: Henryk M. Broder

Schlomo Lahat: Mehr Leben am Sabbat

Als Schlomo Lahat im Frühjahr 1973 für das Amt des Bürgermeisters von Tel Aviv kandidierte, ließ er sich von seinen Parteifreunden raten, was er tun sollte, um gewählt zu werden.

Mein Taschenbuch: Ein jüdischer Kalender

Ein Blick auf den Kalender: wieder ist ein Tag vergangen, die Zeit ist nicht zu bremsen, wir leben nicht ewig. Oder doch? Schon Mitte September jährte sich der Tag, als der liebe Gott vor genau 5746 Jahren die Welt erschuf.

Das Stedtl im Staat

In einem Bericht über Bettler in der Heiligen Stadt stellte die Jerusalem Post die folgende Frage: "Wie ist es möglich, daß im Staate Israel, in einem sozialistischen Land, mehr noch: einem jüdischen Land, Menschen durch das Netz der sozialen Sicherheit fallen und auf der Straße landen?" Der israelische Finanzminister Yitzhak Moda’i räumte Ende des Jahres 1984 ein, die steigenden Hypothekenzinsen würden vor allem viele junge Paare in arge Bedrängnis bringen, er äußerte aber zugleich seine Zuversicht, daß in solchen Fällen "das jüdische Herz eine Lösung finden" werde.

Israel: Das Wunder währt nicht ewig

Was er wirklich dachte, sagte der Finanzminister nicht dem Kabinett, sondern der Presse. Die von der israelischen Regierung soeben beschlossenen Maßnahmen zur Inflationsbekämpfung seien von politischen Überlegungen bestimmt gewesen, verkündete Yitzhak Moda’i.

Israel: Zwei Glühbirnen kosten so viel wie ein Suppenhuhn

Kurz bevor Anfang November der Preisstopp verkündet wurde, langte jeder, der etwas zu verkaufen hatte, noch einmal zu. "Kaufen Sie die Bücher besser heute, morgen erhöhen wir die Preise um 15 Prozent", sagte der Antiquar.

Israel: Die Preise laufen Amok

Die Nachricht kam, wie in solchen Fällen üblich, um Mitternacht. Die Regierung habe beschlossen, erfuhren Radiohörer, die staatlich kontrollierten Preise für Treibstoff und Heizöl um 24 Prozent zu erhöhen.

Fernseh- Vorschau: Wenn aber keiner lacht?

Unendlich trostbedürftig ist der Mensch. Die ältesten Berufe der Welt leben davon: die Prostituierten, die Priester, die Medizinmänner – die Artisten.

Keiner blickt mehr durch

Als ich im März 1981 in Israel ankam, wurde eine Mark gegen vier israelische Schekel getauscht. Heute bekomme ich für eine Mark 32 Schekel.

Mosche Hirsch: Mit Arafats Segen

Ich traf Rabbi Mosche Hirsch zuletzt auf dem Marktplatz von Mea Schearim, dem Viertel der ultra-orthodoxen Juden von Jerusalem.

Gibt es in der Bundesrepublik einen alternativen, einen linken Antisemitismus? Henryk M. Broder, 1981 von Deutschland nach Israel ausgewandert, las das neue Heft der Zeitschrift "Ästhetik und Kommunikation" zum Thema "Deutsche, Linke, Juden". Er fand darin Wehleidigkeit, Selbstgerechtigkeit, unfreiwilligen Humor, fürchterliches Deutsch – und Schlimmeres. Eine berechtigte Polemik? Oder bloß der effektvolle Auftritt eines Sittenrichters? Auf Broders Angriff antwortet einer der am heftigsten Attackierten: Eberhard Knödler-Bunte.: Tödliches Gerede

Ein unter Juden in allen Lebenslagen sehr beliebter Stoßseufzer – halb ernst, halb ironisch gemeint – lautet: "’s is nicht leicht zu sein a Jidd!" Aber die Schwierigkeit, ein Jude zu sein, bedrängt von Antisemiten und Philosemiten, ständig hin- und hergerissen zwischen dem Wunsch, normal zu sein und der Versuchung, die "Auserwähltheit" für ein Privileg zu halten, immerzu auf der Suche nach einer Formel, in der äußere Bedrohung wie innere Unsicherheit aufgehoben werden könnten, die mannigfachen Strapazen einer jüdischen Existenz also sind ein recht komfortabler Zustand gemessen an der Schwierigkeit, ein deutscher Linker oder ein Linker in Deutschland zu sein.

Die letzten Tage von Jamit

An der Stelle, wo vor zwei Monaten noch Ziegen und Schafe grasten, steht jetzt eine große Halle, eine der vier neuen Grenzstationen zwischen Israel und Ägypten.

Das Sport-Sonderheft der Zeitschrift "konkret": Doppelte Moral der linken Weggenossen

Die Redaktion der Zeitschrift konkret hat kürzlich ein Sonderheft zum Thema Sport herausgebracht. Nachdem in der Vergangenheit bereits Sonderhefte über Sexualität und – jeweils zur Buchmesse – über Literatur erschienen sind, wird nun ein Phänomen behandelt, das die Themen der vorausgegangenen specials sozusagen symbiotisch verbindet: Sport als Sex für die Massen, von dialektisch geschulten Literaturproduzenten analytisch auf den kritischen Begriff gebracht.

Immer ins Fettnäpfchen

Die zwei jungen Damen hatten Kalaschnikoff-Gewehre umhängen und machten den Eindruck, als wären sie zu allem entschlossen. Sie möchten Rafik Halabi sprechen, erklärten sie, und zwar auf der Stelle.

Henryk Broder - kein deutsches Leben

Henryk M. Broder, geboren 1946 in Katowice/Polen, kam im Jahre 1958 mit seinen Eltern nach Köln und arbeitete nach dem Studium als freier Autor.

Justiz: Der Fall Somoskeoy: Befangene Richter

Am Mittwoch nächster Woche beginnt vor der 7. Großen Strafkammer beim Landgericht Köln das Berufungsverfahren über eines der merkwürdigsten Urteile, die je in einer Ehrenbeleidigungssache gefällt wurden: Im Oktober 1977 hatte das Amtsgericht – Schöffengericht – in Köln den Rundfunkjournalisten Henryk M.

Fernseh-Vorschau: Hüsch über Hüsch

Den Rechten gilt er als "Solist des roten Tingeltangel" (Die Welt), die Linken pfiffen ihn schon mal von der Bühne: Denn ein Sozialist will er sein, na klar, aber kein blauiugiger Troubadour der Weltrevolution, kein Fahnenschwinger, kein Protest-Profi.

Zeitgeschichte: Der jüdische Störenfried

Der eine ist eine fast schon legendäre Figur. Ein Mann von internationaler Statur, Historiker des Stalinismus und des Trotzkismus, ein bedeutender Kopf und tragischer Mensch läßt sich zur jüdischen Problematik vernehmen: Isaac Deutscher.

Unterm Dirndl wird gekurbelt

Seit Jahren erklären zu Beginn einer jeden Filmsaison die Feuilletons, sofern sie sich in diese Geschmacksuntiefen überhaupt herablassen: Es hat sich ausgesext, der Sexfilm ist tot.