: Kammermusik

Mit Gebrumm

Sie komponiert digitale Kammermusik mit Geräten vom Flohmarkt: Anne Laplantine, Französin in Berlin

Lichte Kammermusik

Simon Rattle dirigiert an der Amsterdamer Oper seinen ersten "Tristan"

Schallplatten

Der große Bandoneonist kehrt nicht zurück auf den Tanzboden, bleibt, sich treu, mit seinem Quintett (Klavier, Geige, Kontrabaß, Gitarre) auf dem Konzertpodium: reine Kammermusik, fein, aber nicht zu virtuos gespielt, die Kompositionen von lauernder, unruhiger Dramatik, die melancholischen Melodien durchsetzt von plötzlichen und vorbereiteten Synkopen.

Die neue Schallplatte

Johann Sebastian Bach: „Kammermusik“. Gewiß, gewiß. Mit Barockmusik auf alten Instrumenten, seien sie nun original, seien sie historischen Vorbildern nachgebaut, werden wir in den letzten drei, fünf, zehn Jahren überschwemmt, und die ständigen Seufzer-Drücker, das andauernde „Ach, weh!“ oder die sentimentalisierten Legati, die sich aufbauenden und wieder abschwellenden Töne – gelegentlich glaubt man protestieren zu sollen: Mein Gott, schaut euch doch die barocken Fürstenproträts an; die Herren waren keine weichlichen Sensibilissimi! Aber dann hört man, wie Reinhard Goebei eine Linie zäsuriert und artikuliert, wie er sich gegen ein hochvirtuoses und messerscharf geschlagenes Cembalo von Robert Hill durchsetzen muß; oder gegen das Empfindlich-Empfindsame, aber vor allem auch so Akkurate von Henk Bouman; zieht Parallelen von dort zu den Flötensonaten mit Wilbert Hazelzet; erkennt namentlich in den unglaublich feinen, delikaten, samtigweichen und dann doch entschieden klaren Linien und Akzent-Tönen der Gamba von Jaap ter Linden, was heute auf Instrumenten möglich ist, die Johann Sebastian Bach gewiß auch gekannt haben könnte, auf denen er aber niemals wohl so perfekt seine Musik gehört hat – er hätte sich keine einzige seiner ernsten Klagen auch nur hinter der vorgehaltenen Hand erlaubt.

Neue Schallplatten:: Kammermusik

Ich habe heute einige Kammermusikwerke Zusammengestellt, die durch das vollendete Ebenmaß, mit dem sie dargeboten werden, durch die echt musikantische Einstellung der ausübenden Kunstler zu gleicher Zeit bei außergewöhnlichem Können der Aufnahme-Ingenieure, Beispiele dafür bieten, welch befriedigende geistige und klangliche Einheit erreicht werden kann.

Ohne Stammpublikum

Am Staatstheater in Braunschweig wirkt ein junger Kapellmeister: der Hindemith-Schüler Heinz Zeebe. Seiner Initiative und der verständnisvollen Unterstützung durch die Stadt sind die „Festlichen Tage neuer Kammermusik“, die kürzlich zum zweiten Male in Braunschweig stattfanden, zu danken.

Musik in Hitzacker

In dem Elbestädtchen Hitzacker brachte man auch dieses Jahr wieder an zehn „Sommerlichen Musiktagen“ wertvolle deutsche „Kammermusik aus drei Jahrhunderten“ einer aufnahmefreudigen Hörerschaft nahe Dieser entschlossene Kulturwille ist dankenswert.