: Hans Hollmann

Tanzlokaltheater Größenwahn

Aber wo ist der Untergrund? Wo versteckt er sich? Bei Karstadt ist "Underground" der Name eines Regals in der CD-Abteilung im vierten Stock.

Uraufführung in Bonn: Das Attentat

Zwei Tage im Leben des Münchner Schriftstellers Rainald Goetz, im Prinzip reine Nervensache: "Samstag, 27. Oktober. Noch betrunken auf um 7, aufräumen, zum Zug.

Wer bist du? Ich.

Wie ein Vogel kommt sie, schmal und hoch und schwarz gekleidet, auf ihrem Fahrrad angeflogen und setzt sich an den Tisch. Am Tag zuvor war die Premiere von Peter Steins jüngster Inszenierung, "Die Neger" von Jean Genet.

Theater: Roussels „Sonnenstaub“ in Berlin: Kein Stern auf der Stirn

Roussel lesen: am Schreibtisch, in einem Raum mit Telephon, zwischen einem Termin und dem nächsten geht das nicht. Auf einem alten Friedhof in Schwabing, in einer mit Gras bewachsenen Bodenmulde, die durch einen eingebrochenen Sarg entstanden ist, an einen Grabstein gelehnt,, der vom Tod einer Generalswitwe berichtet, die vor hundert Jahren gestorben ist, im Schatten eines Baumes geht das.

An zwei Abenden, in beinahe zehn Stunden zeigt das Hamburger Thalia Theater Goethes "Faust": eine Aufführung, die schon vor der ersten Probe zum Mythos erklärt worden war: Erbarmen mit Faust!

Vorbei! ein dummes Wort", rief Boy Gobert verzweifelt, schrie es fast, es war die zehnte Stunde des Hamburger "Faust". Das Publikum, in den Stunden zuvor eher dumpf-geduldig als angespannt, wachte noch einmal auf: eines der seltsamsten Theaterspektakel der letzten Jahre ging seinem Ende entgegen.

Ich bin ein mutiger Mensch

Ich würde unser Gespräch gern mit einem Kapitel Theatergeschichte beginnen. Damit meine ich nicht die Histörchen der letzten Wochen: also – was hat Herr Klose Herrn Gobert versprochen und was nicht.

Paris an der Spree

Nichts trauriger, als wenn Staatsschauspieler lustig sind. Bei der Premiere von Jacques Offenbachs Operette "Pariser Leben" in Hans Hollmanns Inszenierung am Berliner Schiller-Theater ist es kurz vor der Pause soweit: Erich Schellow, der selten so entfesselt zu sehen war, tänzelt zu den Worten: "Ich bin so blau, so blau" an die Rampe, stolpert über eine der an der Rampe aufgebauten Licht-Muscheln und fällt in den Orchestergraben.

Die Liebe höret immer auf

Eigentlich hatten sie sich alle nur mal amüsieren wollen, einen Abend lang, auf dem Oktoberfest: der Chauffeur Kasimir, am Tag zuvor entlassen, seine Freundin Karoline, der dicke Zuschneider Schürzinger, Merkl Franz, der Autoknacker, und seine Freundin Erna, der reiche Kommerzienrat Rauch und sein Freund, der Herr Speer.

Hans Hollmanns "Coriolan" in Recklinghausen: Gefriertheater

Bevor es losging, gab es eine Rede: Hilmar Hoffmann, Frankfurts Kulturdezernent, sprach zur Eröffnung der Ruhrfestspiele von Recklinghausen über das immergrüne, immergraue Thema "Das Theater und die Arbeiterschaft".

Zeitmosaik

Es begann mit einem Triumph: als Hans Hollmann im Dezember 1974 im Foyer des neuen Basler Theaters seine spektakuläre Karl-Kraus-Revue "Die letzten Tage der Menschheit" inszenierte, rief ihn das Basler Publikum zum neuen Intendanten, zum Nachfolger Werner Düggelins aus.

Theater: "Die Buddenbrooks" in Basel: Hollmanns Erzählungen

Regisseure sollten nicht Intendanten werden. Fast jeder, der die aufreibende Doppelrolle riskiert, nimmt dabei Schaden. Zwei Jahre ist es nun her, daß Hans Hollmann im Foyer des damals noch nicht fertiggestellten Basler Stadttheaters Karl Kraus’ Weltuntergangsspektakel "Die letzten Tage der Menschheit" inszenierte – am Ende der zwei Premierenabende, nach acht Stunden Theater, wurde er von einem überwältigten Publikum gleichsam durch Plebiszit zum neuen Intendanten ausgerufen, hatte die lange, leidige Affäre um den Basler Theaterneubau ein unverhofft glückliches Ende gefunden.

Das Vergnügen ist vergiftet

Hans Hollmann ist wohl der erste Intendant, der durch ein Plebiszit an die Macht gekommen ist. Als er vor knapp einem Jahr im Foyer des neuen Basler Stadttheaters seine große Karl-Kraus-Show ("Die letzten Tage der Menschheit") gezeigt hatte, wurde der Schlußapplaus zum Volksbegehren: "Hollmann for President!" rief damals das verzückte Publikum im Chor.

Zeitmosaik

...noch schlimmer (ist) der Geist zynischer Anpassung, der sich in den Anstalten breitgemacht und über Jahre hin eine stete negative Auslese bewirkt hat: Die personelle Auszehrung des Fernsehens war und ist besorgniserregend, und allen Respekt verdient die Minderheit qualifizierter Journalisten, die, der anstößigen Interventions-Praxis zum Trotz, ihre Positionen und Standards zu halten versucht.