: Klaus Lemke

"Yung": Der Teenager

Henning Gronkowski erzählt in "Yung" vom Sex- und Partyleben junger Berlinerinnen. Roh soll sein Film sein, schockierend.

"Harms": Endlich Gangster!

Wie sich Heiner Lauterbach in einem Film über harte Männer mit weichen Herzen neu erfindet: "Harms" von Nikolai Müllerschön.

K I N O : Immer auf dem Sprung

"Der schöne Tag", von dem Thomas Arslans neuer Film erzählt, ist ein Tag im Leben der 21-jährigen Deniz. Am frühen Morgen verlässt sie das Bett ihres Freundes, dann ist sie viel unterwegs, trifft Bekannte und Unbekannte, trennt sich wie nebenbei von ihrem Freund und ist am nächsten Morgen um mindestens eine Ungewissheit reicher

Regisseur Klaus Lemke: Berlin ist Bombe

"Berlin für Helden": Klaus Lemke, der letzte Cowboy des deutschen Films, dreht zum ersten Mal in der Hauptstadt. "Man muss die Leute bewegen – nicht die Kamera", sagt er.

München: Das Prinzip Dorf

Lange haftete München der Ruf der biederen, kleinen Großstadt an. Plötzlich schwärmen alle von den Clubs, den Designern, den Möglichkeiten dieser Stadt. Zu Recht?

© Maria Schulz/Film+

Deutscher Film: Mehr Verrücktheiten!

Die Zukunft ist digital, sagt Cutter Peter Przygodda. Der 67-Jährige prägte in den Sechzigern die Ästhetik des Autorenfilms. Heute vermisst er im Kino Experimentierfreude

Immer auf dem Sprung

Thomas Arslan zieht durch Berlin: "Der schöne Tag"

Im Kino

"Party Girl" von Nicholas Ray. Einer seiner schönsten Filme in Wiederaufführung (früher hieß er bei uns "Mädchen aus der Unterwelt", 1958).

Filmtips

"Die Frau mit der 45er Magnum" von Abel Ferrara. Männliche Gewaltphantasien, projiziert auf eine Frau. Weswegen sie, um gewalttätig reagieren zu dürfen, zuerst männliche Gewalt erleiden muß.

Filmtips

"Der Preis fürs Überleben" von Hans Noever spielt in einer amerikanischen Provinzstadt, Ein leitender Angestellter verliert seinen Job, kauft sich im Supermarkt ein Gewehr und erschießt fünf Manager seiner Firma.

Der Filmemacher Klaus Lemke: Alle Träume werden wahr

Über einen Mangel an öffentlicher Anerkennung kann sich Klaus Lemke in letzter Zeit gewiß nicht beklagen. Vor zwei Wochen bekam er, für seinen Fernseh-Film "Amore", einen Adolf-Grimme-Preis in Silber (die Verleihungszeremonie muß, glaubt man Lemke, eher einem Staatsbegräbnis geglichen haben), und die Wiesbadener Filmbewertungsstelle (FBW), ein traditionsreiches Institut für gehobenen Nonsens, fand seinen neuen Kino-Film "Ein komischer Heiliger" sogar "besonders wertvoll".

Zeitmosaik

Mit meiner Generation hat sich die Dietrich künstlerisch nie verbündet. Vielleicht, weil sie auch von uns glaubt, daß wir ihr lediglich um zu erfahren, ob sie sich noch bücken kann, Orchideen zu Füßen legen. Hier irrt sie ausnahmsweise.

Lebenslängliche von Santa Fu

Die Insassen der Strafanstalt Hamburg-Fuhlsbüttel, die Santa Fu genannt wird, spielen Gericht. Sie konstruieren einen Prozeß, bei dem drei "Lebenslängliche" die Rollen der Angeklagten übernehmen und ihren eigenen tatsächlichen Fall noch einmal aufrollen: Nach einer Zechtour hatten sie einen Seemann beraubt und umgebracht.

Momentaufnahme dumpfer Wut

Vor sieben Jahren noch galt Klaus Lemke als eines der hoffnungsvollsten Talente des jungen deutschen Kinos. Seine beiden ersten Spielfilme, "48 Stunden bis Acapulco" und "Negresco", sperrige Träume eines Schwabinger Cineasten vom glamourösen Duft der großen weiten Welt, gehörten zu den exemplarischen Manifestationen der "Münchener Gruppe", die sich längst in alle Winde aufgelöst hat.

Entzauberter Untergrund

Gabi sucht einen Mann, den sie schnell heiraten kann, damit sie nicht ausgewiesen wird. Sie läßt sich herumreichen, lernt viele Leute kennen, aber ihre „Odyssee durch den Underground“ bleibt erfolglos.

Mit ernster schwarzer Ironie

Dieser Film ist die Geschichte eines Jungen namens Mischa... Die Themamelodie in Klaus Lemkes Film stammt aus dem McCartney-Beatle-Lied "Teddyboy": "This is the story of a boy named Ted.

Protest als Ware

Als ich vor fast zwei Wochen einen offenen Brief des jungen Linksliteraten Bernhard Vesper an den Filmregisseur Klaus Lemke las (wir sollten ihn veröffentlichen), dachte ich: was geht das die ZEIT an und ihre Leser, wenn die jungen Anarchisten sich gegenseitig abschießen wollen? So ist das ja nun einmal in der Anarchie: daß sie nicht nur von den Zwängen verkrusteter Gesellschaftsordnungen befreit (dann wäre es für einen liberalen Intellektuellen leicht, sie zu lieben), sondern daß sie auch dem gegenseitigen Abschießen, einst Freund nun Feind, heute rot morgen tot, nichts entgegenzusetzen hat.