: Liselotte Funcke

BONNER TÖNE

Schon 1973 führte die von einer Mehrheit in der sozialliberalen Koalition betriebene Reform des Abtreibungsparagraphen zu heftigen Debatten.

Alle suchen eine Heimat

Gibt es eine Ausländerpolitik in der Bundesrepublik? Manfred Rommel, CDU-Oberbürgermeister von Stuttgart, ist ein ehrlicher Mann und gibt zu, es nicht zu wissen.

Die Bilanz der Ausländerbeauftragten: Sprachrohr der Stummen

Tausende von Briefen haben sich über all die Jahre hinweg auf ihrem Schreibtisch eingefunden. Darin schilderten ausländische Bürger ihre Probleme und Ängste – ob nun eine Behörde sich weigerte, die Aufenthaltsgenehmigung zu verlängern oder ob die Fremdenfeindlichkeit in tätliche Angriffe ausartete.

Die verkannten Helfer

Wenn an bundesdeutschen Stammtischen das Thema Ausländer hochkocht, ist das Feindbild meist schnell gezeichnet. Die Fremden schmarotzen am deutschen Sozialsystem und, schlimmer noch, stehlen den Einheimischen die Arbeitsplatze.

Die Staatsanwaltschaft hat Anklage wegen Bestechung oder Bestechlichkeit erhoben, auch gegen Graf Lambsdorff: Ein Dienstag, der Bonn erbeben ließ

Bonn, im November Die verheerende Botschaft erreichte den Minister im Brüsseler Charlemagne. Dort, im 16. Stock des Europäischen Ratsgebäudes, beriet Otto Graf Lambsdorff gerade mit seinen EG-Kollegen über die Stahlkrise der Gemeinschaft, als ihm sein persönlicher Referent die Kunde überbrachte: angeklagt! Und das nicht nur, wie erwartet, wegen Vorteilsannahme, sondern sogar wegen Bestechlichkeit.

Gastarbeiter: Mit einem Koffer voller Geld

Eine Allensbach-Umfrage brachte es ans Tageslicht: 55 Prozent der Bundesbürger sind dafür, Ausländern Geld zu geben, damit sie unser Land auf immer verlassen.

Der Wahlsieg des Kanzlers

Hat in Nordrhein-Westfalen die SPD gesiegt und die Koalition verloren? Die Sorge um den Koalitionspartner hat viele Sozialdemokraten in Bonn und Düsseldorf daran gehindert, ihren Triumph vom vergangenen Wochenende auszukosten.

Zu brav und zu bieder

Eine denkwürdige Wahlnacht war das: Die FDP traf das "Aus" völlig unvorbereitet; die Union wird an ihrer schweren Schlappe noch lange zu tragen haben; und die SPD hat den Sieg als doppelbödig empfunden, Horst Ehmke entdeckte darin "Verheerendes".

In Nordrhein-Westfalen wird gewählt: Auf der Suche nach dem verlorenen Glanz

Seit der Sozialdemokratische Landeswirtschaftsminister Erik Nölting nicht mehr von Düsseldorf aus die soziale Marktwirtschaft des CDU-Bundeswlrtschaftsministers Ludwig Erhard in Bonn bekämpft, ist Wirtschaftspolitik in Nordrhein-Westfalen eine eher langwellige Sache geworden, Und da Nölting zuletzt vor nunmehr dreißig Jahren einem Landeskabinett angehörte, hat man sich daran inzwischen gewöhnt.

Frauen als Lückenbüßer?

Wenn es hülfe, würde sich Willi Berkhahn gewiß gern noch im nachhinein auf die Zunge beißen. Der Wehrbeauftragte des Bundestages und Grundrechtswahrer für alle – männlichen – Soldaten hat an ein Tabu gerührt, mit dem eben dieser Bundestag vor einem Vierteljahrhundert die Frauen wie mit einem Gattungsgrundrecht umgab: "Sie dürfen auf keinen Fall Dienst mit der Waffe tun.

BONNER KULISSE

Nachdem immer mehr Politiker versuchen, sich mit der Forderung zu profilieren, die Steuern schon 1980 zu senken – nacheinander gingen auch die FDP-Politiker Wolfgang Mischnik, Günter Verheugen und Liselotte Funcke behutsam von der Linie "frühestens 1981" ab –, verwundert die Zurückhaltung der Sozialdemokraten.

Mörderisches Klima von Bonn

Walter Henkels, der Bonner Schlachtenbummler, spricht von der modernen Form des Selbstmords. Der Altparlamentarier Hermann Höcherl von der CSU klagte, daß Bonn einsam und leer mache.