: Hermann Kant

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Jahresrückblick: Verstorben 2016

Einige der ganz Großen sind in diesem Jahr gegangen: David Bowie, Zaha Hadid, Muhammad Ali, Umberto Eco, Elie Wiesel, Götz George. Wir blicken zurück.

Schriftsteller: Hermann Kant ist tot

Der bekannte DDR-Schriftsteller ist im Alter von 90 Jahren gestorben. In seinen Werken setzte er sich auch mit seiner Zeit als Kriegsgefangener in Warschau auseinander.

Hermann Kant hatte einen Auftritt: Niedertracht

Garbsen, „eine Stadt mit vielen Gesichtern“ (Informationsbroschüre), grenzt westlich an Hannover. Hermann Kant, Vorsitzender des DDR-Schriftstellerverbandes, läßt sich zu einer Lesung bitten.

Das wehende Vakuum

Eindrücke von der DDR und der bitter-fröhlichen Beharrlichkeit ihrer Intellektuellen

Zeitmosaik

Der Schriftsteller Rolf Schneider, der zu den Dissidenten zählt, hat mir im letzten Jahr vorgeworfen: Ihre Grünen im Westen, das ist die neue SA und SS.

Jede Zeit besteht aus vielen Zeiten

Er ist Kommunist, aber verteidigt "das Vorrecht der Dichter, vernunftlos zu träumen"; er ist Lyriker – aber sein schmales poetisches Werk, in dem es schon 1947 resignierend heißt "Der Worte Wunden bluten heute nur nach innen; / Die Zeit der Wunder schwand.

Abkindern oder Abzahlen?

November 1976. Ganz Deutschland feiert den Beginn der Wiedervereinigung, denn heute hat die Viermächtekonferenz beschlossen, der Wiedervereinigung Deutschlands keine Hindernisse mehr in den Weg zu legen.

Deutsch-deutsche Dichterlesung: Kein Rathaus für Kant

Es hatte ein so harmonisches Stück Kultur werden sollen. Der Vorsitzende des DDR-Schriftstellerverbandes, Hermann Kant, war angekündigt zur Premiere seines neuen Buches „Die Summe“ in der Bundesrepublik, als Gäste angesagt waren die beiden Verlegerinnen, und Ort des Geschehens sollte sein ein repräsentativ-historischer Rathaussaal inmitten einer kleinen Stadt im bayerischen Spessart.

Das Gespräch

Als ich am 6. 8. 1980 das Büro für Urheberrechte betrat – in einem Hinterhof gelegen, die Hofmauer mit einem Schild behängt und von Stacheldraht gekrönt –, als ich die Treppen zum zweiten Stock hinaufging und nach dem vorschriftsmäßigen Klingeln von einer Dame empfangen und aus dem Vorraum in ein nahegelegenes Zimmer geleitet wurde, in dem mich Herr Kubilus grüßte – wie immer außerordentlich freundlich und mit routiniert herzlichem Lächeln als er sofort sein Zimmer verließ, um mit mir einen Flur abzuschreiten, der eine größere Zahl von Türen verband und so verriet, daß dieses Büro über mehr Mitarbeiter verfügte, als ich vermutet hatte, als ich mich also der Tür des Chefs näherte, sah ich überall Scheuerlappen.

Es geht. Geht es?

Spätestens, als die "UnkeKunert" nach kurzer Katastrophenrede behaglich in ein belegtes Brötchen biß, wuchs im Beobachter der Tagung ein förmlicher Durst nach Satire: Am dringlichsten hatte sich immer wieder der bekannte Lyriker und Romancier Günter Gaus zu Worte gemeldet, derweil Uwe Johnson keinen einzigen Satz sagte; Hermann Kant wollten partout die vier Silben zur Bezeichnung der sowjetischen Raketen nicht einfallen, dafür erteilte oder verbot er seinen DDR-Kollegen, ganz Mannschaftskapitän, das Wort ("Neutsch, sei jetzt mal still"); als Sergej Baruzdin erklärte, es gäbe keine sowjetischen Raketen, die das Territorium der DDR erreichen könnten, zwang ihn erst Stefan Heyms "Habe ich richtig gehört?" zu neuer Zeiteinteilung – die sowjetischen Interkontinentalraketen seien genau 54 Minuten später als die Pershing 2 am Ziel.

Zeitmosaik

Es ist ein Unterschied, ob prominente Schriftsteller Friedens reden halten oder ob gewöhnliche Bürger sich konkret für den Frieden engagieren.

Antworten auf Fragen: Was kann der PEN?

Christiane fragte arglos „na, habt ihr schön gepennt?“ und bemerkte, daß der Penmann etwas gequält lachte. Sie konnte nicht wissen, daß der Scherz, den sie zumindest für originell halten durfte, fünfzig Jahre alt ist – genau so alt wie der internationale Club der Poets, Essayists und Novellists, wobei die einzelnen Literaturgattungen von der englischen Schriftstellerin Dawson-Scott etwas willkürlich ausgewählt und angeordnet wurden, damit das Ganze eine englische Feder (pen) ergibt.

Die Summe = Null

Er hat sich sicher viel Mühe gegeben, Hermann Kant, der Vorsitzende des Schriftstellerverbandes der DDR, und die Anstrengung, die er auf sich genommen hat, bleibt keinem Leser verborgen; sie läßt sich mühelos jeder Seite ablesen, mehrfach sogar.

Honecker im Zenit der Macht

Ein richtiger Trapper stirbt im Sattel", sagt ein jetzt im Westen lebender Künstler von drüben, der sich in der Funktionärshierarchie der DDR auskennt.

Gespräch über die Mauer hinweg

Wer lange nicht gesprochen hat, räuspert sich. Das Eigengeräusch literaturpolemischenHustens überdeckt noch ein mögliches Gespräch zwischen Autoren oder Kritikern aus DDR und Bundesrepublik Deutschland.

Autoren, mit denen man Staat macht

Von Dieter Hildebrandt Am Freitagabend – eine Aufführung von Heiner Müllers „Zement“ im Berliner Ensemble war gerade zu Ende – lief der Satz über das Leuchtband, das die Friedrichstraße überquert: „Anna Seghers als Präsidentin des Schriftsteller Verbandes wiedergewählt.