: Hans-Joachim Klein

M I L I T A N Z : Runter mit dem Zeigefinger

Die Erfolge der 68er verdanken sich ihrem Scheitern: Der Kampf gegen den Staatsapparat führte in den Untergang. Aber im Konflikt mit dieser vitalen und radikalen Opposition gewann die Gesellschaft an Liberalität

D O S S I E R : Quälgeister der Justiz

Sie piesacken Richter, Staatsanwälte, Kriminalbeamte. Die Meister der Strafverteidigung kämpfen mit provokanten Fragen und spektakulären Auftritten um ein kostbares Gut: das Recht eines Beschuldigten. Besuch bei ungeliebten Stars

P R O Z E S S : Joschka und Jochen

Der Außenminister und der einstige Terrorist erlebten in den Jahren nach 1968 in Frankfurt gemeinsam eine "Militarisierung in den Köpfen". Doch sie haben daraus sehr unterschiedliche Konsequenzen gezogen.

M I L I T A N Z : Gerechter Sünder

Darf eine ehemaliger Politrocker Minister sein? Das hängt wohl davon ab, wie er mit seiner Vergangenheit umgeht. Joschka Fischer versteht sich auf die Kunst der unklaren Distanzierung

Quälgeister der Justiz

Sie piesacken Richter, Staatsanwälte, Kriminalbeamte. Die Meister der Strafverteidigung kämpfen mit provokanten Fragen und spektakulären Auftritten um ein kostbares Gut: das Recht eines Beschuldigten. Besuch bei ungeliebten Stars

Runter mit dem Zeigefinger

Die 68er fühlen sich noch heute über Kritik erhaben. Sie sollten sich ihrer Geschichte stellen

Joschka und Jochen

1968, noch einmal besichtigt - wie die Bundesrepublik beginnt, sich zu historisieren

Gerechter Sünder

Kokettieren, verharmlosen, verklären: Joschka Fischer bastelt sich eine Vergangenheit, an der er auch heute noch Gefallen findet

Umkehrer unerwünscht?

Nur wenige Terroristen haben eingesehen, daß ihre blutige Spur im Nichts verläuft. „Bommi“ Baumann – Bombenleger in den Anfängen der RAF – forderte seine Freunde 1974 in einem Spiegel-Interview auf: „Schmeißt die Knarre weg“; Hans-Joachim Klein – der 1975 bei dem Wiener OPEC-Überfall in Wien dabei war – meldete sich aus der Illegalität, um geplante Attentate zu verhindern.

Bruder Baader?

Hier soll nicht soziologischer Kaffeesatz gelesen, nicht zu Schalmeienklang rechtsherum getanzt werden, nicht "Archipel Buback" auf Fähnchen gestickt, die im linken Wind flattern; sondern von Menschen wird gesprochen.

Wo stecken die Hintermänner?

Als vor einem Jahr der Prozeß von Stuttgart-Stammheim begann, kannte schon beinahe jedes Kind die Namen der Angeklagten: Ulrike Meinhof, Andreas Baader, Gudrun Enßlin und Jan Carl Raspe, die Kernmitglieder der "Roten Armee Fraktion" (RAF), waren seit langem in aller Munde.

Unsere Sprache: Wenn ein Philosoph Taxi fährt

Am 4. Dezember 1974 wurde der französische Philosoph Jean-Paul Sartre vom Stuttgarter Flughafen mit einem Auto abgeholt, das ihn zu jenem Aufsehen verursachenden Gespräch mit Andreas Baader in die Haftanstalt nach Stammheim brachte.

Baader-Meinhof international: Der Terrorist, der Sartre chauffierte

Nur einer von den sechs Terroristen, die kurz vor Weihnachten elf Ölminister mit ihrem Beraterstab im Wiener Opec-Gebäude kidnappten, ist bislang sicher identifiziert; der Deutsche Hans-Joachim Klein, 28 Jahre alt, zuletzt wohnhaft in Frankfurt am Main, Niemand hatte nach ihm gefahndet, Die Kenntnis seiner Identität verdankt die Polizei allein der Tatsache, daß er bei dem Überfall durch einen Bauchschuß schwer verletzt wurde, So konnten ihm im Krankenhaus Fingerabdrücke abgenommen werden, ehe er mit seinen fünf Komplizen nach Algier ausflog und schließlich in Libyen Pflege und Freiheit fand.

Eine Sturmflut der Rekorde

Die Entwicklung ist beängstigend: Nach dem jüngsten Beschluß steht der argentinische Fußball in Zukunft unter Staatskontrolle; Trainer berühmter Mannschaften, die in England enttäuscht haben, halten sich wochenlang im Ausland auf, weil sie in ihrer Heimat um Haus und Leben fürchten müssen; General de Gaulle, so heißt es seit langem, habe seinen besten Sportlern befohlen, der Nation nur noch Ruhm und Ehre einzutragen; in Utrecht erzählte man sich bei den Schwimm-Europameisterschaften, auch General Franco verlange jetzt von seinen Talenten in sportlichen Wettkämpfen mehr Erfolge als bisher, jede notwendige Unterstützung dazu selbstverständlich vorausgesetzt.

Wer ist der Größte?

Ron Clarke weitbester Sportler – Langstreckenläufer sind die Asketen unseres Jahrhunderts