: Johannes Paul II.

"Eine große Enttäuschung"

Unter einem trüben, stürmischen Herbsthimmel eilten die 216 Oberhirten der römischen Bischofssynode zum letztenmal über den Petersplatz, Vier Wochen lang hatten sie sich redlich und betulich mit Problemen abgemüht, die ihnen nur theoretisch geläufig sind, praktisch aber zeitlebens unbekannt bleiben; christliche Ehe und Familie in der modernen Welt, "Das traditionelle Familienmodell existiert nicht mehr", stöhnte der Madrider Kardinal Enrico y Tarancon und prophezeite, daß die Botschaft der Synode "eine große Enttäuschung hervorrufen" werde.

Streit um Luther: Nicht mit Engelszungen

Außer Scherben nichts gewesen? Nach dem Kirchenkrach um Martin Luther, der letzte Woche zwischen katholischen und evangelischen Repräsentanten in der Bundesrepublik hohe Wellen geschlagen hatte, üben die betroffen nen Streithähne wieder die längst vereinbarte "versöhnte Verschiedenheit" – wie das ökumenische Verhältnis zwischen beiden Christenlagern optimistisch umschrieben wird.

Papstbesuch: Fragen an die Kardinäle

Nur der Beton ist nicht neu, den Papst Johannes Paul II. am Köln-Bonner Flughafen küssen wird, wenn er am 15. November seinen Besuch in der Bundesrepublik beginnt.

Papst, Primas und Polen

An die Tore der Lenin-Werft hatten die streikenden Arbeiter gleich zweifach, auf der Innen- und Außenseite, sein Porträt geheftet – Johannes Paul II.

Die Entführungs-GmbH

Der "Fall Kronzucker": Menschenraub ist eine italienische Industrie mit Zukunft

Brasilien: Papst fordert Reformen

Es war wohl keine Vergeßlichkeit der sonst so beflissenen Behörden, daß ausgerechnet für die Rede, die der Papst vor den "Alegados", den 130 000 Bewohnern von Pfahlhütten über dem Wasser der Bucht von Salvador Bahia halten wollte, plötzlich kein Mikrophon bereit stand.

Kirche contra Staat

Seit Montag reist Papst Johannes Paul II. durch Brasilien – ein Land, das noch fest in der Hand eines Militärregimes ist. Doch die Opposition der Arbeiter, von denen die meisten in den Elendsvierteln der Großstädte, den favelas, leben müssen, wächst, seit sie von der katholischen Kirche unterstützt wird.

Der liebe Gott ist unschuldig

Derjenige, der weiß, ist der Mann, und diejenige, von der man weiß, ist die Frau", verkündete kürzlich Papst Johannes Paul II.

Die fröhlichen Jungkatholiken

Katharina Schröter gehört zu jenen Berlinern, die eher erleichtert darüber sind, daß die katholische Besetzung ihrer Stadt nun wieder vorbei ist.

Glaube ohne Beglaubigung

Johannes Paul II. meinte gelassen, als ich ihn während des Rückflugs von Afrika auf das Echo ansprach, das manche päpstliche Äußerung in Deutschland hervorgerufen hatte: "Kritik? Sie ist auch etwas, was uns anzieht.

Mit dem Papst elf Tage durch Afrika: Rastloser Missionar

Seine weiße Gestalt mit den segnend erhobenen Armen verschwand in einer Wolke von Wüstenstaub, aufgewirbelt vom freudigen Getrampel zehntausender schwarzer Füße, die trotz vierzig Grad im Schatten der Wagenkarawane nachrannten wie einer Fata Morgana.

Papstreise: "Befreiung der afrikanischen Seele"

In Ghana, im kongolesischen Zaire und in der – jenseits des Kongo gelegenen – Volksrepublik gleichen Namens begehen Katholiken das hundertjährige Bestehen ihrer Kirche.

Die Kirche über den Barrikaden

Ideen, die zu kraftlos sind, um die Wirklichkeit zu gestalten, sind nur "müßiges Geschwätz und Wehgeschrei über das, was sein sollte, aber nicht ist" – so meinte, etwas zu streng für einen liberalen Philosophen, Benedetto Croce.

Hier fuhr er aufrecht abwärts

Wo immer man auch fragt – den Papst wollen sie alle gesehen, ja sogar gekannt haben. Kein Wunder – er war ein häufiger Gast hier in Zakopane, der "Wintermetropole Polens", wie prätentiöse Reiseführer den Ort gern bezeichnen.

Katholische Kirche in den Niederlanden: Wieder Ordnung ins Haus

Die Aufräumungsarbeiten in der Katholischen Kirche gehen weiter. Noch hat der Dominikanerpater, Edward Schillebeeckx nicht erfahren, in welchen Konsequenzen seine vorweihnachtliche "Befragung" in Rom demnächst führen könnte; noch ist die "Verklärung" im "Fall Küng" nicht abgeschlossen – da rüsten sich bereits die nächsten zu einem Kreuzverhör: Für den 14.

Katholische Kirche: Warum der ganze Dogmen-Streit?

Das waren andere Zeiten: "Eine brennende Fackel wird vor das Gesicht des Verurteilten gehalten, um ihn warnend darauf hinzuweisen, was ihn erwartet, wenn er nicht bereut.

Türkei: Der Brückenschlag des Papstes

Zumal auch Morddrohungen nationalistischer und religiöser Fanatiker der vierten, kürzesten und religiös wie politisch heikelsten Reise, die Johannes Paul II.

Der Papst und die Kardinäle: Allein mit dem Dogma

Gewiß kein Neid, allenfalls ein Körnchen frommer Ironie war im Spiel, als der rüstige 86jährige Dekan des aus aller Welt zusammengerufenen römischen Kardinalskollegiums Anfang dieser Woche den Papst als einen jugendlich-kraftvollen Aktivisten begrüßte ("Juveniliter actuosus et vigore plenus").