: Kurt Hager

Die Erben halten Kurs

WEST-BERLIN. – Bei Beerdigungen und in Jubiläumsfeiern pflegen Redner manches zu verschweigen und zuweilen sogar dreist zu lügen.

Er mauert wieder

Seit 27 Jahren ist der Staat der deutschen Kommunisten nach Westen zugemauert. Nun mauert Erich Honecker auch nach Osten. Er dichtet Türen ab und verklebt Fensterritzen: Der Wind des Wandels, der seit Gorbatschows Amtsantritt immer mächtiger aus Moskau weht, soll in der DDR keinen Einlaß finden.

Änderung in der SED-Spitze: Immer schön im Kreis herum

Auf Erich Honecker paßt genauso gut, was Wolf Biermann einst über Walter Ulbricht schrieb: "Also schreitet dieser voran im Kreise/ und sieht auch vor sich nichts, als abertausendmal eigene Spur im Lehm/ Jahr für Jahr wähnt er also, der Einsame/ den Weg zu gehen der Massen.

"Was soll uns das schon bringen?"

Die DDR-Autobahn in Richtung Norden war fast leer. Im Autoradio dudelte Musik, unterbrochen von Nachrichten. Kohls Moskau-Besuch rangierte im DDR-Sender unter "ferner liefen".

SPD-SED-Grundsatzdisput: Wetterleuchten

Nur ein paar Worte der Begrüßung, und schon sind sie mitten in der Sache: Sozialdemokraten von der SPD-Grundwertekommission und Kommunisten von verschiedenen gesellschaftswissenschaftlichen Instituten der SED.

Tor auf? Tür zu!

Gefährliche Bücher – gibt es die? "Da sagt einer: ‚Ich merke es an mir selber: Dies Buch ist schädlich.‘ Aber er warte nur ab, und vielleicht gesteht er sich eines Tages, daß diesselbe Buch ihm einen großen Dienst erwies, indem es die versteckte Krankheit seines Herzens hervortrieb und in die Sichtbarkeit brachte.

Wolf Biermann: Mir nach! Mir nach!

Mit der vorgezogenen Amnestie haben Sie gute Luft für Ihren Besuch gemacht, und hier drüben wird kein Aas Sie peinlich mit der Frage behelligen, ob die Amnestierten ihrerseits Ihnen eine Amnestie gewähren.

Lust und Last der "Leiter"

Die Führungsspitzen der DDR: Häuser bauen ist ihnen wichtiger als Fahnenhissen

DDR

Trivialpoesie geht davon aus, daß jedes geschriebene oder ausgesprochene Wort wahr ist... Wenn man alles zitieren und sich auf alles berufen kann, dann muß es auch möglich sein, nichts zu zitieren und sich auf nichts zu berufen.

Honecker im Zenit der Macht

Ein richtiger Trapper stirbt im Sattel", sagt ein jetzt im Westen lebender Künstler von drüben, der sich in der Funktionärshierarchie der DDR auskennt.

Zuviel der Sorge, zuviel der Hoffnung

Der erste, der kam, war der Alte Fritz. Er kam hoch zu Roß und war der Vorreiter einer Wende, die sich derzeit in den deutsch-deutschen Beziehungen anbahnt.

Offenes Visier

Dresden, der Kirchentag in der Elbemetropole, sei ein "mittelgroßes Wunder" gewesen, sagte zum Abschluß des Treffens der Hunderttausend sein Organisator, der langjährige sächsische Synodalpräses Johannes Cieslak.

Lex Havemann: Maulkorb für das Volk der DDR

Die Partei- und Staatsführung der DDR scheint wirklich zu glauben, daß ihr das Wasser bis zum Hals steht. Anders ist die rigorose Verschärfung der Staatsschutzbestimmungen im DDR-Strafgesetzbuch nicht zu erklären.

Klassenkampf bleibt unveränderte Tagesaufgabe

Aus dem Inferno des imperialistischen Krieges und dem Feuer der Novemberrevolution, aus dem Sumpf des Opportunismus und Sozialchauvinismus erhob sich vor 60 Jahren – wie der Phönix aus der Asche – die revolutionäre Partei des deutschen Proletariats, die Kommunistische Partei Deutschlands.

Für Patrioten ohne Probleme

Der Titel der amerikanischen Parallelausgabe ist nicht minder anzüglich: "Der Staat, der aus der Kälte kam". Der Verfasser wirkt als außenpolitischer Korrespondent für Englands liberales Top-Blatt, den Guardian.