: Havanna

Improvisation als System

Wie lebt es sich heute – vier Jahre nach der "sozialistischen Revolution" – in Kuba? Haben sich die wirtschaftlichen Verhältnisse einigermaßen normalisiert? Wie sieht der wirtschaftliche Alltag etwa in Havanna aus? Der nachfolgende Bericht stammt aus der Feder eines mit den kubanischen Verhältnissen aus eigener Anschauung bestens vertrauten Lesers der ZEIT, der der Zuckerinsel erst kürzlich in geschäftlichen Angelegenheiten einen Besuch abstattete.

Die Spaltung im Weltkommunismus

Seit im Juli die sowjetisch-chinesischen Verhandlungen abgebrochen wurden, hat sich der Konflikt im kommunistischen Lager rapide zugespitzt.

Wenig – aber wichtig

In Genf tagten vom 16. bis zum 21. Mai die Minister aus 75 Ländern; sie waren dem Ruf einer der größten, weltweiten Organisation gefolgt, dem Allgemeinen Zoll- und Handelsabkommen (General Agreement on Tariffs and Trade – GATT).

Bruderkuß in Moskau

Der triumphale Einzug Fidel Castros in der Sowjet-Metropole hat alles Gepränge in den Schatten gestellt, mit dem an der Moskwa sonst hohe Gäste empfangen wurden.

Kennedys Kreuz im Süden

Kuba ist nur die Spitze des Eisberges. Darunter hat sich in Jahrhunderten ein unübersichtliches und unberechenbares Massiv lateinamerikanischer Probleme gebildet.

Neuer Streit zwischen Moskau – Peking

Der Versuch, den sowjetisch-chinesischen Konflikt einzudämmen und zu begrenzen, ist mißlungen. Das ist das wichtigste Ergebnis des VI.

Bruch mit Kuba

Viel war da nicht mehr abzubrechen. Die Handelsbeziehungenwaren schon lange auf ein Minimum zusammengeschrumpft (2 Millionen Dollar kubanische Einfuhr gegen 8 Millionen Dollar bundesdeutsche Ausfuhr im Jahr 1962).

Druck auf Castro

In einem gemeinsamen Schreiben an den UN-Generalsekretär haben die Vereinigten Staaten und die Sowjetunion erklärt, der Sicherheitsrat brauche die Kuba-Frage nicht weiter zu behandeln.

Mikojans Mission

Mikojans Mission in Havanna dauerte lange und blieb, was Castro angeht, ohne Erfolg. Dennoch verbreitete der stellvertretende Ministerpräsident der Sowjetunion sowohl in New York wie in Washington eitel Wohlwollen und Optimismus, bevor er nach Moskau zurückflog.

Neuer Wein in alte Schläuche

In den Genfer Hotels sind wieder Zimmer frei. Die Delegierten der vierundvierzig Mitgliedstaaten des GATT (Allgemeines Zoll- und Handelsabkommen) und ihr Harst von Fach- und Schreibkräften haben die Koffer gepackt und sind abgereist.

Zur Koexistenz verdammt

Am Rande des Abgrunds, an den ihn Chruschtschow gestoßen hatte, spielte Präsident Kennedy um den höchsten Einsatz und gewann.

Drohung an Amerikas Hintertür

Amerika blickt in diesen Tagen auf Kuba. "Die Leute sind viel mehr beunruhigt über Kuba als über Berlin", erklärte Senator Kenneth B.

Unzufriedener Castro

Fidel Castro hat den Leninpreis erhalten, aber noch wichtiger dürfte für ihn ein weiteres Geschenk sein, das ihm aus Moskau zugekommen ist: In der "Prawda" ist er unlängst zum ersten Male mit der Anrede "Genosse" beehrt worden.

Unwille in USA

Castro wird immer mehr zum Ulbricht der Vereinigten Staaten. Das kommunistische Kuba liegt den Amerikanern so nahe und so sehr auf der Seele wie der Bundesrepublik der kommunistische Teil Deutschlands.

Castro: der permanente Rebell

Mit einigen Kollegen saß ich beim Nachtessen im Speisesaal des Hotels Riviera in Havanna, als eine Gruppe Kubaner eintrat. In ihrer Mitte ging, sie alle überragend, ein Mann mit der schlechten, gebückten Haltung, die hochgewachsene Leute in einem Volke von unterdurchschnittlicher Körperstatur anzunehmen pflegen.

Wohlstand schützt vor Umsturz nicht

Zwanzig Milliarden Dollar Entwicklungshilfe haben die Vereinigten Staaten den lateinamerikanischen Ländern in Aussicht gestellt, um sie vor dem Kommunismus zu schützen.

Kuba auf des Kremls Weg?

"Ich bin Marxist-Leninist und werde es bis zu meinem Tode bleiben" – mit diesem Bekenntnis hat Fidel Castro Anfang Dezember seinen politischen Standort enthüllt.

Sturm auf Havanna

Über die Zuckerinsel in der Karibischen See hallen die Schüsse einer neuen Revolution. Der politische Naturbursche Fidel Castro, der sich während zweier Herrschaftsjahre zum Diktator volksdemokratischer Observanz wandelte, muß sein Regime in verzweifeltem Kampf verteidigen.

Ausgewiesen

Fidel Castro liebt Diktatorenallüren. Der deutsche Legationsrat Baumann hatte etwa 150 Kilometer von Havanna am Strand ordnungsgemäß das Haus eines "Konterrevolutionärs" gemietet, der das Land verlassen hatte.