: Kamerun

Deutsch-Sudwest: Wider die deutsche Koloniallegende

Noch im vergangenen Jahr hat die Diskussion nach einer Fernsehsendung über die deutschen Kolonien vor 1918 gezeigt, welche Assoziationen hierzulande dadurch hochgespült werden: die Vorstellung vom patriarchalisch-strengen, aber gerechten deutschen Regiment über ergebene Eingeborene, von den treuen Askari, von sauberen Farmhaus und deutscher Kulturmission in Urwald und Steppe – sie geistern noch immer herum.

Nigeria – vom Bürgerkrieg zerrüttet

In Nigeria ist der Bürgerkrieg in eine neue Runde getreten. Zweiundzwanzig Monate nach dem ersten Militärputsch, ein halbes Jahr nach der einseitigen Unabhängigkeitserklärung der Ibo-Provinz Biafra und fünf Monate nach dem Beginn des nur anfangs als Polizeiaktion getarnten Bürgerkrieges ist der Konflikt internationalisiert worden.

Für die großen weißen Schiffe der Kreuzfahrtenflotte ist die Welt gerade noch groß genug. In diesem Herbst und im kommenden Winter sind die Ziele noch weiter entfernt, sind die Preise noch niedriger: Westafrika durchs Schlüsselloch

Nirgendwo sonst auf der Welt hatte ich eine solche Landschaft gesehen. Bukolische Szenerie, erhabene Einsamkeit, die Welt am siebenten Schöpfungstag, der Mensch – wär’s möglich – noch vor dem Sündenfall.

Knigge im Katalog: Der neue Stil: knallige Bilder, trockene Texte

Die Werbekataloge der Reiseunternehmen sind auch für den Winterurlaub 1967/68 wieder farbenprächtig und zugkräftig ausgestattet, um zum Reisen und zu möglichst weiten Reisen zu verlocken: Sex am und im Wasser auf den Titelblättern, gischtende Meereswellen, Flugzeuge in Schockfarben und die ganze Welt in bunten Bildern, von der Air-Safari in Afrika und dem Schnee in der Hohen Tatra bis zum tätowierten Amazonas-Indianer.

Nigerianische Zwietracht

Nigerias Militärregierung macht derzeit verzweifelte Anstrengungen, um den totalen Zerfall des bevölkerungsreichsten Staates auf dem Zerfall des Kontinent zu verhindern.

Notizen für Reisende

Eine teure, aber erlebnisreiche Reise verspricht die Schiffs-Safari und Flugreise ab München oder Marseille bis Douala, weiter durch Nordkamerun zum Tschadsee und zurück mit dem Flugzeug nach Paris und Frankfurt zu werden.

Politische Safari

25 000 Kilometer, vier Staatsbesuche und zwei Privatvisiten brachte Bundespräsident Heinrich Lübke hinter sich, seit er am 21.

Ehrensold für alte Neger

Bundespräsident Heinrich Lübke, der im Februar zu einer dreiwöchigen Afrika-Tournee aufbricht, darf vor allem in den Republiken Kamerun und Togo des Jubels von glücklichen Negern gewiß sein.

Bund der "Französischen"?

Dreizehn Staatsoberhäupter des französischsprechenden West- und Zentralafrika und von Madagaskar versammelten sich vorige Woche in der mauretanischen Hauptstadt Nouakchott, um die Grundlagen ihrer Zusammenarbeit zu überprüfen.

Gesundheit aus der DDR

Im vergangenen Jahr schluckten die Schreibtische des Bundesgesundheitsministermms diverse Auswärtspressemeldungen "Nur für den Dienstgebrauch". Aneinandergereiht besagen sie soviel: Am 6.

Im Mittelpunkt der Rhythmus

Auf den europäischen Festspielwiesen werden die Fahnen eingerollt. Als eine der letzten holte man am Sonntagabend die rotweißrote mit dem schwarzen Bären ein: Die Berliner Festwochen 1964, die vierzehnten nach dem Kriege, sind beendet.

Afrikas zweite Revolution

Die erste Phase der afrikanischen Revolution stand im Zeichen des Nationalismus. Der schwarze Mann erhob sich gegen den Weißen.

Ist Afrika ein hoffnungsloser Fall?

Die Ereignisse der letzten Wochen in Sansibar, Tanganjika, Uganda und Ghana haben den Blick der Weltöffentlichkeit wieder auf Afrika gelenkt.

Streit um die Bohne

Seit 1956 wirbeln die Kriegstrommeln im Streit um die Kakaobohne. Produzenten und Abnehmer von Rohkakao glaubten sich wechselweise durch den anderen auf dem internationalen Markt übervorteilt.

Politik oder Sport?

In den Straßen von Baden-Baden wehen die Flaggen von III Nationen, und vor dem Kurhaus steht – symbolisch für die kraftvolle Idee der olympischen Weltbewegung – ein mächtiger Block von Olympiafahnen.

Zeitraffer

Nach langen Verhandlungen wurde am Wochenende in Jaunde, der Hauptstadt Kameruns, ein auf fünf Jahre befristetes Assoziierungsabkommen zwischen der EWG und 18 unabhängigen afrikanischen Staaten – zumeist ehemals französischen Kolonialgebieten – unterzeichnet.

Begegnung unter einem Unglücksstern

Das deutsche Wirtschaftswunder erfüllt die jungen Völker Afrikas mit großer Hoffnung für ihre eigene Zukunft." Mit diesen Worten verabschiedete sich am Freitag in Frankfurt Kameruns Staatspräsident Amadou Ahidjo nach einem mehrtägigen Staatsbesuch in der Bundesrepublik.

Kontrastprogramm

So konnte es und so wird es nicht bei uns weitergehen. Das ergab sich während einer Verhandlung, die ich heute morgen mit meiner Frau geführt habe, wobei ich in der Badewanne saß, was für Gespräche mit einem ohnehin schon überlegenen Gegner keine günstige Position ist.

Im Labor der afrikanischen Zukunft

Wenn man aus Ibadan, der größten Stadt Schwarz-Afrikas, zurückkehrt auf das Universitätsgelände, so ist es, als habe man einen lärmenden Marktplatz hinter sich gelassen und trete in einen hohen, kühlen Saal ein.

Zeitspiegel

Weil er für eine Gruppe Deportierter, die bei einem Eisenbahntransport erstickten, eine Messe gelesen hatte, wurde in Kamerun ein katholischer Bischof des Landes verwiesen.

Kein Platz für Neutrale?

Gehört Kamerun zu Europa – und Österreich nicht? Werden der Kongo und Mauretanien bald enger mit der neuen europäischen Gemeinschaft verklammert sein als Schweden und die Schweiz? So absurd die erste dieser beiden Fragen klingen mag – die zweite führt heran an die in der Tat ein bißchen absurde Wirklichkeit des Jahres 1962.