: Hermann Bahr

Ricarda Huch: Wilder, böser, schöner

Ricarda Huch, geboren 1864, war Schriftstellerin und Historikerin. Mutig und eigensinnig, bot sie auch den Nationalsozialisten die Stirn.

Historiographie: Der Untergang

Das unrühmliche Ende der Habsburgermonarchie markierte vor neunzig Jahren die große Zeitenwende in Europa.

Österreich: Salzburg aus der Höhe

Mönchsberg, Kapuzinerberg, Rainberg heißen die waldigen Felsrücken mitten in der Stadt. Sie ziehen Künstler an, Sandler und Exzentriker. Eine Winterwanderung

Mein Taschenbuch: Alt-Prager Geschichten

"Prag gehört zu den ganz autochthonen Städten, die nur von ihrem eigenen Geiste bewohnt und stark genug sind, sich allem öffnen zu dürfen, weil alles, was es auch sei, doch beim Eintritt gleich dem Ursinn des Orts unterliegt und, ob es will oder nicht, angepaßt wird, wie Venedig oder Toledo, die vernichtet, aber nicht verwandelt werden können und auch entstellt noch ihr Wesen bewahren: Sie gleichen alle Rom, es sind ewige Städte, Erscheinungen des Geistes, denen das wankende Gemüt so wenig anhaben kann als die wechselnde Zeit": Hermann Bahr war es, der 1917 für eine Anthologie des Prager Verlags Jüdische Selbstwehr" die Stadt an der Moldau so feierlich und zugleich doch auch so genau charakterisierte.

Hayo Matthiesen über die englische Rutter-Studie: Die ideale Schule bleibt eine Utopie

Das Klassenzimmer als Folterkammer – das ist in der deutschen Literatur ein schier unerschöpfliches Thema. So viele Autoren haben als Schüler gelitten und wohl auch gehaßt, und so mancher hat später als Schriftsteller sein Leid zur Anklage formuliert: als Satire auf die Pauker, als ironische Befreiung von der Penne, als unerbittliche Abrechnung mit der Schulzeit.

Poesie aus den letzten Tagen der Menschheit

Ich entdeckte die blauen Bände aus dem Fischer Verlag als Kind im Bücherschrank meiner Eltern. Dabei wußte ich nicht genau, warum ich die kleinen Geschichten, die Briefe, Postkarten-Texte immer wieder las: worum "ging es" eigentlich? Aus weiter Ferne kamen die Wörter auf mich zu, aber auch dann behielten sie etwas Unerreichbares.

Jugend in Wien

Vorschlag für eine literarische Herbstreise: Marbach am Neckar. Das Deutsche Literaturarchiv im Schiller-Nationalmuseum hat im Jahr des hundertsten Geburtstages von Hofmannsthal, Karl Kraus, Arnold Schönberg eine große Ausstellung aufgebaut: "Jugend in Wien – Literatur um 1900", die noch bis zum 31.

Ich will für Ihre Produktion gern wirken

Verlagskonzentration, Ladenketten, Kostensteigerungen, Überproduktion, neue Medien, die ihre Schatten vorauswerfen – und oft hört oder liest man die Parole, teils mit Melancholie, teils mit Genugtuung vorgetragen, Opas Buchhandel sei eben tot.

ZU EMPFEHLEN

FÜR Feuilletonisten, was nicht unbedingt ein Schimpfwort sein muß, und andere, die meinen, Sprache habe es nicht nur mit Grammatik, sondern auch mit Gesellschaft zu tun: Ferdinand Kürnberger: "Feuilletons", ausgewählt und eingeleitet von Karl Riha; Sammlung Insel 30, Insel Verlag, Frankfurt; 188 S.

Die Schlachten allein geschlagen

Als Julius Meier-Graefe die Andrucke für die Bruegel-Mappe der Marées-Gesellschaft fertig vorliegen hatte, wundervoll getreue Lichtdrucke der Ganymed-Druckerei, nahm er sie stolz unter den Arm, um sie dem Direktor des Berliner Kupferstichkabinetts, Geheimrat Max J.

Repliken (5):: Das wären Laubsägearbeiten?

Als er fünfzig Jahre alt wurde, mußte er dem Ansturm der Bewunderung entfliehen und den ereignisvollen Tag fern von Wien, "irgendwo am Meere", zubringen.

Italien: Asolo, Cesena, Siena

Aller guten Dinge sind durchaus nicht drei, besonders, wenn man durch Italien fährt und alle paar Minuten auf historische Schnurrigkeiten stößt, beispielsweise auf die Kirche in Grazie (Mantua), wo viele Kapitalisten seit der Schlacht bei Pavia (1525) den Tod in mancherlei Gestalt darstellen ließen, wenn sie ihm entrinnen konnten.

Henry van de Velde

Man wußte, daß der uralte Mann – er starb 1957 mit 94 Jahren in seinem Schweizer Refugium in Oberägeri – an seiner Lebensgeschichte schrieb.

Was ist der Mensch?

Unter den Literaturen gibt es eine sehr umfängliche und sehr attraktive: die Was-ist-der-Mensch-Literatur. Ehrwürdig durch ihr Alter, auch durch die Erlauchten, die gründlich geantwortet haben, ist sie in unseren Tagen etwas auf den Hund gekommen, infolge von zuviel Schauspielerei, mit der gefragt und geantwortet wurde.

Scheuklappen und kein Humor

Friedrich Engels – Paul Ernst – Halldór Laxness: Kirchenväter, Lautsprecher und Ketzer