: Gastarbeiter

Steuergutscheine: Schlechter Kurs

Für italienische Gastarbeiter ist Bonns Konsumdämpfer in Form des zehnprozentigen Steuerzuschlages eine "unübertreffliche Sauerei" und für den Bund der Steuerzahler Schleswig-Holsteins ist er eine "arglistige Täuschung", für wendige Makler aber wird aus dem Steuerzuschlag ein willkommenes Geschäft: Sie tausdien "Steuergutschriften" gegen bares Geld.

Warum wird man Gastarbeiter?

Feststellungen dieser Art machen mißtrauisch; findet man sie im Schlußwort eines Buches, das ein soziales Problem ausschließlich sozialpsychologisch zu betrachten vorgibt, scheint das Mißtrauen noch angebrachter, um so mehr, als gewisse sozialpolitische Empfehlungen der Verfasser ihren psychologischen Erkenntnissen zuwiderlaufen.

Gastfreundschaft, das edle Gefühl

Ein schönes Wort: Gastarbeiter. Es besteht aus zwei schönen Wörtern: Ein Gast ist doch ein Mensch, den man gerne sieht, der willkommen ist; ein Arbeiter ist ein Mensch, der arbeitet, der Werte erzeugt, sein Brot nicht umsonst ißt.

Spar-Funk

Die Rundfunkanstalten in der Bundesrepublik wollen Sendungen für jugoslawische Gastarbeiter ausstrahlen. Das ist eine gute Idee.

Recht in unserer Zeit: Ungebetene Gäste

Die Klägerin, eine Tiefbaufirma, ist allem, Exotischen aufgeschlossen. Für ihre jugoslawischen Gastarbeiter baute sie eine Baracke; die arbeitenden Gäste sind darin mietweise "untergebracht".

Wer für uns arbeitet

Der Boom in diesem Jahr hat den wirtschaftlichen Höhepunkt von 1966 schon übertroffen – zumindest an der Zahl der Gastarbeiter gemessen.

Aufstocken statt aufwerten

Die Entscheidung der Bundesregierung und des Bundestages, sich dem Drängen der Länder mit notleidender Währung zu widersetzen und die Mark nicht aufzuwerten, ist eine richtige Entscheidung.

Bauarbeiter müßte man sein...

Deutsche Unternehmer in allen Branchen bemühen sich wieder um Gastarbeiter. Der Aufschwung in den letzten Monaten hat die Zahl der Arbeitssuchenden auf knapp 200 000 gedrückt, während die Zahl der offenen Stellen auf fast 590 000 stieg.

Unterwegs: Begegnungen mit Mustafa

Auf meinen Reisen durch die deutschen Lande gerate ich immer noch in die abenteuerlichsten Verlegenheiten, wenn ich in Hotels oder Restaurants mit Gastarbeitern zu tun habe.

Ein paar Tropfen...

Auf dem Boden seiner Zelle habe er gelegen, nach Luft ringend habe man ihn morgens in der Früh dort vorgefunden, den türkischen Gastarbeiter Huesnue Akguen, einen Arzt habe man herbeigerufen, doch dieser habe nur noch den Tod des Untersuchungshäftlings feststellen können.

Wohlstand reist mit

Deutscher Wohlstand schlägt Wellen bis nach Spanien. Angelockt vom Wunderland ziehen die Gastarbeiter gen Norden, geplagt von Heimweh zieht es sie alljährlich wieder zurück.

Nachrichten aus der Fabrik

Die Zahl der Arbeitslosen wächst, die der Stellenangebote in den Zeitungen sinkt, einige Zehntausend Gastarbeiter haben zu Weihnachten keine Rückfahrkarte nach Deutschland mehr gelöst.

Gestern begehrt, heute überflüssig?

Wenn das, was (nicht von Deutschen) als "Deutsches Wunder" hochgelobt wurde, seinem Ende zugeht, müssen dann dieses Wunder; willigste und billigste Kinder, die Gastarbeiter den ersten Preis dafür zahlen? Das ist offenbar die Befürchtung vieler Gäste und die Erwartung mancher Gastgeber.

Wenn Glocken läuten...

Der Gastarbeiter aus Italien – verheiratet mit eher Bremerin, Vater von zwei Kindern – ist im Mai einem hanseatischen Küster, der von Berufs wegen am Glockenstrang einer Kirche in eisern Neubaugebiet zieht, an die Krawatte gegangen.

Über die Fünf-Prozent-Hürde: Zum erstenmal ziehen die rechtsradikalen Nationaldemokraten in einen Landtag ein: Der Aufmarsch der Spießer

Fünfzehn Prozent der Deutschen, das ergaben Umfragen aus jüngster Zeit, sind gegen Gastarbeiter und für den "Schlußstrich" unter die Vergangenheit, gegen wirtschaftliche "Überfremdung" durch ausländisches Kapital und für die Herauslösung der Bundeswehr aus der NATO, sie sind gegen "Besatzungskosten" (Devisenhilfe), "Kontributionen" (Entwicklungshilfe) und die "Sexualisierung" durch Mode und Kino, sie sind für "Zucht und Ordnung", einen "gesunden Nationalstolz" und ein Deutschland als "Bollwerk gegen den Kommunismus".

Gastarbeiter ausgenommen

Bad Oldesloe, die Kreisstadt von Stormarn in Schleswig-Holstein, war gleichsam mit einem Hammerschlag in den Blickpunkt der italienischen, türkischen, spanischen und griechischen Botschaften in der Bundesrepublik gerückt.

Fabriken wandern zum Gastarbeiter

Dem Urlauber, der von Nordspanien über die portugiesische Grenze nach Süden fährt, leuchten schon von weitem vertraute Schilder und Namen entgegen: Klöckner-Humboldt-Deutz, Farbwerke Hoechst, Grundig, Seidensticker, MAN.

Gastarbeiter in Europa

Mehr als fünf Millionen Gastarbeiter sind gegenwärtig in den westeuropäischen Industrieländern beschäftigt. Von Jahrzu Jahr hat ihre Zahl um etwa eine halbe Million zugenommen.

Arbeitende Gäste

Über die Hälfte der Deutschen würde gern eine Stunde in der Woche länger arbeiten, wenn dafür in der Bundesrepublik auf die Beschäftigung von Gastarbeitern verzichtet werden könnte.

Vier junge Gentlemen halten nichts von Politik

Sie sind als Gäste gekommen und werden arbeiten; dennoch, sind sie keine "Gastarbeiter" im konventionellen Sinne. Auch die Klassifizierung als "Werkstudenten" können sie nicht beanspruchen; denn zwar haben sie das Gymnasium schon hinter, die Universität aber noch vor sich.

Abends das Lied aus der Heimat

Im Kölner Fernsehstudio C ist ein ritterlicher Wettstreit entbrannt: Junge Journalisten aus Italien, Spanien, Griechenland und der Türkei testen dort Anmut und Liebenswürdigkeit von Ansagerinnen, die den Gastarbeitern Nordrhein-Westfalens jetzt ein bißchen Heimat auf den Fernsehschirm zaubern sollen.

Mit dem Dolch im Gewande

Schuld waren immer "die Juden und die Radfahrer" – in jenen Jahren. Heutzutage sind es "die Fremden", die Gastarbeiter, die "das gesunde Volksempfinden" mit Mord und Totschlag in Verbindung bringt.