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Libyen: Kommt es zum Bürgerkrieg?

  • Seit dem Sturz des Gaddafi-Regimes 2011 ist Libyen weitgehend ohne staatliche Autorität. Die seit Dezember 2015 amtierende Regierung von Fayiz as-Sarradsch kontrolliert Teile Westlibyens und die Hauptstadt Tripolis. Der ehemalige General Chalifa Haftar beherrscht den Osten des Landes. Zunehmend versucht Haftar auch andere Teile des Landes einzunehmen. Anfang April begannen Haftars Truppen Richtung Tripolis zu marschieren.
  • Im Zuge von Haftars militärischer Offensive auf Tripolis sind bisher rund 3.400 Menschen vertrieben worden. Vermittlungsversuche mehrerer UN-Gesandter zu einer Beilegung des Konflikts scheiterten.
  • Libyen gilt als wichtiges Transitland afrikanischer Geflüchteter auf der Mittelmeerroute. Die Europäische Union unterstützt as-Sarradschs Regierung dabei, Migranten an der Überreise zu hindern. Gegenwärtig sollen sich rund 6.000 Flüchtlinge in Gefangenenlagern befinden. Zwangsarbeit und Vergewaltigungen werden von internationalen Organisationen wie dem UNHCR kritisiert.
  • Vor der libyschen Küste rettet die Hilfsorganisation Sea-Eye Migranten aus Seenot. Die Organisation unterhält derzeit das einzig verbliebene private Rettungsschiff, Alain Kurdi. Im Sommer 2018 hatte Libyen das Kommando für die Rettungseinsätze im zentralen Mittelmeer übernommen, dabei kommt laut Rettungsorganisationen immer wieder zu Problemen.
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Matteo Salvini: Als befände er sich im Krieg

Italiens Innenminister werden obskure Geschäfte mit Russland vorgeworfen. Statt sich zu verteidigen, attackiert er weiter private Seenotretter und Migranten – mit Erfolg.

Libyen: Ohne Ausweg

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Mehrere Staaten sind in den libyschen Bürgerkrieg verwickelt, auch europäische – mit entgegengesetzten Interessen. Derweil sitzen Abertausende in überfüllten Lagern fest.

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Carola Rackete: Im Namen eines höheren Gesetzes

Wo die Verteidigung von Menschenrechten zur Straftat wird, ist ziviler Ungehorsam das Gebot der Stunde: Carola Rackete lehrt uns, wie man die Demokratie festigen kann.

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"Sea-Watch 3": Gerettet, und dann?

Menschen in Seenot muss nach geltendem Recht geholfen werden. Doch zur Frage, wer sie aufzunehmen hat, klafft eine Lücke im Gesetz.