: Günter Kunert

L Y R I K : Mein armer Bruder im Wort

Dichter entdecken Dichter, Entdecker wetteifern mit Entdeckten: Wenn Dichter Neues im Alten entdecken, kommen zu den Affronts wider das Sittengesetz und zu den Verunglimpfungen der Political Correctness die Missachtung herkömmlicher Bräuche hinzu

M A U E R B A U : Eingemauert im Paradies

Niemand war ihr gewachsen: Mit dem Bau der Mauer vor vierzig Jahren begann eine Geschichte der Selbsttäuschungen. Intellektuelle aus Ost und West dachten über die Grenze hinweg - aber meistens in die falsche Richtung

R O M A N : Allein unterwegs

Eine Frau allein in einem Apartment, riesig ist es, pompös eingerichtet, 48. Stockwerk. Blick in die Ferne, Blick über die Menschen, dem Himmel nah. Die Frau telefoniert, nachts um halb drei. - Hans Löffler zeichnet Facetten der Angst - aus der Perspektive einer Frau

Büchertisch

Belletristik und Sachbücher kurz vorgestellt

Jetzt ist es endgültig genug!

Nun hat auch Günter Kunert die DDR verlassen. Mit einem Ausreisevisum für 1050 Tage hat sich der auch im Ausland bekannteste Schriftsteller der DDR mit seiner Frau und sieben Katzen im ehemaligen Pfarrhaus einer Siedlung in der holsteinischen Kreisstadt Itzehoe niedergelassen.

Asche auf der Brust

„Ulenspiegel – Zeitschrift für Literatur, Kunst und Satire“, 1945–1950, Eine Auswahl, herausgegeben von Herbert Sandberg/Günter Kunert, Lizenzausgabe des Eulenspiegel Verlages für den Carl Hanser Verlag, München, 1979; 254 S.

Jede Zeit besteht aus vielen Zeiten

Er ist Kommunist, aber verteidigt „das Vorrecht der Dichter, vernunftlos zu träumen“; er ist Lyriker – aber sein schmales poetisches Werk, in dem es schon 1947 resignierend heißt „Der Worte Wunden bluten heute nur nach innen; / Die Zeit der Wunder schwand.

Saisongeruch

Eine wunderbare Jahreszeit, der Herbst, und wem der Sinn für Gerüche nicht durch Klimaanlage, Autoabgase und Frittendunst völlig verdorben ist, riecht es in der kühlen Luft der Dämmerung, was von den Feldern und Gärten herüberzieht, Rauch von Kartoffelfeuern, Qualm der schwelenden Blätterhaufen.

Freunde zum Trinken

Am Dienstag, dem 14. März, sendet der WDR das Fernsehspiel „Karpfs Karriere“ des Ostberliner Schriftstellers Günter Kunert. Aus einem Buch, das in Kürze im Carl Hanser Verlag, München, erscheint, drucken wir aus diesem Anlaß, leicht gekürzt, sein Selbstporträt ab (Günter Kunert: Tagträume in Berlin und andernorts).

Zeitmosaik

Natürlich lesen wir es immer gern, wenn Enzensberger den Grass-Preis oder Grass den Enzensberger-Preis erhält, wenn die Stadt N.

Nächste Seite