: Jorge Luis Borges

Aus Sprache vertrieben

Schweigen, Exil und List" – das war James Joyces von ihm selbst befolgter Rat...............................................

Ein anderer Borges: Die Flucht nach rückwärts

Sie sind nicht zu zählen, die Liebhaber des Jorge Luis Borges, der "Ficciones" und des "Aleph", der spielerisch philosophischen, enigmatischen Geschichten mit dem Motiv der Bibliothek, des Labyrinths, der Erschaffung der Welt aus dem Kommentar.

Ein Mikado der Wörter

Da geht Borges!" rief einer von uns am Vormittag in der Calle Mexico, als wir schräg gegenüber der Bibliotheca Nacional die Geräte aufstellten, um mit Hector Murena vor der abbruchreifen Argentinischen Schriftstellergesellschaft einen Dialog zu filmen, in dem der Romancier und einstige Borges-Jünger auf die Frage, ob er Mitglied sei, antworten wollte: "Nein, es ist ein Klub für Jubilare.

Kabbala in Argentinien

Wir hatten es noch gut, als die Weltliteratur so ziemlich mit der europäischen zusammenfiel; ein bißchen Nordamerika, Tausendundeine Nacht, Fernöstliches weit weg störte die Konturen nicht.

Tommaso Landolfi

TOMMASO LANDOLFI, 1908 geboren, ist der Autor von nunmehr einem Dutzend Bänden – Romanen, langen und kurzen Erzählungen‚ Betrachtungen, einem Versdrama.

Der Roman als Baustelle

In der gegenwärtigen deutschsprachigen Schriftstellerei sind es nicht zuletzt junge Österreicher, die einen beträchtlichen Aufschwung des literarischen Niveaus bewirkt haben.

Großer alter Mann

Die Stockholmer Jury, neuerdings auch in Skandinavien heftig kritisiert, vergibt ihre Nobelpreise seit Jahren zwar an durchaus verdiente und ehrenwerte Autoren, aber offenbar nach einem Schlüssel, der unter den Nationalliteraturen eine Art UNO-Proporz zu etablieren sucht.

Der Garten der sieben Wunder

Der Franzose Raymond Roussel ist in Deutschland, und nicht nur hier, bisher so gut wie unbekannt geblieben. Sein literarisches Wirken in Frankreich bestand aus einer Kette von Fehlschlägen und Mißverständnissen.

Henri Michaux

Die vielen Reisen Henri Michaux’ in eine andere Wirklichkeit dienen der Erkundung des Möglichen. Nachdem den Wissenschaften unermeßliche Vorstöße in bisher nicht erforschte Wirklichkeiten gelungen sind, Vorstöße aber, die immer in der Mechanisierung erstarrten und der Menschheit das Korsett der gesellschaftlichen Reglementierung und der technischen Perfektion bescherten, fand die Dichtung ihre Aufgabe darin, die Möglichkeiten der menschlichen Wahrnehmung zu erweitern und bis an die äußersten Grenzen auszutasten: "Unermeßliche, monotone Wissenschaft.

Die Grenzen literarischer Freiheit (4):: Nicht alles in den Mund nehmen

Juristen und Zensoren in Lateinamerika versuchen seit einigen Jahrzehnten, das Obszöne zu bestimmen. Eine argentinische Gesetzesformulierung aus dem Jahr 1923 – „alles, was die ordinären Instinkte und den niedren sexuellen Appetit reizt“ – klingt heute lächerlich und schadet dem Ernst der Aufgabe.

Die Welt – unsere Halluzination

Es ist eine verbreitete Unsitte im deutschen Verlagswesen, bei Übersetzungen ausländischer Bücher unter einem gleichen Titel andere Zusammenstellungen anzubieten.

Borges’ Tierleben

Drei außerordentlichen Büchern des Argentiniers Jorge Luis Borges – "Labyrinthe", "Der Schwarze Spiegel", Borges und Ich" (alle im Hanser Verlag) – folgt nun eines, das zu einem Grenzbereich seiner Werke gehört.

Wortströme aus dem Inneren Brasiliens

Eine Gruppe lateinamerikanischer Schriftsteller war unlängst zu Besuch in der deutschen Bundesrepublik. Sie trugen auffallend lange, schäbige Mäntel; sie spielten Gleichmut, aber ihre Gefühle waren wie verirrte Schmetterlinge über Grönland.

Spanische Literatur im Überblick

Erst seit ein paar Jahren spielt die spanische Literatur – der Roman und die Novelle – im Bewußtsein des deutschen Lesers eine Rolle.

Ein Gott, der sich herumspricht

Als es gilt, einen neuen Götzen zum Zwecke des Gelderwerbs unter die Leute zu bringen, sagt der chinesische Pagodenpriester in Bert Brechts "Mann ist Mann" zum Publikum gewendet: "Was nützt ein Gott, wenn er sich nicht herumspricht?" In den dreißiger und vierziger Jahren stellten sich viele Literaten Südamerikas die nämliche Frage.

Für den, der es genau wissen will

Um einer weitverbreiteten Konfusion entgegenzuwirken, hier einige bare Fakten. Während der Prix Formentor von den Verlegern, die ihn gestiftet haben, selber vergeben wird, und zwar für ein noch unveröffentlichtes Romanmanuskript eines unbekannten Autors, entscheiden über, den Internationalen Verlegerpreis, seinem Namen zum Trotz, nicht die Verleger, sondern unabhängige, von ihnen bestellte Jurys.

Der Kampf fand nicht statt

Der vor einem Jahr erstmals verliehene Internationale Verlegerpreis, der 1961 Samuel Beckett und Jorge Luis Borges zugesprochen wurde, fiel in diesem Jahr an Uwe Johnson.

Universalgeschichte der Niedertracht

Jorge Luis Borges, grand old man der argentinischen Literatur, ist erst spät, als Sechzigjähriger, in das Blickfeld der deutschen Leserschaft getreten.

Erich Pfeiffer-Belli als Gastkritiker: Spanien im Glanz und Dunkel

Die Entdeckung der spanischen und südamerikanischen zeitgenössischen Literatur und jener des 19. Jahrhunderts für deutsche Leser, die "spanische Mode", hat uns mit einigen Autoren bekanntgemacht, deren Schriften den Ehrentitel "Weltliteratur" durchaus verdienen.

Der Spiegel aus Tinte

Die Geschichte weiß, daß der grausamste unter den Gouverneuren des Sudan Yakub der Leidende war, der sein Land an die Ruchlosigkeit der ägyptischen Steuereintreiber auslieferte und in einer Kammer seines Palastes starb, am vierzehnten Tag des Barmajat-Mondes im Jahr 1842.

Beckett - Borges 3:3

Am 1. Mai 1961 wurde in Formentor auf Mallorca zum erstenmal der mit 10 000 Dollar dotierte Internationale . Verlegerpreis verliehen.

Keine Angst vor dem Labyrinth

Bei der Machtergreifung des argentinischen Diktators Perón sollte ein Dichter und Gelehrter, der damals als Volksbibliothekar im öffentlichen Dienst seiner Vaterstadt Buenos Aires stand, durch Versetzung in ein anderes behördliches Ressort gedemütigt werden.