: Guy Mollet

Gefangen in Algier

Am 19. März 1962 ging der Algerienkrieg zu Ende - die Erinnerung an dessen Schrecken bewegt Frankreich bis heute

Die Iden des Mai

ten Streiks von 1947, wurde wieder Innenminister. General Salan zeigte sich von so viel republikanischer Entschlossenheit beeindruckt. Er weigerte sich, mit Paris zu brechen, wie es die Mehrheit der Algerienfranzosen von ihm erwartete.

Ein Jahr, in dem Weichen gestellt wurden

Was man jeweils hier und heute erlebt, fügt sich noch zu keinem Bild. Der unmittelbar Beteiligte vermag im Augenblick des scheinbar chaotischen Geschehens die bleibenden Strukturen noch nicht zu erkennen.

Den Anschluß verpaßt?

Böse Zungen hängen den Saarländern gern an, sie seien Opportunisten und orientierten sich am Stärkeren – Reflexe einer in Jahrhunderten gewachsenen Mentalität, die durch wechselnde Herrschaften geprägt sei.

Frankreichs schneidiger Premier

Jacques Chaban-Delmas hat stets versucht, den Gaullismus und die Vierte Republik in Einklang miteinander zu bringen. So geschah es auch jetzt, bei der Bildung der Regierung, deren Premierminister er geworden ist und in der sich diese Mischung noch bewähren muß.

Die Nachwehen der Maikrise

Die französische Maikrise hat beträchtliche literarische Nachwehen. Nach den ersten Zeugen meldeten sich inzwischen die Parteivertreter zu Wort, bemüht um Selbstverständnis oder auch Selbstrechtfertigung.

Nachfolge des Generals

Wer den Baum der französischen Innenpolitik ein halbes Jahr nicht gesehen hat, muß den Eindruck haben, daß im Herbst ganz andere Früchte auf den Zweigen wachsen, als die Blüten im Frühjahr erwarten ließen.

Brüchige Mitte

Die Originalität von Frankreichs reformistischer Linken liegt heute darin, daß sie rechts und links von der Kommunistischen Partei zu finden ist.

Auch ohne de Gaulle...

Nachdem das Programm der "Föderation der demokratischen und sozialistischen Linken", also des wichtigsten oppositionellen Lagers in Frankreich, veröffentlicht worden war, ereignete sich ein in der diplomatischen Geschichte seltener Vorgang: Eine Botschaft – nämlich die deutsche – intervenierte bei der Oppositionspartei wegen der Formulierung ihres Regierungsprogramms.

Einig nur gegen de Gaulle

Die französische Opposition setzt ihre große Hoffnung auf die Zeit nach de Gaulle. Um aber für diese nachgaullistische Ära eine gute Ausgangsposition zu erobern, bereitet sie sich intensiv auf die Parlamentswahlen im März des nächsten Jahres vor.

Zeitspiegel

Das polnische Fernsehen hat am Dienstagabend Hansjakob Stehles Film "Deutschlands Osten – Polens Westen" ausgestrahlt. Die Sendung, die sich mit der heutigen Situation in den Oder-Neiße-Gebieten beschäftigt, war vom Hessischen Rundfunk produziert worden.

Zeitspiegel

Nicht nur mit gebührendem Respekt – Empfänge, Toasts, Fahnen, Transparente –, auch mit afrikanischem Temperament wurde Belgiens Außenminister Paul-Henri Spaak bei seinem ersten Besuch seit der Unabhängigkeit des Kongo in Leopoldville gefeiert.

Ein Gegner für de Gaulle?

Der sozialistische Bürgermeister von Marseille, Gaston Defferre, hat vorige Woche öffentlich seine Bereitschaft angekündigt, bei der nächsten Präsidentenwahl gegen General de Gaulle zu kandidieren.

Zeitspiegel

Ein taktisches Zusammengehen der Sozialisten und Kommunisten gegen de Gaulle zeichnete sich auf dem Kongreß der französischen Sozialisten in Paris ab.

Nachts, als de Gaulle gewann

Das Wetter war nicht schlecht in Paris am vorigen Sonntag, dem Tag der Stichwahl. Just eine Woche vorher hatte man auf der Fernsehscheibe frierende Menschen in Mänteln und mit Regenschirmen gesehen.

Verlierer in Frankreich

Es gibt Volksabstimmungen, aus denen alle Beteiligten als Verlierer hervorgehen. Dies trifft auch für das Verfassungsreferendum vom vergangenen Sonntag in Frankreich zu.