: Jean Gabin

"Harms": Endlich Gangster!

Wie sich Heiner Lauterbach in einem Film über harte Männer mit weichen Herzen neu erfindet: "Harms" von Nikolai Müllerschön.

Roman "Der Horizont": Versprengte Seelen in Paris

Der Zauber ungelöster Rätsel: In seinem neuen Buch "Der Horizont" erweist sich der Franzose Patrick Modiano als Meister der rückwärtsgewandten, poetischen Beschwörung.

Fernsehen: Feiertagskino

Die Leute gehen immer seltener ins Kino, weil sie immer mehr Filme vom Fernsehen präsentiert bekommen: von der ARD und dem ZDF 1969 insgesamt 282, 1970 schon 304; von den dritten Programmen 1969 214 Filme, 1970 gar 333.

Filme

Der Kinematograph ist eine vielseitige Maschine. Mancher braucht ihn als Waffe, als Folterbank oder als Kühlaggregat. Claude Lelouch benutzt ihn wie eine Küchenmaschine: Mal rührt er damit klebrige Saucen, mal lockere Süßspeisen.

Neu und sehenswert

Wie verlorene Hunde (Chiens perdus sans Collier. Frankreich.) Allein wegen Jean Gabin ist dieser Film sehenswert. Dieser Jugendrichter, den er verkörpert, ist ein Beispiel selbstverständlicher überlegener Menschlichkeit: Zwischen einer erregenden Szene von perversem Einfallsreichtum am Beginn, die an „Verbotene Spiele“ erinnert, und dem ebenso starken Schluß zeigen die Bilder mit anklagender Schonungslosigkeit, aber im Gegensatz zu amerikanischen Filmen dieser Art ohne Härte, vielmehr vielleicht mit etwas zuviel „Charme“ für dieses Thema das Leben armer drangsalierter Kinder, deren Erzieher versagten (Regie: Jean Delannoy).

Neu und sehenswert

Wie verlorene Hunde (Chiens perdus sans Collier. Frankreich.) Allein wegen Jean Gabin ist dieser Film sehenswert. Dieser Jugendrichter, den er verkörpert, ist ein Beispiel selbstverständlicher überlegener Menschlichkeit.

Filme der Woche

Die Fastnachtsbeichte (Bundesrepublik). Carl Zuckmayers Erzählung in Filmfassung. Es geht um die Aufklärung eines Mordes während des Mainzer Karnevals 1913.

Fernseh-Vorschau: Die alte Partisanin

In Frankreichs Kino ist sie ein Monument, wie einst nur Jean Gabin. Sie ist eine große Schauspielerin. Aber sie ist auch ein Genre, was nichts gegen ihr Talent, aber alles über ihre unvergleichliche Wirkung sagt.

Film

„Ein Affe im Winter“ (Frankreich; Verleih: Deutsche Fox): Ein alternder Hotelier (Jean Gabin) im normannischen Tigreville, einst gewaltiger Säufer, hat, einem in Bombennächten abgelegten Gelübde getreu, seit fünfzehn Jahren keinen Tropfen mehr angerührt.

Gauguins berühmtestes Modell

Vor fünfzig Jahren starb einer der berühmtesten französischen Maler an der Schwelle des zwanzigsten Jahrhunderts – Paul Gauguin.

Paris en passant

Der Herr stieg vor mir aus. Dann setzte er seine Baskenmütze auf und sagte: „Um sie nicht völlig im unklaren zu lassen, ich bin Bremer und verzehre meine Rente in Paris und feiere an dem Tag Geburtstag, an dem ich meine Frau kennenlernte; sie war im Krieg auch bei der Post.

Filme der Woche

Ben Hur (USA). 3 Stunden 50 Minuten auf Riesenleinwand der Mammut mit protzigen Schaunummern nach dem dauerhaften Lew-Wallace-Bibel-Roman.

Sehenswerte Filme

Aus der Fülle der meist unwesentlichen Filme heben wir an dieser Stelle einige aus der Spitzengruppe heraus. Da diese Filme eine längere Laufzeit haben und in sehr großen Abständen in den einzelnen Bundesländern erscheinen, finden Sie gelegentlich Wiederholungen, wobei wir jeweils die neuen Hinweise voranstellen.

J.M-M:: Gabin, der Millionenbauer

„Monsieur Montcorgé“ – dieser Name ist soeben im Gerichtssaal von Alençon aufgerufen worden. Und niemand anderer als Gabin trat auf.

Nach dieser Nacht

uai des brumes – Hafen im Nebel“ heißt ein berühmter französischer Film mit Jean Gabin und Michèle Morgan aus dem Jahr 1938.

Der Wehgesang der alten Mimen

„Ich weiß nur, daß von allen Wundern das größte auf der Welt die Liebe ist, daß man die Traurigkeit der Nächte, doch keinen Morgen voller Zärtlichkeit vergißt.

Saftige Illusion und Grazie

Film Moulin Rouge Nr. 2. Diesmal nicht amerikanisch, sondern original französisch: French Cancan. Es ist ein Stückchen Erinnerung an die berühmt-berüchtigte Zeit des Montmartre und die Entstehungsgeschichte des namhaften Vergnügungsetablissements, „der Liebe, der Schönheit, der Freude“ geweiht.

Kein Trumpf im Spiel von Cannes

Cannes und seine Gäste feiern das 8. Filmfestival, intensiv und mit Verve, als gäbe es nichts anderes auf der Welt! Der größte Jux war in den letzten Tagen die Bataille des Fleurs, die Blumenschlacht auf der Croisette, dem Boulevard der Eitelkeit an der kostbaren Küste, wo augenblicklich in allen Schaufenstern zwischen Wäsche und Cremes die Bilder der Filmsterne stehen.

Filmpreise in Berlin

Mit der Auszeichnung der besten Festspielbeiträge wurden die IX. Internationalen Filmfestspiele Berlin beendet. Als bestem Spielfilm verlieh die Jury dem französischen Problemfilm „Les Cousins“ einen Goldenen Bären; als beste Schauspielerin der Festspiele erhielt Shirley MacLaine einen Silbernen Bären für ihre Leistung in der amerikanischen Filmkomödie „Ask any girl“, als bester Schauspieler Jean Gabin für seine Vagabundenrolle in „Archimède le Clochard“ ; für die beste Regieleistung in dem japanischen Sagenfilm „Die verborgene Festung“ wurde auch Akira Kurosawa ein Silberner Bär zuerkannt.

Die „Wasserfront“ von Venedig

Als am Schlußtag der Biennale von Venedig als bester Schauspieler nicht Marlon Brando, Hauptdarsteller in dem USA-Film „On the Wetterfront“, nicht Humphrey Bogart, sondern Jean Gabin verkündet wurde, setzte ein Konzert wohlassortierter Pfeifen und Hausschlüssel ein, wie es der Palazzo del Cinema wohl noch nicht erlebt hatte.

Filmtips

„Lagado“ von Werner Nekes, der sein jüngstes Werk, 85 Minuten lang, in Farbe und im 35-Millimeter-Format gedreht, so beschreibt: „Ein experimenteller Spielfilm in der Behandlung des Verhältnisses der Funktionen von Bild zu Ton (O-Ton) über das Durchdringen der unterschiedlichsten Kommunikationsschichten.

Notizen

Der japanische. Film „Rasho-mon“ wurde auf der 12. Film-Biennale in Venedig mit dem ersten Preis für den besten Film ausgezeichnet.