: Heinz Czechowski

Das Gedicht ist die Wahrheit der Geschichte: Rebellion in Versen

Gefragt nach der Funktion des Gedichts, seines Gedichts, bestimmte Erich Arendt in einem Gespräch aus dem Jahr 1976 das Schreiben von Gedichten „als Geschichtsschreibung von unten her, Von der Leid- und Erleidensseite aus, gesetzt gegen die Geschichtsschreibung der Herrschenden.

Lyrik aus der DDR: Freund und Feind

Jedes Buch eines in der DDR lebenden Autors ist unabänderlich mit der Hypothek bestimmter politischer Erwartungen belastet, und häufig genug sind letztere die dominanten Kriterien, denen es unterworfen wird.

Aufbruch ins eigene Land

Die Stadt steht still. Seit einer halben Stunde ist die „Protokollstrecke“ quer durch Halle vollständig gesperrt. Weiße Motorradstreifen der Volkspolizei sichern die Kreuzungen.

Ach ach mein Ach

Alte und neue Verse, reife und weniger reife Gedichte deutscher Lyriker im Herbst 1987

Gedichte der Zeit

Wenn es bei Benjamin heißt, der Feind ziehe die Toten aus ihren Gräbern und töte sie noch einmal, so müßte eine literaturbezogene Variante heißen: Der Dichter zieht die toten Kollegen aus ihren Gräbern und belebt sie noch einmal.

„Wir waren das Volk“

Eine „furchtbare Heldenstadt“ sei Leipzig, sagt der Schriftsteller Heinz Czechowski, der hier zu Hause ist. Aber nicht mehr lange, denn er hält es nicht mehr aus und zieht fort.

HEINZ CZECHOWSKI

„Die Geschichte mag Brüche kennen, der Alltag kennt sie nicht. Er schleppt die Vergangenheit wie Lehm an den Schuhsohlen mit sich.

Junge Autoren nach dem Ende der DDR: Dichter in Halbtrauer

Sehnsucht nach der DDR? Nach dem altrosa Transitvisum, dem Neonlicht am Grenzübergang Friedrichstraße, dem Kinderteller Pittiplatsch im Speisewagen zwischen Berlin und Helmstedt? Oder Sehnsucht nach der Biermann-DDR? Nach schwarzem Tee an alten Holztischen, nach Gitarre, Butterbroten und Kerzenschein, so soll es sein, in Berliner Hinterhöfen, wo wir gerechnet haben: das Recht auf Arbeit gegen das Recht auf Erdbeeren, Mauer gegen Berufsverbot, Bettina Wegener gegen Juliane Werding, Ferien auf Rügen gegen Ferien auf Amrum, von West nach Ost, von Ost nach West.

Zum Tode Jannis Ritsos’: Erzpoet

Am 11. November starb in Athen der Dichter Jannis Ritsos. Als Kommunist hatte dieser Protagonist der modernen griechischen Literatur viele Jahre in den KZ der Obristen zu leiden.

Auf nach Venedig!

Gibt es doch zwei deutsche Literaturen? Und was vermögen die Dichter noch, hier und dort? Botho Strauß hat kürzlich in seiner Büchner Rede eine Antwort auf die zweite Frage versucht: "Der Dichter ist die schwache Stimme in der Höhle unter dem Lärm.

Gedichte aus dem anderen Deutschland

Klaus Gysi, der Kultusminister der DDR, hat in einer Rede zur Wiedereröffnung des Dresdner Opernhauses bestritten, daß es noch so etwas wie eine einheitliche deutsche Kultur gibt.