: Hermann Axen

Honeckers neuer Stil

Der Nachfolger ist kein Weltveränderer. Er folgt nicht, wie Biermann in seinem "Porträt eines alten Mannes" schreibt, den von ihm selbst ausgetretenen Spuren im Glauben, er gehe den Weg der Massen.

Die dritte Deutschland-Tour

Lang und steinig sei der Weg zu einer Regelung, sagte Willy Brandt beim zweiten deutschen Gipfeltreffen in Kassel. An diesem Wege ist schon manche Hoffnung verdorrt, manche Illusion verblüht.

Nach der Denkpause – was tun?

Die Wende in der Deutschlandpolitik der DDR kam überraschend. Am gleichen Tag, an dem Kurt Hager, Mitglied des SED-Politbüros, bei einer Pressekonferenz in Paris neue Gespräche zwischen Bonn und Ost-Berlin als "kaum vorstellbar" bezeichnete, trafen Professor Herbert Bertsch und Rolf Muth, Mitarbeiter des Presseamtes beim Vorsitzenden des DDR-Ministerrates, in Bonn ein, um ebensolche Gespräche zu vereinbaren.

ZEITSPIEGEL

Edward Kennedy, noch immer im Zwielicht vieler Fragen und Zweifel, erhielt publizistische Schützenhilfe von unverhoffter Seite.

Des Kremls Zange

War der sowjetische Einmarsch in der Tschechoslowakei der Auftakt zu einer neuen Phase Moskauer Expansionspolitik? Noch gibt es keine westliche Regierung, die davon ausgeht.

Namen der Woche

Albert Norden (63), Sekretär des SED-Zentralkomitees, wurde als Leiter der Agitationskommission im Politbüro abgelöst. Das Amt übernahm Hermann Axen, Leiter des außenpolitischen Sekretariats beim ZK, in Personalunion.

Ostberlin rührt sich

Gemeinsam mit dem stellvertretenden Sowjetaußenminister Semjonow beriet Walter Ulbricht dieser Tage in Ostberlin den neuesten Feldzugsplan der DDR-Diplomatie.

„Denk bloß nicht, ich heule“

Ich spreche hier, weil ich für die eingetretene Lage im Kulturbereich einen großen Anteil zu verantworten habe. Den Kern der Kritik sehe ich darin, daß in der DEFA-Spielfilmproduktion eine Tendenz entstand, die geeignet ist, schädliche ideologische Erscheinungen des Skeptizismus und der Entfremdung wie sie im Bericht des Politbüros charakterisiert wurden, zu fördern.

Ein Dialog Hamburg–Pankow

Moskau muß klarer sprechen", forderte Paul Sethe, der Leitartikler der WELT, letzte Woche in einer Analyse des zweiten Bulganinbriefes.

Warschau, Pankow und Bonn

Mit ausgeprägten Einerseits-andererseits-Gefühlen blickt das polnische Volk über die Oder und Neiße nach Westen. Gleich hinter diesen Flüssen liegt der Herrschaftsbereich eines Regimes, mit dem das heutige Polen nicht mehr viel gemein hat als eine gemeinsame Grenze.

Sowjetzone kassiert Flüchtlingsgut

Freiheit ist ganz gut, aber sie macht übermütig" – in diesem Sinne etwa hat sich der Komponist Hanns Eisler geäußert, als er nach seiner Westberliner Bierreise frisch und ausgeschlafen das Polizeipräsidium am Tempelhofer Damm verließ.

Dahlems Sturz

Franz Dahlem, einer aus dem obersten halben Dutzend der kommunistischen Partei-Hierarchie, ist aus allen hohen Parteifunktionen: dem Zentralkomitee, dem Politbüro, dem Sekretariat der SED ausgeschlossen worden.