: Julius Streicher

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Antisemitismus: Dieser Feind steht rechts

Die Dokumentation über Judenhass in Europa verwechselt Israelkritik und Judenfeindlichkeit. Damit verfehlt sie das eigentliche Problem: den klassischen Antisemitismus.

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Reformation: Luther, der Judenhasser

Luther setzte den Grundstein für den Protestantismus. Zugleich aber schuf er das Fundament für den Antisemitismus. Die evangelische Kirche muss sich dem stellen.

Julius Streichers Bewunderer

Der Einfluß und das wissenschaftliche Prestige Carl Schmitts, des früheren Berliner Staatsrechtlehrers, ist eine der merkwürdigsten Hinterlassenschaften der Weimarer Republik und des Dritten Reiches.

Durchhalten im Untergrund

Ein riesiges Lagerfeuer flackert. Rundherum in der Julinacht Tausende junger jüdischer Pfadfinder und Pioniere. Jizchak Schwersenz tritt hervor, um zur Feier des Sabbath die Sagen des Micha Bin Gurion vorzutragen.

1. April 1933

In diesen Monaten reiht sich ein unseliger Gedenktag an den anderen: 25 Jahre Machtergreifung, 25 Jahre Ermächtigungsgesetz, 25 Jahre Reichstagsbrand – und nun der Jahrestag des Judenboykotts.

Frieden in vielerlei Formeln

Es gab genug Bilder: Bitburg, Bergen-Belsen, Hambach. Es gab davon in den letzten Tagen mehr als genug. Es gab auch genug Worte: „Wir haben aus der Geschichte gelernt“ – „Versöhnung über den Gräbern“.

Ein Mann will ein anderes Gesicht

Julius Streicher, der „Frankenführer“, hat vor dem Krieg das Haus in Nonnenhorn am Bodensee erbauen lassen, von dem die Rede sein wird: ein elegant hingelagertes Landhaus, eines der schönsten der Gegend, am höchsten Punkt eines weiträumig ansteigenden Rasenplanes.

Der Krebsschaden unserer Kirchen

Über den Leser der 584 Seiten Text und 128 Seiten Anmerkungen bricht eine Sturmflut an Informationen herein, deren Umfang und Vielfalt sich in dem 27 Seiten starken Namensregister zeigt (das nicht einmal ganz vollständig ist: Abraham a Santa Clara und der evangelische Theologe Paul Althaus erscheinen im Text, nicht aber im Register).

Roeder und die „Sataniden“

Was dabei herauskommt, wenn blinder Rassenhaß sich mit einer gehörigen Portion Dummheit paart, hat seinerzeit der braune „Stürmer“ dokumentiert.

Ein deutscher Sonderweg

Deutschland vor vierzig Jahren: das bedeutete Teilung, Besatzung, Hunger und Not. Um die Versorgungslage der Bevölkerung zu verbessern, hatten Amerikaner und Briten, nachdem Franzosen und Sowjets nicht mittun mochten, bereits 1947 ihre beiden Zonen zur sogenannten „Bizone“ zusammengelegt.

Haltungen – Fehlhaltungen

Die Stimme aus dem Radio klang gelangweilt, gleichmütig. Keine Erregung war in ihr, nicht der Ton eines denkwürdigen Stundenschlags.

Robert Neumann:: Was sie redt, das sagt sie nicht

Der jüdische Witz ist für den heutigen deutschen Leser ein vermasseltes Thema. Ursache: vor zehn Jahren erschien bei Walter in Ölten eine umfangreiche Sammlung, in der Salda Landmann mit Schweizer Hausfrauensorgfalt alles zusammenkehrte, was sie in den alten klassischen Sammlungen („Rosinkes undMandlen“ und anderen) an jüdischen Witzen fand, samt einer großen Zahl ganz offensichtlich unjüdischer Witze, die sie „verjudete“, indem sie den handelnden Personen selbstgebackene jüdische Namen gab (so „echt jüdisch“ wie die seinerzeit von Julius Streicher für den antisemitischen Stürmer erfundenen).

Architektur: Dribblings um ein Denkmal

Nürnberg hat Probleme mit der Art seiner Prominenz. Die Stadt von Dürer, Stoß und Henlein ist zugleich die Stadt der Nazi-Rassengesetze, der Reichsparteitage, der Kriegsverbrecherprozesse.

Die Sprache der Mörder

Wenn Worte töten können – im Stürmer des „Frankenführers“ Julius Streicher geschah es, Woche für Woche: mit erfundenen Geschichten über sogenannte Ritualmorde, mit ausgedachten Berichten über Schändungen, mit halluzinatorischen Ergüssen über Blutreinheit, mit denunziatorischen Fingerzeigen auf „undeutsche“ Abweichler.

Deutsche Geschichte 1932-1950: Gut Lehfelde

Der polnische Staatsangehörige Dr. Dietrich Lehfeldt, Jurist und Landwirt, 29 Jahre alt, heiratete am 12. Januar 1932 die neunzehnjährige deutsche Staatsangehörige Walburg von Schönberg.

Der Nürnberger Prozeß: Rache aus Recht

Alles noch einmal: Wie Göring prahlte („Die Suppenhühner“ – gemeint waren die Zeugen der Anklage – „dürfen noch einmal gackern, den Amerikanern ein Ei legen, und dann kommen auch sie in den großen Topf“); was Hans Frank, Mordchef im „Generalgouvernement“, und Generaloberst Alfred Jodl lasen (Franz Werfel der eine, der andere Wilhelm Raabe); wie Streicher zur Hinrichtung geführt wurde (in Unterhosen und „Heil Hitler“ schreiend); was Kaltenbrunner unter dem Galgen rief („Deutschland, Glück auf!“) und Seiß-Inquart („Mit unserer Haltung helfen wir, die Zukunft unseres Volkes wiederaufzubauen.