: Jean Cocteau

FRIEDRICH SIEBURG:: Schöne Lügen, schönere Wahrheit

Wie oft heißt es nicht: "Solch einen Menschen wird es nie wieder geben!" Es fällt uns leicht, den Vorhang der Geschichte fallen zu lassen, wenn wir in die Vergangenheit gebildet und das Leben einer großen Persönlichkeit betrachtet haben.

Zwischen England und der Südsee

Ich gestehe meine anfängliche Verlegenheit ein, als ich für diese Bücher, die ein Tscheche, ein Engländer und ein Franzose geschrieben haben, einen gemeinsamen Nenner zu finden suchte, doch ging mir beim nochmaligen Durchblättern des ersten Buches plötzlich auf, wie sehr sie unbeschadet ihrerkünstlerischen Individualität doch durchweg das Signum ihrer Nation zu tragen scheinen und sich dadurch gegenseitig profilieren, und gleichsam bedingen.

Sprechen Sie mit Mama

An der Côte d’Azur weht ein scharfer Mistral. Das Wetter entschädigt also die letzten Besucher nicht für die Anstrengungen der Filmfesttage von Cannes.

Zu gut gezielt

Vor vielen Jahren sah ich in dem sehr intelligenten Magazin "Der Querschnitt" ein höchst sonderbares Bild. Ein schlanker, drahtiger Mann hatte seinen Hut tief in die Stirn gedrückt; sein Gesicht war halb verdeckt und das eine Auge zugekniffen, weil er mit einer Pistole genau in das Objektiv der Kamera zielte.

Ritter von der Farce

Man verzeiht einem glücklichen Jubilar so einiges, aber seine verständliche Frede ist nun doch nicht ein Freifahrtschein für literarische und theatralische Unzulänglichkeiten.

Die Chinesische Nachtigall

Innerhalb von vierzehn Tagen hat man in München zwei Ballette uraufgeführt, zuerst im Staatlichen Theater am Gärtnerplatz Jean Cocteaus Legende "Die Dame und das Einhorn ein von patriotischem Sentiment inspiriertes Genoveven-Stück nach einer mittelalterlichen Tapisserie zu alten Chansons und Tanzformen aus dem 15.

Film-Panorama in Cannes

Einen Augenblick gab es bei den Film-Festspielen von Cannes, in dieser sich ständig bewegenden Kette sprechender, leuchtender, tönender Leinwand, in welchem das Band plötzlich zum Stillstand kam –: es war der Vormittag, der dem Andenken des verstorbenen großen französischen Regisseurs Jean Epstein gewidmet war.

Cocteau und die Ameisen

Wer viel von sich reden macht, muß es sich gefallen lassen, daß auch manch Böses über ihn gesagt wird. Jean Cocteau hat das auch erfahren müssen.

Entdeckt – gesammelt – wiedergefunden

Der Käufer, der heute den Buchladen betritt, möchte entweder ein Buch wiederkaufen, das er einmal besessen hatte, oder er möchte eine Novität erwerben.

Cocteau-Premiere in Düsseldorf

AIs dieses Stück, das sich "Bacchus" nennt und von der Maskerade eines Winzerfestes um 1523 in einem deutschen Städtchen, nahe der Schweizer Grenze, handelt, voriges Jahr in Paris uraufgeführt wurde, gab es als Nachspiel eine Pressefehde.

Strawinsky und Picasso

Am 18. Juni feiert Igor Strawinsky seinen 70. Geburtstag. Aus diesem Anlaß widmet der Verlag Boosey & Hawkes, Bonn, dem großen Meister und vielleicht stärksten Anreger der modernen Musik ein Heft der Schriftenreihe "Musik der Zeit" mit Beiträgen von W.

Dichten ist ein Handwerk

Ganz wie vor dreißig Jahren; genau so, als ob ich dieses Stück erst gestern geschrieben hätte“, sagt Jean Cocteau, während er mit funkelnden Augen auf einer Bank des Hamburger Zimmertheaters sitzt und gebannt der Probe zu seinem „Orphée“ folgt.

DIE ZEIT Feuillton: Versöhnung ist mitten im Streit

Schriftstellerfehden sind nicht immer (wie beiuns heute) ein Zeichen für Anarchie in der Kultur. Sie können auch echte Bruderzwiste seid, die von leidenschaftlichem Bemühen um Erhaltung des Einklangs zeugen.

Wird Berlin wieder Filmstadt?

Im Cinéma Paris am Kurfürstendamm läuft seit einigen Tagen der Film „Endstation Sehnsucht“, nach Tennessee Williams’ Bühnenstück.

Spielball der Komplexe

Mannheim, im Juni T ie Höllenmaschine" (La machine infernale ) J von Jean Cocteau, die das National

Ironischer Mythos

Die Tragödie "Orpheus" von Jean Cocteau war Rilkes letzte Übersetzungsarbeit; er konnte sie nicht mehr zu Ende führen. Ferdinand Hardekopf, dessen Übersetzung jetzt die Städtischen Bühnen Freiburg aufführten, blieb der sensiblen Sprache Cocteaus zwar etliches schuldig.

Der Tod im Spiegel

Mit jedem Blick in den Spiegel sieht man den Tod an der Arbeit wie Bienen in einem gläsernen Bienenkorb." Diese Weisheit schrieb Jean Cocteau in seiner im Jahre 1926 in Paris erstaufgeführten Tragödie "Orpheus" nieder, in der er selbst eine Hauptrolle spielte.

Rendezvous in Biarritz

Biarritz, Ende September Solange es Kunst und Künstler geben wird, wird es Avantgardisten geben. Avantgardisten sind die Fackelträger einer bestimmten ideellen oder künstlerischen Bewegung, die den andern den Weg bahnen, sich für etwas einsetzen, das erst später allgemein anerkannt werden wird.

Ohne Ehrgeiz

Biennale in Venedig den großen Preis für den besten Film des Jahres erhalten. Preisgekrönt wurde jedoch nicht "La ronde", der mit französischem Charme versüßte Schnitzlersche "Reigen", den ein Walzer von Oscar Strauß eindringlich wie das Harry-Lime-Thema den "Dritten Mann" erfüllt (Regie Max Ophuls).

Cocteaus "Heilige Ungeheuer"

Das von Paul Rose geleitete "Städtetheater Tübingen-Reutlingen", das über zwanzig Orte im Södwürtembergischen bespielt, brachte Jean Cocteaus Schauspiel Les Monstres Statt als deutsche Erstaufführung heraus.

Filmmärchen, Trümmer und Fräuleins

In dem Begleittetxt zu seinem Film „La belle et la bête sagt Jean Cocteau: „Ich versuche, einen Tisch zu konstruieren. Es ist nun Ihre Sache, an ihm zu essen, mit ihm Tisch rücken zu machen oder ihn ins Feuer zu werfen.

Die Freiheit Amerikas

Jean Cocteau gehört zu den drei oder vier „schrecklich intelligenten“ Franzosen, für die man in den Vereinigten Staaten eine ans Bewunderung und Nachsicht gemischte Sympathie empfindet.

Die Dichter und der Film

Vor allem die Dichter haben in Frankreich einen außerordentlichen Einfluß auf die Entwicklung des Filmes gewonnen. Heute findet man die bekanntesten Namen der französischen Literatur als Drehbuchautoren: Marcel Achard, Jean Anouilh, Paul Claudel, Jean Cocteau, André Gide, André Obey, Marcel Pagnol, Jean-Paul Sartre; und früher fand man die verstorbenen Georges Bernanos und Jean Giraudoux, Die geistige und stilistische Wechselbeziehung zwischen Dichtung und Filmkunst ist wohl die wichtigste Ursache der Blüte des französischer.

Jean Cocteau:

Das Stück, wohl das schönste, das Jean Cocteau geschrieben hat, handelt von der Ödipus-Sage. Es heißt "Die Höllenmaschine" la machine infernale – weil das Schicksal, das Ödipus vorausbestimmt worden ist, den Vater zu erschlagen und die Mutter zu heiraten, obgleich es ihm durch Orakel verkündet ist und obgleich er vor ihm flieht, abläuft wie nach einer eingestellten Uhr bis zu der vorbestimmten Explosion.