: John Dos Passos

Z E I T G E S C H I C H T E : Der amerikanische Albtraum

Jene berühmte Farce, in der Bertolt Brecht die Inquisitoren der McCarthy-Ära narrte, sich als Nichtkommunist und sein Werk als nichtkommunistisch deklarierte - am Tage nach seinem Verhör verließ er die USA -, ist Dokument der Lächerlichkeit und Bedrohlichkeit zugleich. Wie übrigens die gesamte "Akte Brecht" des FBI, die dieser Tage freigegeben wurde:

Diese Stadt ist meine Droge

Wo die Welt sich rundet: Der Schriftsteller Norman Manea über sein New York – nach dem 11. September und kurz vor der großen Christo-Kunstaktion im Central Park

Zum Nutzen und Vergnügen

Für die Wand und für die Hand: Mit literarischen (und musikalischen) Kalendern durch das neue Jahr

Der amerikanische Albtraum

Das FBI hat seine Brecht-Akte freigegeben: Eine Erinnerung an McCarthys Hexenjagd auf Intellektuelle

In deutschen Trümmern

Der amerikanische Schriftsteller John Dos Passos berichtet 1945 von der Stunde Null

Kino: "Reds" von Warren Beatty: Rote Liebe

Es ist schon von fast perverser Ironie, jedenfalls ein spezifisch amerikanischer Scherz, daß inmitten der Reagan-Ära, da die Rechten in Washington ihre Muskeln spielen lassen, ausgerechnet die beiden teuersten der von Banken und Konzernen finanzierten ‚big budget’-Produktionen Hollywoods – Milos Formans "Ragtime" und Warren Beattys "Reds" – Loblieder auf die amerikanische Linke singen.

Eine Zensur findetnichtstatt

Der von McCarthy geleitete Kongreßausschuß gegen "unamerikanische Umtriebe" säuberte im Frühjahr 1953 nicht nur amerikanische Bibliotheken, sondern auch die der Amerika-Häuser in Westdeutschland.

Mein Taschenbuch

Man hat stets viel Aufhebens gemacht von den technischen Kühnheiten, vom Kamera-Auge, von der Weltwochen schau und den biographischen Montagen dieser Trilogie.

John Dos Passos: Manhattan Transfer

Sinclair Lewis war bereit, etwas zu riskieren: "Ich halte ‚Manhattan Transfer‘ –" so schrieb er – "in jeder Hinsicht für bedeutender als sämtliche Werke von Gertrude Stein oder Marcel Proust oder sogar für bedeutender als den Großen Weißen Eber, Mr.

Anatomie des Mitläufers

Am Ende seines Besuchs in Moskau schrieb George Bernard Shaw in das Gästebuch des Hotels "Metropole": "Morgen verlasse ich dieses Land der Hoffnung und kehre zurück in die westlichen Länder der Verzweiflung.

ZEITMOSAIK

Am Montag dieser Woche starb in Baltimore der Schriftsteller John Dos Passos. In seinem vierundsiebzigjährigen Leben hat er einen weiten Weg zurückgelegt: Der Erste Weltkrieg, den er als Sanitäter mitmachte, verwandelte den Sohn eines Chicagoer Rechtsanwalts und kritischen Harvard-Studenten in einen radikalen Pazifisten; dann folgten fünfzehn Jahre antikapitalistischer, antiimperialistischer Publizistik; Enttäuschungen am praktizierten Kommunismus vor und während des Zweiten Weltkriegs änderten seine Überzeugungen gründlich – schließlich wurde er ein konservativer Sympathisant Barry Goldwaters.

... und viele Fragen offen

Distanz ist die größte Tugend einer Autobiographie – eine Distanz freilich mehr zum Verhalten des Schreibenden als zu den Menschen und Ereignissen, mit denen er sich konfrontiert sah.

James Dean 1965

Es war am 30. September 1955. Die Sonne stand tief über dem westlichen Horizont der wüstenähnlichen Landschaft zwischen den Städten Los Angeles und Salinas im amerikanischen Bundesstaat Kalifornien, als auf der Bundesstraße 466 bei Paso Robles kurz nach 17 Uhr ein silbergrauer Rennsportwagen frontal mit einem Ford zusammenstieß, der nach links abbiegen wollte.

Der gescheiterte Idealist

Woodrow Wilson gehört zu den umstrittensten Gestalten der modernen Geschichte. Viele sehen in ihm den genialen Wegbereiter übernationaler Lösungen im Zusammenleben der Völker, der an der Kurzsichtigkeit mittelmäßiger Politiker habe scheitern müssen.

Wolf Jobst Siedler als Gastkritiker;: Traurige junge Männer mit grauen Haaren

Man kann seine Zweifel daran haben, ob das Wort vom Jahrhundert des amerikanischer Romans jemals seine Berechtigung hatte, aber wenn es einmal so aussehen konnte, so vor allem dank Sinclair Lewis, Upton Sinclair, Theodore Dreiser und John Dos Passos, mit denen Amerika – trotz Hawthorne und Melville und Henry James und trotz der utopischen Literatur der neunziger Jahre – literarisch erst zu sich selber kam.

Zuviel des Grauens

Zu den schrecklichsten Erscheinungsformen des zweiten Weltkriegs zählen die Terrorangriffe auf die Zivilbevölkerung. Unvergeßlich sind die Stunden für jeden, der sie erleben mußte, da man in feuchten, ungenügend geschützten Kellern saß, zusammengedrückt mit angstvollen Menschen, und draußen ging ein Orkan sinnloser Vernichtung nieder.