: Helmut Schneider

München feiert Hans von Marées: Die totgemalten Bilder

Er wünschte sich "die Faust eines Rubens und den Spekulationsgeist eines Strausberg". Ein merkwürdiges Gespann der große Barockmaler und der Gründerzeitunternehmer, das Hans von Marées hier zusammenbrachte, doch für ihn verkörperten die beiden Eigenschaften und Fähigkeiten, die er nicht besaß – den ganz ungrüblerischen, sicheren Umgang mit den Mitteln, die einem Künstler Selbstvertrauen geben und ein von Skrupeln wenig behindertes Durchsetzungsvermögen.

Das betretbare Bild: Die hohe Kunst, die Sinne zu täuschen

Cosmas Damian Asam, Sohn eines nicht bedeutenden Freskanten, der in der bayerischen Provinz Kirchen ausmalte, hat in Rom studiert, an der Accademia di San Luca, der Mutter aller Kunsthochschulen, die auch im frühen achtzehnten Jahrhundert noch hohes Ansehen besaß.

Kunstkalender

Der "Codex Coburgensis", ein Sammelband mit 282 Antiken-Zeichnungen, ist ein bemerkenswertes Dokument aus den Anfängen der Archäologie, dessen Bedeutung erst heute richtig klar wird.

Münchner Hofgarten: Demokratischer Widerspruch gegen den rechthaberischen Bayerischen Staat: Der rettende Plan

Die Münchner Bürger protestieren gegen den Neubau der Staatskanzlei, anhaltend und mit wachsendem Nachdruck. Die Landeshauptstadt, beeindruckt vom quantifizierbaren Mißmut der Einwohner, bemüht die Gerichte (darüber, ob ihr Widerspruch gegen die von der Regierung von Oberbayern erteilte Baugenehmigung rechtens ist, wird an diesem Freitag das Verwaltungsgericht entscheiden).

Ausstellung in München: Der letzte Malerfürst

Gelegentlich signierte er "Lovis Corinth pinxit", und es war sicher kein Zufall, daß er diese alte Form der Unterschrift einigen seiner bedeutenden Bildnisse, Figurenkompositionen und Stilleben vorbehielt, Arbeiten also, die große Auftritte des Malers Corinth bezeichneten.

Balsam für Bürger?

Er wollte eigentlich Apotheker werden, das pharmazeutische Diplom, ausgestellt von der Universität München, hatte er schon in der Tasche, und er hätte auch, für Geldgeschäfte durchaus begabt, Börsianer werden können.

Bodenloser Blick

Tirgu Jiu. Eine Kreisstadt in Oltenion, am Südrand der Karpaten, etwa dreihundert Kilometer von Bukarest entfernt. Mitten in der rumänischen Provinz also, und nicht in einer Gegend, die den Kunsttouristen anlockt.

Zum Tod von Jean Dubuffet: Unordnung als Prinzip

Jean Dubuffet wollte von Anfang an ein Maler werden (schon als Gymnasiast war er an der Kunstakademie seiner Geburtsstadt Le Havre eingeschrieben), hat jedoch merkwürdig lange gezögert, ob er seine bürgerliche Existenz gegen die eines Künstlers eintauschen sollte.

Kunstkalender

Carl Buchheister, 1890 in Hannover geboren, mit Kurt Schwitters befreundet und Gründungsmitglied der Gruppe "die abstrakten hannover", blieb in den zwanziger Jahren der Avantgarde dicht auf den Fersen.

Museen der Welt: Führung und Geleit

Ein Kunstbildband, der die Hauptwerke eines Museums vorstellt (begleitet von Texten zu der Geschichte der Sammlung und über die kunsthistorischen Zusammenhänge, in die die Gemälde oder Plastiken einzuordnen sind) kann neugierig machen auf den Besuch dieses Museums und ebenso, hinterher, als Gedächtnisstütze dienen.

Lesenswert und lesbar: Von der Prähistorie zur Postmoderne: Rundreise durch die Kunst

Vielleicht hat schon mancher, der mit dem Gedanken spielte, eine Geschichte der Weltkunst zu schreiben, seine Absicht bald wieder aufgegeben, entmutigt von der Vorstellung, daß der Bücherberg, der sich vor dem Unternehmen türmte, aufgeschichtet aus ganzen Bibliotheken kunsthistorischer Fachliteratur, lesend nicht abzutragen war.

Dank an Marco Polo

Eine der Wände des Vorzimmers, das zu den privaten Gemächern des Dogen führte, ist bemalt mit Landkarten, die zeigen, wie weit unternehmungslustige Bürger der Serenissima in der Welt herumgekommen sind.

Kunstkalender

Die Toskanische Säulenhalle im Erdgeschoß von Elias Holls Zeughaus, ein nobles Stück Architektur aus dem frühen 17. Jahrhundert, ist als Ausstellungsort für Plastik von heute ziemlich ungeeignet.