: Joachim Kaiser

DAS LETZTE

„Zuerst ist Nichts, dann tiefes Nichts und schließlich blaue Tiefe“, sagen die Philosophen. Und all das steckt schon in dem schönen kleinen Wort.

Causerien eines Kurzstreckenläufers

Als 1951 die Bayreuther Festspiele wiedereröffnet wurden, saß im zarten Alter von 23 Jahren auch ein Student namens Joachim Kaiser im Zuschauerraum, und er verfaßte damals bereits einen Bericht über seine Bayreuther Eindrücke für die Frankfurter Hefte.

Sirenenklänge, Unheilsgesänge

„Dagegen las ich fort und fort, vom Morgen bis zum Abend und tief in die Nacht hinein. Ich las immer deutsche Bücher und auf die seltsamste Weise.

Bayerische Staatsoper: In aller Welt blamiert

Otto Voisard bleibt nichts erspart. Kaum sind die negativen Schlagzeilen über sein Unternehmen wieder aus den Wirtschaftsspalten der Zeitungen verschwunden, da muß der Vorstandsvorsitzende der MAN Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg im Kulturteil massiv Kritisches lesen.

Kritik in Kürze

„Kritik der Literaturkritik“, herausgegeben von Olaf Schwencke. Im Frühling 1971 fand in der Evangelischen Akademie Loccum ein Kolloquium statt, das die Laster des Rezensionswesens reflektierte (so sagt man doch?), und hier sind die Reflexionen – von hoher Abstraktion, aber geringer literarischer Fülle – in einem Protokollband versammelt.

dumm, schlecht, denkfaul, was?

Sollte das Gespräch wahrheitsgemäß überliefert worden sein, so kann man sich auch vorstellen, wie es geführt wurde. Beide haben bestimmt gelächelt, als sie die heiligen Kühe des Abendlandes, Frankreichs und aller Romanisten gesprächsweise schlachteten.

Hans Lietzaus langsame Karriere

Hans Lietzau wurde 1913 in Berlin geboren. Dort hat er 1932 Theater- und Zeitungswissenschaft zu studieren begonnen, dann besuchte er zwischen 1933 Und 1935 die Schauspielschule des Preußischen Staatstheaters.

Ein Kritikergespräch

ir haben uns zu entschuldigen: Der Protokollant dieses Gesprächs, ein überaltertes Tonband, war dem Unternehmen nicht ganz gewachsen.

Große Pianisten der Gegenwart (7): Regisseure von Sonaten-Dramen

Rudolf Serkin sieht so aus, wie ein älter gewordener Gustav Mahler vielleicht ausgesehen hätte. Unbändige, wilde Leidenschaftlichkeit hat er mit Mahler gemeinsam – ganz abgesehen davon, daß beide Musiker aus Böhmen stammen: Mahler wurde 1860 in Kalischt geboren, Serkin 1903 in Eger als Sohn eines russischen Sängers.

Der gereimte Mensch

Daß Eugen Roth nacheinander bei zehn Verlagen vorstellig wurde und ihm dennoch kein einziger die „Ein Mensch“-Verse abnehmen mochte, darf nicht verwundern: Wenn ein Buch den Millionen-Erfolg in sich hat, dann muß es auf originelle Weise in reiner Übereinstimmung sein mit den Gefühlen vieler.

Die neue „Neue Rundschau“

Die neue „Neue Rundschau“ hat drei neue Herausgeber: Golo Mann, Harry Pross und Herbert Heckmann. Sie hat auch einen neuen Redakteur: Rudolf Hartung löste Rudolf Hirsch ab, der die Zeitung zwölf Jahre hindurch geleitet und redigiert hatte.

Karajans Beethoven

Wer in unserem Kulturkreis aufwächst und musikalisch ist, empfängt schon in früher Kindheit ein Beethovenbild. Später kommt vielleicht noch Urteil hinzu, Spezialisierung und vorübergehende, hochmütige Abkehr.

Verwalter des Jammers

Schon die Auseinandersetzung, die dem Erscheinen von Leonhardts Artikel „der Dichter und Dramatiker Hans Baumann“ vorausging, leuchtet nicht ein.

Joachim Kaiser:: Kritik ist geschäftsschädigend

Bücher, Theateraufführungen, Konzerte zu kritisieren: das ist, obwohl es kaum „Nur“-Kritiker gibt, ein Beruf wie das Plombieren von Zähnen oder das Stimmen von Klavieren oder das Dekorieren von Schaufenstern.