: Günter Herburger

Günter Herburger beendet seine "Thuja-Trilogie" : Wo die Toten nisten

Achtzehn Jahre Arbeit, fünf Bücher, mehr als 2000 Seiten Reflexion über die Gegenwart und mögliche Zukunft der Bundesrepublik, der ehemaligen DDR – ist Günter Herburger der letzte Utopist, ein gesellschaftlicher Neuerer, der in der Tradition von Morus und Campanella, von Brecht und Bloch steht? Eine Frage, die sich eben nicht eindeutig beantworten läßt, denn der letzte Band "Thuja", der der ganzen belletristischen Unternehmung seinen Namen gab, beschreibt kein Wunderland, enthält keine Rezeptur zur Verbesserung eines Staates; gleichwohl ist er von der Wirklichkeit nicht isoliert.

Der Schriftsteller Günter Herburger–geboren 1932 in Isny, Studium von Sanskrit und Philosophie, verschiedene Berufe in verschiedenen Ländern – liebt die langen Läufe. Über sein ganz persönliches Marathon-Erlebnis, erlaufen in München, in Moskau, in New York City, am See Genezareth, schreibt er in einer mehrteiligen Folge. : Der lange Lauf

Immer nach den Sommerferien endete das Laufen, auch Meer gab es keines mehr. Dieses Mal jedoch fand sich ein Schlupf: direkt ab Haustür durch Seitensträßchen Richtung Olympia mit seinen Schuttbergen oder die hochmütige Hauptstraße hinunter und dann hinein in den Englischen Friedhof, dessen große Schleife 13 km beträgt, das heißt, zweimal gewagt, sind, mit Zu- und Abgang, auch 30 km möglich, Trainingsbeginn des Fettstoffwechsels.