: Jean Cocteau

Dreimal Maria Becker

Dankenswert war zugleich die Erinnerung an "La Machine Infernale". Obwohl der Vierakter um die sophokleische Figur des Ödipus schon 1934 von Louis Jouvet in Paris uraufgeführt worden war, erreichte er Deutschland erst in den fünfziger Jahren und wurde bei uns vergleichsweise selten gespielt.

Elegie auf einen Killer

Seine kühlen Filme, die immer wortkarger und immer vollkommener werden, wahren zu stolz ihren Schein, um jener zum bloßen Reflex verkommenen Akklamation anheimzufallen, die ausführlich nur auf Qualitäten reagiert, die sich selber als kulturvolle ausweisen oder mühelos ausweisen lassen.

Gestern Cannes – morgen Berlin?

Die einundzwanzigsten Filmfestspiele von Cannes hatten gerade ihre erste Halbzeit hinter sich, sie war interessanter Filme fast gänzlich bar gewesen, als Festivalchef Favre Le Bret ihren Abbruch verkünden mußte.

Die Geschichte meines Untergangs

Autobiographien verhinderter Schriftsteller haben meist ein beträchtliches Maß von Peinlichkeit an sich. An die Stelle des nicht geleisteten Werks tritt gern die Klage über das mißratene Leben, und meistens wird dieses Leben um so rabiater und wütender „bekannt“, je unproduktiver es eigentlich ausfiel.

Lord Byron – ein Boxer

Die Boxer wissen es, und die Funktionäre leiden bitter darum – ihre Sportart ist die geschmähteste von allen und immer wieder erschallt der Chor der Rufer, die ganz einfach das Verbot des Boxens fordern.

Fernsehen: Zwiefacher Nekrolog

Die Firma Bertelsmann drehte, redlich und bieder, für Mainz einen Max-Reinhardt-Film, der den Visionär des Theaters zum Opfer einer Fleißarbeit machte.

Hinter der Maske trug er Masken

Gaetán Picon nennt in seinem Panorama der neuen französischen Literatur Cocteau den "grand couturier des lettres françaises".

Flirt und etwas Bildung

Auf einem Berge, der, inmitten einer grauen Steinwüste das Meer überragt, stehen vor einem märchenhaft blauen Himmel die Reste eines Siegesdenkmals, der "Augustus-Trophäe".

Die Wahl der Unsterblichen

Eine zweisprachige Anthologie französischer Lyrik von Villon bis Saint-John Perse in einem schmalen Band – das scheint ein von vornherein aussichtsloses Unterfangen.

Affen, Henry Moore und alte Mauern

Neben der Banane, die dienstbare Geister auf den Nachtisch gelegt hatten, lag. ein Paß. Kein gewöhnlicher. Ein "Passeport Gastronomique".

Seinen Ruhm zu Markte tragen

Die Gerichte von einem Musiker, einem Schriftsteller, einem Philosophen und einer Uhr / von Walter Widmer

Opern zum Lesen

Oper: "Wenn jemand erstochen wird und, statt zu bluten, zu singen anfängt." Keine erschöpfende Definition der Oper das, nur eine kleine Wahrheit über diese aus innerem Widerspruch und äußerer Harmonie aufgebaute Kunstform, deren Lebenselement die Lebensferne ist.

Film

"...und dennoch leben sie" (Italien, Verleih: MGM): Um dem Krieg zu entgehen, flieht die schöne junge Witwe Cesira (Sofia Loren) mit ihrer Tochter Rosetta aus Rom in ihr abgelegenes Heimatdorf in der Ciociara.

Kleiner Kunstkalender

1910 gründete Herwarth Walden in Berlin die Zeitschrift „Der Sturm“, 1912 die „Sturm“-Galerie, die bis 1932, bis Walden nach Rußland ging, existierte und mindestens während der ersten sechs oder acht Jahre ein Forum für die deutsche und europäische Avantgarde darstellte.

Sehen, was ist

Jean Cocteau soll einmal seinen Freund Pablo Picasso gefragt haben, was er von seinen Zeichnungen hielte. Picasso riet ihm, er solle lieber das Zeichnen lassen, er selbst versuche sich ja auch nicht im Schreiben.

Hahn und Harlekin

Jean Cocteau, das enfant terrible der französischen Literatur, André Gides „junger Mann“, der ewige Ephebe der Moderne, ist ein alter Mann geworden.

Bunuel, Carné, Carbonnaux

Zwei alte Meister und ein junger Regisseur – „Candide“, ein Film nach Voltaire

Opfer der Publicity

Soll man die Künstler bedauern, ihre Geduld bewundern, mit der sie sich pausenlos photographieren und interviewen lassen? Die Maler und Bildhauer, auch die großen, die es längst nicht mehr nötig haben, opfern der Chimäre einer entfesselten Publicity, und manche tun das mit offensichtlichem Vergnügen.

Er verurteilt jegliche Moral

Wenn zwei so bedeutende Schriftsteller wie Jean-Paul Sartre und Jean Cocteau unaufgefordert ihre Begeisterung für das Erstlingswerk eines unbekannten Regisseurs aussprechen, dann ist diesem Film der Erfolg schon sicher.

Cocteau filmt Cocteau

In Paris uraufgeführt: „Das Testament des Orpheus“ – Ein geträumt biographisches Gedicht mit vielen Berühmten

ZEITMOSAIK

Dessen Werk wird Bestand haben, der nicht darauf aus war zu gefallen, und dem nur eines am Herzen lag: wahr zu sein, jenes Wahre zu verkörpern, das mir recht eigentlich die Definition des Schönen zu sein scheint.

Das Testament des Orpheus

In Paris wird in diesen Tagen der neueste und – wenn auf die Ankündigungen seines genialischen Schöpfers Verlaß ist – auch letzte Film des vielseitigen, eigensinnigen, anregenden Jean Cocteau uraufgeführt.

Weder Hand noch Fuß, aber eine Seele

Jean Cocteau, der nach zehn Jahren ("Orphie") einen neuen Film "Das Testament des Orpheus" dreht, begründet im folgenden, warum es ihn drängt, wieder einen Film zu machen.