: Karl Steinbuch

Zeitspiegel

Auf dem CSU-Parteitag in München schmückten die bayerischen Unionschristen ihre Strauß-Geburtstagsfeier mit professoralen Referaten.

Die technologische Lücke

In wenigen Jahrzehnten werden die klassischen europäischen Industrienationen in der Weltrangliste nach technologischer, wirtschaftlichen und politischer Bedeutung nicht mehr unter den Erstplacierten sein.

ZEITSPIEGEL

Die Freien Demokraten haben ein unbestreitbares Talent, sich an den heiligsten Gütern der Nation zu vergreifen. Nicht einmal vor dem kostbaren Image jenes Automobils, das in Baden-Württemberg produziert wird und von dessen Kühlerhaube der gute Stern auf allen Straßen leuchtet, machten sie halt.

Gerhard Szczesny 70

Für die „dialektische“ Verschiebung der Begriffe links und rechts, sowie für das Auseinanderdriften bundesdeutscher Intellektueller während der letzten 25 Jahre, scheint mir Gerhard Szczesnys curriculum vitae Zeichen gesetzt zu haben.

Zeitmosaik

Beunruhigt von der Beschlagnahme des Films „Das Gespenst“ durch die Stuttgarter Staatsanwaltschaft und den sich mehrenden Akten verbaler und administrativer Kulturfeindlichkeit weist das P.

Warner, Weismacher und Wichtigtuer

Rechtzeitig zur Wahl kommt das Lamento der Renegaten und Dissidenten gedruckt auf den Büchertisch. Gemeinsam warnen sie, geben Notsignale, wollen die Demokratie, wenn nicht gar gleich das Vaterland retten.

Die Erforschung der Zukunft

Im letzten Jahr haben insbesondere zwei bedeutende deutsche Physiker, der Direktor des Instituts für Plasmaphysik des Kernforschungszentrums in Jülich, Wilhelm Fucks, mit seinen „Formeln der Macht“ und der Ordinarius an der Technischen Hochschule in Karlsruhe, Karl Steinbuch, mit seinem Werk „Die informierte Gesellschaft“, die Aufmerksamkeit vieler Leser auf die Notwendigkeit einer systematischen Erforschung der Zukunft gelenkt.

Die Evolution der Automaten

Kann die Maschine den Menschen durchschauen? – Die Kybernetik hat die Grenze einer technischen Methodenlehre überschritten

Informiert statt formiert

Der Direktor des Instituts für Nachrichtenverarbeitung und -Übertragung an der Technischen Hochschule in Karlsruhe beginnt seinen Bericht über die Geschichte und die Zukunft der Nachrichtentechnik mit einigen lapidaren Feststellungen: „Information ist Anfang und Grundlage der Gesellschaft“, und „Die Nachrichtentechnik hat enge Bindungen zur Zukunftsforschung.

Oetker baut Bielefeld ein Museum – Springer stiftet Berlin eine Calder-Plastik – Reemtsma schenkt Hamburg ein Barlach-Museum – In Selb und Wolfsburg bestimmen Rosenthal und das Volkswagenwerk das kulturelle Leben. Was steckt dahinter? Mäzenatentum oder Prestigesucht, Liebhaberei oder schlicht und einfach Reklame?: Was Manager mit Kunst machen

Xerox Corporation finanziert Jubiläumsausstellung im Modern Art Museum; BASF-Symposion: Kunst und Kunststoff; Ikonen-Verkaufsrekord im Kaufhof; Dali bei Karstadt; Hannover sucht Arbeitskräfte: Experiment Straßenkunst.

Kein Zwang zum Glück

Man mag darüber streiten, ob die SPD gut daran tat, 1972 einen neuen, noch wenig präzisierten Begriff wie den der Lebensqualität in ihr Wahlprogramm aufzunehmen.

Braucht die CDU einen neuen Kurs?

Der Rat ist mit Vorsicht zu genießen: Die CDU solle doch endlich eine konservative Partei werden. Mit Vorsicht vor allem dann, wenn der Ratschlag von politischen Konkurrenten stammt.

HANS ALBERT: Reform ohne Revolution

Das war eine butterweiche Entgegnung.“ So kritisiert heute Hans Albert mit Zorn in der Stimme die Antwort Theodor W. Adornos auf den berühmt gewordenen Vortrag Karl R.

„Systems 69“

Die gleicherweise notwendigen Tendenzen einerseits zur zunehmenden Vermehrung technokratischer Elemente und andererseits zur zunehmenden Demokratisierung der Entscheidungsprozesse in der Gesellschaft bedürfen dringend der Entwicklung von humanen Gesamtkonzeptionen, welche die jeweiligen Spielräume und die Möglichkeiten eines sinnvollen Zusammenspiels berücksichtigen.

Wir sind die Hinterwelt

Es ist eine der bleibenden Errungenschaften des ablaufenden Jahres 1968, daß der Vielschichtigkeit unserer gesellschaftlichen Nöte zum Trotz ein terminus technicus gefunden wurde, der das Deutschland von 1968 in zehn Buchstaben vollständig erfaßt.

Moral des Friedens

Ausgerechnet die Polen sollen sich wieder einmal dem Zwang der Großordnung fügen, und ausgerechnet wir Deutschen bringen mit bitterem Mitleid Walesa die Grenzen der Freiheit im Nuklearzeitalter bei? Das wäre ein unziemlicher Zynismus, den sich das historische Gespenst, das wir immer gern Weltgeist genannt haben, mit beiden erlaubte.