: Leonard Bernstein

Moondog: Ein Prophet des Pop

Der Musiker, Komponist und skurrile Außenseiter Moondog wäre jetzt 100 Jahre alt geworden. Warum klingt er so gegenwärtig?

Kent Nagano: Kreuzung aus Schostakowitsch und Zappa

Mit Kent Nagano könnte Hamburgs Klassikszene aus dem Takt geraten. Endlich! Der neue Opernchef wagt kühne Sprünge durch Epochen und hat einen großen Sinn für neue Töne.

Sterbehilfe-Debatte: Ein Cowboy sagt Adieu

Nicht mehr Theorie, sondern Praxis: Der selbst gewählte Tod des Udo Reiter macht aus einer Ethikdebatte eine erschreckend konkrete Sache.

M U S I K : Rinder ohne Brandzeichen

Der Dirigent Michael Tilson Thomas entdeckt mit seinem San Francisco Symphony Orchestra die Helden und Außenseiter in der amerikanischen Musik des 20. Jahrhunderts. Im globalisierten, internationalen Orchesterbetrieb, sagt er, werde es immer wichtiger, Identifikationsmöglichkeiten für das Publikum zu schaffen und die lokalen Bezüge zu stärken

Schallplatten

Kennern der amerikanischen Opernszene ist die aus Portsmouth, Ohio, stammende, von Thomas Schippers entdeckte, dann von Leonard Bernstein beratene und schließlich von James Levine geförderte Sopranistin längst mit den lyrischen Koloraturen von Zerlina bis Zerbinetta bekannt.

Ich soll den Helden spielen? Niemals!

Als er vor siebzehn Jahren, 1959, Paris verließ, hatte Pierre Boulez bereits eine erste Karriere hinter sich: 1945 hatte er das Conservatoire mit einem ersten Preis verlassen, 1948 war er musikalischer Leiter von Jean-Louis Barraults Theater geworden, wenig später versuchten seine „Domaine musical“, die neue Musik einem breiteren Publikum näher zu bringen.

Schallplatten

Leonard Bernstein war klug beraten, daß er die konzertante Aufzeichnung aktweise – mit jeweils einigen Monaten Zeitabstand – vornahm.

Lydia Schierning empfiehlt Schallplatten

Giuseppe Verdi: „Don Carlos“; Tebaldi, Bumbry, Bergonzi, Fischer-Dieskau, Ghjaurov, Chor und Orchester des Royal Opera House Covent Garden, Leitung: Georg Solti; Teldec SET 305/08, bis 30.

Zeitmosaik

Der Werbefilm hat seine eigenen Gesetze. Das Natürliche wirkt schäbig, wenn man es nicht künstlich hochreißt... Da ging es beispielsweise um ein Deodorant, das von einem nackten Mädchen angepriesen wird.

Schallplatte

Ludwig van Beethoven: „Symphonie Nr. 5 / Klavierkonzert Nr. 4 / Leonore Nr. 3.“ Letzten Oktober spielten Claudio Arrau und das Symphonie-Orchester des Bayerischen Rundfunks unter Leonard Bernstein in München ein Beethoven-Konzert zugunsten von Amnesty International – über den hehren Zweck hinaus ein künstlerisches Ereignis von hohem Rang.

Schallplatte

Immer wieder die gleiche Frage: Kann Musik politisiert werden? Henze versucht es über politische Texte und symbolisierende Instrumentationen.

Ein paradoxes Volk

Dreizehn Lieder über Gedichte aus dreihundert Jahren – Amerika, wie es sich selbst sieht

Wie gefährlich ist AIDS?

Sektkorken knallten. In der Zentrale der Weltgesundheitsorganisation in New York feierten die Seuchenmediziner ihren Triumph.

DIE NEUE SCHALLPLATTE

Fünfzehn Jahre nach seiner Rückkehr aus dem modernistischen Westen gestand Prokofieff 1948 in einem in der Prawda gedruckten Offenen Brief an den sowjetrussischen Kunstpapst Chrennikow, er habe sich „unzweifelhaft der Atonalität schuldig gemacht“, und gelobte, nach „einer klaren musikalischen Sprache“ zu suchen, „die meinem Volke verständlich und lieb ist“.

Charisma mit Stöcken

Einer kam dabei sogar elend zu Tode. Als er am 8. Januar 1687 sein Je Deum dirigierte, stieß Jean-Baptiste Lully – wohl im Zorn über die schlaffen Musikanten – den mit einer Metallspitze besetzten Dirigentenstab nicht wie üblich auf den Boden, sondern sich direkt durch den Fuß.