: Klaus Rainer Röhl

Flucht in den Freitod

Das Ende eines vertanen Lebens ist immer traurig", schrieb die Londoner Times zum Tode von Ulrike Meinhof. Dieser eine Satz zeugt von mehr Menschlichkeit und Einfühlung in die Lage der gescheiterten Revolutionärin als das "Mord"-Geschrei ihrer Gefolgschaft, das Lamento der Baader-Meinhof-Anwälte und der Versuch der Wegbegleiter des Terrors, die Bundesrepublik als faschistischen Staat zu diffamieren, weil sie sich der Gewalt mit den Mitteln des Rechts zu erwehren sucht.

Die Zeitschrift "konkret" ist wiederauferstanden : Kiosk-Rivalen

Da liegen sie nun uneinträchtig nebeneinander an den Kiosken, die beiden Nachfahren des einstigen Links-&-Nackt-Magazins "konkret", das vor einem Jahr in den Konkurs gegangen war, nachdem ein paar Redakteure den "konkret"-Miterfinder und Herausgeber Klaus Rainer Röhl und einige seiner Gefolgsleute hinausgedrängelt hatten: Röhl setzte seine alte Zeitschrift damals sogleich in einer Schrumpfform fort; sie mußte ein paarmal den Titel wechseln, heißt jetzt "das da" und hält sich wirtschaftlich gerade so eben über Wasser, "konkret" selbst, in der Hand der Anti-Röhl-Fronde verblieben, schien tot.