: Louis Aragon

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Pierre Lemaitre: Zu kurze Särge

Selten hat man etwas so Spannendes zum Ersten Weltkrieg gelesen wie "Wir sehen uns dort oben" von Pierre Lemaitre. 2013 gewann der Roman den Prix Goncourt.

Elsa Triolet: Im Widerstand

Das Ende hat seinen Preis“ – so nennt Elsa Triolet ihre „Erzählungen aus der Resistance“. 1970 ist Elsa Triolet im Alter von dreiundsiebzig Jahren gestorben.

Photographie: Kunst und Beweisstück: Totenmasken zu Lebzeiten

Als Walter Benjamin 1936 das (filmische und photographische) Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit abgelöst sah vom auratischen Kultwert des einmaligen Originals, zugleich geschrumpft und vergrößert auf seinen beliebig (und politisch) verfügbaren „Ausstellungswert“, hätte wohl kaum ein Photograph davon träumen können, seinen Bildern noch, signiert oder von alten Platten kopiert, als dinglichen Kunststücken und Gegenständen hochzahlender Sammlerfreunde wiederzubegegnen.

Die Kathedrale

In der Nacht der uns umgebenden menschlichen Einsamkeit steht oft ein grenzenloses Staunen über das, was einmal an Schönheit in unseren alten Ländern war.

Louis Aragon

Frivolität and Tod, der Rausch des Traumes und die Hölle des Absturzes, Disziplin und Widerspruch, Darauf im Maxim’s und Sekt zur Parteitags rede waren die Pole, zwischen denen der jetzt mit SS Jahren in Paris verstorbene Poet und Romancier Louis Aragon sein Werk entwickelte.

Zur zeitgenössischen Lyrik in Frankreich

Über die französische Lyrik dieser Jahre etwas sagen, heißt von vornherein sich dem Zufall von Begegnungen anvertrauen, wie sie besonders seit Kriegsende bei uns stattfanden.

Zeitmosaik

Das Schweizer Fernsehen will nicht länger die Rolle eines Außenseiters spielen. Mit großem Mißvergnügen hatten die zuständigen Schweizer Stellen in den letzten Jahren feststellen müssen, daß in der Ost- und Mittelschweiz überwiegend die deutschen und in der Westschweiz die französischen Programme über die einheimischen Bildschirme flimmerten.

Jede Zeit besteht aus vielen Zeiten

Er ist Kommunist, aber verteidigt „das Vorrecht der Dichter, vernunftlos zu träumen“; er ist Lyriker – aber sein schmales poetisches Werk, in dem es schon 1947 resignierend heißt „Der Worte Wunden bluten heute nur nach innen; / Die Zeit der Wunder schwand.

Surrealismus II: Letzte Träume

Im Oktober 1972 stellte die französische Zeitschrift Les Lettres françaises ihr Erscheinen ein. Louis Aragon, der von 1953 an Herausgeber des Blattes gewesen war, verabschiedete sich von den Lesern mit einem schwermütigen Prosastück, „Der Abschiedswalzer“.

DAS LETZTE

Über Literatur in der Sprache der Guinness-Rekorde zu reden, ist evident ein Schwachsinn. Aber er hört nicht auf. Der Literaturbetrieb, mangels besserer Maßstäbe, benutzt Superlative, die nur eins verraten: daß er bloß noch Betrieb ist und von Literatur keine Ahnung mehr hat.

Der Papst des Surrealismus

In der ganzen französischen Literatur gibt es wenige, auf die man so gehört hätte, die so gefürchtet gewesen wären wie André Breton, der am 28.

Zeitlagen: Lager oder Skala?

Gern sagt man, X oder Y gehöre zum sozialistischen oder zum katholischen Lager. Wir haben den Geschmack an diesem Wort noch nicht verloren.

ZEITMOSAIK

Der Pariser Verlag Les Presses de la Cité kündigt ein großes und seltsames Unternehmen an: eine Parallelgeschichte der UdSSR und der USA von 1917 bis 1960 in drei Teilen; der kommunistische Dichter Louis Aragon schreibt den Rußland-Band, André Maurois überarbeitet seinen Amerikaband von 1943; der dritte Band soll wissenschaftliche Dokumente aus beiden Ländern enthalten.

ZU EMPFEHLEN

Dieter Kühn setzt Napoleons Biographie den in ihr schlummernden Alternativ-Möglichkeiten aus, nicht der „Mann der Stunde“ zu werden: ein faszinierend erzähltes Konjunktiv-Gedankenspiel, das scharfsinnig die Rolle von Person und Zufall, historischer Notwendigkeit und Austauschbarkeit der großen Puppen der Weltgeschichte behandelt.

Es wird eine Frau erfunden

Die Schicksale dieses bedeutenden französischen Schriftstellers in Deutschland sind ja wechsdhaft bis grotesk; mindestens vier verschiedene Verlage in der Bundesrepublik (und zwei in der DDR) legen ohne erkennbare programmatische Überlegungen mal dies, mal das vor.