: Günter Wallraff

Ungleichheit im Wohlfahrtsstaat

Schweden ist nach wie vor, trotz jahrzehntelanger sozialdemokratischer Regierung, ein kapitalistisches Land. Darum können die bestehenden schwedischen gesellschaftlichen Verhältnisse auch nicht als „schwedisches Modell“ die Zielvorstellung von Sozialisten in der Bundesrepublik widerspiegeln.

Stolperstein für die Staatsräson

Menschenrechte und Politik: das alte Dilemma, wieMacht und Moral sich zueinander verhalten, beschäftigt wieder die Bonner Parteien

Zeitmosaik

Alle Jahre wieder streiten Fernsehredakteure und -kritiker über das wahre Festprogramm: hie „fader Festtagscocktail“, „bunt und besinnlich“, zwischen „Service und Sentiment“, da die „Weihnachtsstimmung als verbindendes Gefühlsmoment“.

Unser Seller-Teller

Obwohl nicht frei von Momenten unfreiwilliger Komik, besonders dann, wenn die Büchnersche Sprache, zu der Peter Schneider seine Zuflucht nimmt, etwas zu affektiert und bedeutungsschwer um diese Szenen aus dem Leben eines radikalen Berliner Studenten raschelt: Schneider hat nicht vergessen, daß die Auflehnung von 68/69 genährt wurde aus der Entdeckung verkümmerter Bedürfnisse, aus einem jähen Zorn gegen das Klima allgemeiner Feindseligkeit, und er hat nicht aufgehört, für die Wahrnehmungen das gleiche Recht zu fordern wie für die Theorie.

Vor Bach sind alle gleich

Über den Noten-Meister aller Klassen, Schichten und Völker – zum 300. Geburtstag

Wallraff contra „bild“: Abhörskandal?

Es hat sich herumgesprochen, daß Journalisten, wie andere Zeitgenossen auch, zuweilen den Polizeifunk mithören. Daß sie auch private Telephongespräche anderer Bürger belauschen und auf Band aufnehmen, hatte man bislang nicht vernommen.

Zeitmosaik

Nicht alle, die für Solschenizyn eintreten, meinen Solschenizyn ... Jedenfalls vermögen jene nicht überzeugend als Hüter der Freiheit aufzutreten, die zum gewaltsamen Umsturz in Chile wie zu drastischen Beschränkungen individueller Freiheit in Bündnisländern westlicher Großmächte kaum Kritisches zu bemerken wissen.

„Gewichtige Mißstände“

Die „Bild-Zeitung“ hat vor dem Bundesgerichtshof eine Schlappe erlitten: Der Schriftsteller Günter Wallraff durfte Mißstände in der „Bild“-Redaktion kritisieren, obwohl er die Informationen nur durch einen Vertrauensbruch erlangt hatte.

Josef Müller-Marein: Kleine Presse-Schau

Im Paris Match dem Pariser Wochenmagazin, hat der Korrespondent des Spiegel, Helmut Sorge, einen „Offenen Brief“ schreiben dürfen, den „Brief eines deutschen Journalisten an seine französischen Kollegen“.

Zeitmosaik

Die Geschichte der Zensur ist vor allem eine Geschichte der Proteste gegen sie... Im siebzehnten Jahrhundert beschreibt in England John Milton die sozialen Konsequenzen von kultureller Vielfalt und Zensur: „Wenn wir meinen, durch Regulierung des Druckens die Sitten bessern zu können, so müssen wir auch alle Erholung und Kurzweil regulieren, alles, was für den Menschen ergötzlich ist.

Tagung der Gruppe 61

Auch die diesjährige Herbsttagung der Gruppe 61 am Bußtag in Dortmund begann wie jedesmal – mit einleitenden Worten, Lesungen und Grundsatzkritik.

Die Ware als Buch

Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels zeichnete die Studie, die dem Wachstum Grenzen empfiehlt, mit dem Friedenspreis aus und registrierte das bisher unaufhaltsame Wachstum der Buchmesse: 3814 Verlage aus 59 Ländern zeigten diesmal 248 000 Bücher, Zustrom und Rückstrom der Aussteller und Besucher brachten den Frankfurter Verkehr zum Stillstand.

Im Bonzenheber nach oben

Zu seiner Büroresidenz führt ein mit schwarzem Marmor verkleideter Korridor. Neben dem Eingang zu seinem Allerheiligsten ist ein holzgeschnitzter lebensgroßer Löwe postiert, der in Metro-Goldwyn-Mayer-Manier furchteinumfaßt sein Maul aufreißt.

Ali, der gute Deutsche

Diesen Satz hat Günter Wallraff, damals war er 17 Jahre alt, in sein Tagebuch geschrieben: eine prächtige Fundstelle für jene Interpreten, die sich einen Sinn für den Zusammenhang von Literatur und Psychologie bewahrt haben.

Gift-Skandal: Tatort Hamburg

Hier weiß doch jeder, daß die Gift auf ihrem chaotischen Gelände haben“, berichtet ein Nachbar den Lokalreportern, die seit dem vergangenen Wochenende in Scharen zum Horrorkabinett des Dr.

Zeitmosaik

Wir nehmen hier im Kino eine parteiliche Haltung ein: für die am wenigsten organisierten Wahrnehmungsfähigkeiten und gegen die Bedeutungsdramaturgie, die ein weiteres Herrschaftsinstrument ist.

DEUTSCHE BIBLIOGRAPHIE

„Schrauben haben Rechtsgewinde“ – Ein Lesebuch fragender Arbeiter für Arbeitnehmer und Arbeitgeber sowie deren Kinder, zusammengestellt von Thomas Rother, mit einer Gebrauchsanweisung von Günter Wallraff; Schwann Verlag, Düsseldorf; 96 S.

Wallraff und "Bild"

In der Literatur-Beilage der ZEIT zur Buchmesse (Nr. 43 vom 16.. Oktober 1981) konnte in feiner Rezension meines Buches "Zeugen der Anklage – Die BILDbeschreibung wird fortgesetzt" von Harry Pross ein falscher Eindruck entstehen.

IM KINO

„Ganz unten“ von Jörg Gfrörer (mit Günter Wallraff als Ali Stigirlioglu). Mit fremden Augen das eigene Land betrachten: noch schauen, wo jeder längst gewohnt ist wegzusehen; noch schauen, wo jeder längst gewohnt ist nichts zu sehen.

Die Zeche hasse ich ja

Gibt es eine Utopie im Ruhrgebiet, eine nachhaltige Antwort auf die Krise? Da schüttelt der Abgeordnete, ganz Realist, den Kopf: „Wir müssen das halten, was wir noch haben.

Der Spion, der als Bote kam

Das Institut der Deutschen Wirtschaft wirft einem Autor sozialpolitische Hetze vor

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