: Kurt Hager

K U N S T : Der Künstler an der Macht

Um Willi Sitte, den Maler und Funktionär der DDR-Kunst, ist ein heftiger Streit entbrannt. Was sagen die Dokumente?

Heuchelei in Stein

Stefan Heyms Architektur-Roman aus den sechziger Jahren ist literarisch schwach, aber thematisch stark

Loyale Mandarine

Ralph Jessen über die Hochschullehrer im SED-Staat

Schlamm und Diamanten

Große Entdeckung im Nachlass: Peter Weiss' erster Roman "Die Situation"

Eiserner Vorhang, kalte Zeit

Deutschland Ost contra Deutschland West - und die Künstler zerissen. Fritz J. Raddatz schreibt von Autoren und Fanatikern, Regisseuren und Politruks, von Dramen und Komödien

Angeklagt: Der Verband deutscher Schriftsteller: Gekungel

Die Schriftsteller stecken im Schlamassel. Der Vorwurf an ihren westdeutschen Berufsverband lautet: Unter dem Vorsitz von Bernt Engelmann sei die Verbandspolitik mit der DDR abgestimmt, wenn nicht sogar von der DDR gelenkt worden.

Wie lange durfte man als Intellektueller Kommunist sein? Haben die deutschen Linken die Dissidenten des Ostens im Stich gelassen? Verdient die Idee des Sozialismus heute noch Unterstützung? Der tschechische Schriftsteller Pavel Kohout im Streitgespräch mit Fritz J. Raddatz: Der Kalte Krieg in den Köpfen

Fritz J. Raddatz: In Ihnen nistet offenbar ein gewisser Groll, und zwar seit langem, daß die liberale oder linksliberale Öffentlichkeit in der Bundesrepublik kommunistische Dissidenten eher stiefmütterlich, wenn nicht gar schlecht behandelt hat.

Heute vor fünf Jahren wurde das berühmte SPD/SED-Papier über den "Streit der Ideologien und die gemeinsame Sicherheit" veröffentlicht. In der DDR gab es ein so gewaltiges Echo, daß die SED-Spitze nervös wurde. Nun steht auch die SPD wieder dazu: Der General ging unter die Decke

Am Ende kamen, frei nach Karl Marx, die ideologisch so verfestigten Begriffe und Verhältnisse doch ins Tanzen. Und die Melodie, die ihnen vorgespielt wurde, war hochpolitisch.

Lebenslänglich Bundesbürger

Gerhard Schürer war noch vor drei Jahren Mitglied des Politbüros der SED. Wenn er heute auf seinen Balkon hinaustritt, hat er die Niederlage vor Augen: Tief unten, vor seinen Füßen, liegen letzte Trümmer des antifaschistischen Schutzwalls; rechts flanieren die Touristen durchs Brandenburger Tor.

Der Traum im Tellereisen

Erinnerung an den Dichter Peter Huchel – am Ende der Akademie der Künste der DDR

Die zweigeteilte Geschichte

Ost-Berlin, an einem Samstagmorgen Ende April. In der Klubgaststätte Karl-Liebknecht-Allee 30 versammelt sich eine knappe Hundertschaft von Historikern, um einen unabhängigen Historikerverband der DDR zu gründen, ein Fernsehteam aus West-Berlin hält die Szene fest.