: Jorge Semprun

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Jorge Semprún: Ein Fremder, lebenslänglich

Jorge Semprún war erst Häftling in Buchenwald, dann in Deutschland so erfolgreich wie nirgendwo sonst. Zum Tod des Jahrhundertschriftstellers. Von Wilfried F. Schoeller

Nachlese: Neues Kabinett in Spanien: Ein Einzelgänger geht

Von den sieben spanischen Ministern, die bei der fünften Regierungsumbildung seit 1982 ihren Posten verloren, ist Jorge Semprun gewiß der Prominenteste: Der vor drei Jahren aus dem Pariser Exil nach Madrid zurückgekehrte Kulturminister sollte dem Technokraten-Kabinett von Felipe González Farbe und intellektuelle Frische geben; doch der impulsive, zu autoritären Alleingängen neigende Semprun wurde Opfer einer Partei, die dem parteilosen Einzelgänger öffentliche Kritik nie verzieh.

Ein Kulturkampf in Spanien: Der Minister und der Krieg

Hätte er nicht lieber schweigen sollen? "Dieser Krieg ist politisch gerecht, weil Irak eine gefährliche Militärmacht darstellt", hatte Spaniens Kulturminister Jorge Semprun in einem Interview mit dem Wochenmagazin Cambio 16 gesagt.

Es waren fünf junge Leute

Mittwoch, 17. Dezember 1986, Paris, Square Georges-Lamarque in der Nähe der Place Denfert-Rochereau, wo man in die Katakomben von Paris hinabsteigen kann: Luis Zapata, ein reicher ehemaliger Gangster, wird von zwei jungen Frauen neben seinem Jaguar erschossen.

Weltbühne: Französisch von Amts wegen

Mit Sprache macht man Politik. Zumindest in Frankreich gilt dieser Satz. Dort gibt es neben Kulturinstitutionen wie Alliance oder Académie française – Grundschule des Französischen die eine, dessen Hohe Schule die andere – sogar einen Minister für Frankophonie.

"Ich bin das Traumgespinst eines Toten von einst" -

JORGE SEMPRUN: Eigentlich schon vor zehn Jahren. Zunächst entstand eine Art erste Fassung von mehreren hundert Seiten. Dann habe ich sie zur Seite gelegt und andere Dinge geschrieben, etwa den Roman "L’Algarabie" (Kauderwelsch).

Carrillo in der Zwickmühle

Publicity ist Santiago Carrillo, dem wendigen und pfiffigen Chef der spanischen Kommunisten, eigentlich immer genehm gewesen.

Ein Kommunist und brav

Die Filme des in Frankreich lebenden Exilgriechen Costa-Gavras haben offensichtlich einen ähnlichen Stellenwert wie die Theaterstücke von Rolf Hochhuth: Sie stoßen in politische Wespennester, werden verboten oder wütend verfolgt und setzen Diskussionen in Gang, die bis in Parlamente und Regierungen dringen, während die Fachkritik mit ihren Beanstandungen dieser unleugbaren Effektivität nichts anhaben kann.

"Z": ein politisches Dokument

Sie leben alle noch, die Initiatoren dieses politischen Mordes. Sofort nach dem Putsch der griechischen Obristen im April 1967 wurden sie rehabilitiert und sitzen wieder in Amt und Würden.

ZEITSPIEGEL

Valerian Sorin, Sowjetbotschafter in Paris, erhielt ein Telegramm der Schauspieler Simone Signoret, Yves Montand, Vanessa Redgrave, Alain Resnais und des Schriftstellers Jorge Semprun.