: Gerd Albrecht

O P E R : Die Couch ächzt

Auf psychiatrischem Kurs: Franz Schrekers Oper "Der ferne Klang" in Berlin. Regisseur Peter Mussbach lässt in der Staatsoper Berlin unerbittlich fummeln. Ihn interessiert einzig Grete, das Objekt der Begierde: stets im Blick und Griff von Männern

Die Couch ächzt

Auf psychiatrischem Kurs: Franz Schrekers Oper "Der ferne Klang" in Berlin

Glanz, Glück, Sieg

Wiederausgrabung in Hamburg: Zemlinskys letzte Oper, "Der König Kandaules" mit sechzigjähriger Verspätung uraufgeführt

Prager Kabalen

Von Mal zu Mal, Probe auf Probe, klingt das Motiv kleiner und beiläufiger. So als wars gar nicht gemeint. Wenn Gerd Albrecht die Tschechische Philharmonie dirigiert, dann hat das Schicksalsthema am Ende keinen Stachel mehr.

DAS LETZTE

Sage keiner, wir hätten noch Zeit genug, darüber nachzudenken, wer, falls Gerd Albrecht und Peter Ruzicka 1997 die Leitung der Hamburgischen Staatsoper abgeben, ihr Nachfolger werden soll.

Gabriele Schnaut gilt als neuer Stern am Opernhimmel. In Barcelona sang sie die Venus im vorolympischen "Tannhäuser": Eine Stimme auf dem Olymp

Den hochdramatischen Sopran fordern die Musikdramen eines Richard Wagner und eines Richard Strauss. Das Stimmfach mit dem, laut "Kloiber", Umfang von g bis zum dreigestrichenen c hat nicht nur dadurch exklusiven Rang; es ist, da selten eine Bühnenlaufbahn in diesem Fach beginnt, in der Regel der Höhepunkt einer Entwicklung.

Zeit zum Hören

Binsenwahrheit: Schallplattenaufnahmen können das Konzerterlebnis nicht ersetzen. Auch wenn sie noch so technisch perfekt gespielt und vom Tonmeister sorgfältig bearbeitet sind – das Erlebnis der jeweiligen Aufführung ist einmalig.

Rehabilitiert: Zemlinsky

Es war wohl ein letzter Verzweiflungsausbruch: Sieben Jahre vor seinem Tod im amerikanischen Exil beschloß der vierundsechzigjährige Alexander Zemlinsky seine keineswegs von durchschlagenden Erfolgen gekrönte Kompositionstätigkeit mit der Vertonung des 13.

Spielend das Ghetto überwinden

Die ersten sieben Minuten sind die beklemmendsten. Da schleichen, drücken, stehlen, tasten sich verängstigt, Verschüchtert, fassungslos, entnervt, wütend, traurig, trotzig, apathisch Gestalten – sie alle tragen die gelbe Erkennungs-Armbinde – in die von einer Wach-Mauer geteilte.

Die neue Schallplatte

Aribert Reimann: "Requiem". Als das Stück uraufgeführt wurde, 1982 im Juni, feierte Kiel einen Geburtstag – 100 Jahre Kieler Woche.

Bestätigt ohne Prominenz

Als das Stück uraufgeführt wurde, im Juli dieses Jahres bei den Münchner Festspielen, war man sich einig: Aribert Reimanns "Lear" war ein großes Werk aus der Gattung der "Literatur-Oper" geworden, vielleicht sogar in eine Reihe zu stellen mit Bergs "Wozzeck" und Zimmermanns "Soldaten".