele Wohmann, von Helmut Heissenbüttel, von Jürgen Lodemann.

Die Kunst ist eine Hörkunst

ImAnfang war das Wort, sagt die Bibel, "him hanflang war das wort", sagt Ernst Jandl, und er fragt weiter: "Wenn im Anfang das Wort war, wo ist es dann heute hingekommen? Es ist flott geworden, es ist flotschsch, es hat die fortschreitende Räude bekommen.

Stille Wasser sind tief

Meine nächste Nachbarin wohnt am weitesten von mir entfernt. Ich bedenke ihren Alltag so stetig parallel zu meinem, daß eine Gemeinsamkeit zwischen uns anhält.

Äußerst weit verbreitete Täuschungen

Von Joyce Carol Oates, der amerikanischen Schriftstellerin, von ihren vielen Erzählungen, Romanen und Essays – mit Preisen erfolgreich in den USA – von ihrer beachtlichen Produktionsemsigkeit bei einer ganz und gar nicht anpasserisch-gefälligen Prosa, von einer Art Schreibwunder also hat mir Klaus Harpprecht vor ungefähr fünfzehn Jahren schon erzählt.

Die Lügen der Wahrheit

Zwar nehmen wir, lesend, fünfzehnmal an keiner Berührung, geschweige denn Umarmung teil, aber die Sprache schwingt sich doch auf, wenn von sensibel nervösen, meistens im Grenzgebiet zwischen Kinderbuchautorin, Journalistin, Graphikerin umherschweifenden Frauen die Rede ist, die (an irgendeinem Morgen seit langern – nicht gerade munter, aber doch "auf") ihre schnarchenden, blubbernden, embryonal zusammengekauerten Langschläfer von Männchen beäugen.

Deutsche Einheit: Der Schwager möge Geduld haben

Das Aschaffenburger Gespräch, das der rührige ZDF-Redakteur Guido Knopp diesmal zum Thema Deutschland angesetzt hatte, krankte daran, daß jene Namen fehlten, von denen Richtungweisendes, Aufklärendes, Tröstendes hätte ausgehen können.

Die gesündeste Weise krank zu sein

Mit diesem Buch ist es mir sehr merkwürdig gegangen. Sein Inhalt wirkte auf mich so überfällig, daß es mir schwerfiel, auf ihn wie auf etwas Neues zu reagieren.