: Martinique

Wer ist Franzose?

Seinen ersten Tag im Grenobler Gemeinderat wird Sahiri Aziz nicht vergessen. Der frischgebackene beigeordnete Bürgermeister des liberalkonservativen Stadtoberhauptes Alain Carignon sah sich plötzlich zwei Lokalgrößen der rechtsextremen Front national gegenüber – er, den schon Kraushaar und Name als bougnoule, als "dreckigen Araber" ausweisen, wie Le Pens Gefolgsleute giften.

Das Haus Descartes’ steht offen

Lange Zeit war die französische Sprache ein großes Haus mit offenen Fenstern und Türen. Dichter, Philosophen und Erzähler aus anderen Ländern machten Halt und ließen sich nieder.

Rote Perle in Grün

Kuba – eine karibische Schönheit, die man nicht nur zum Baden besuchen sollte

Ein Putsch und die Invasion von US-Truppen haben das sozialistische Experiment in Grenada beendet Unser Autor kennt den Alltag von Grenada und seinen Nachbarstaatenein Mikrokosmos in der Ostkaribik, in dem Kapitalismus, Sozialismus und Dritte-Welt-Problematik auf winzigen Inseln nebeneinander existieren.: Träume und Alpträume

Das Szenario war 1981 bereits festgelegt, und geübt wurde die Invasion Grenadas – auch schon im Herbst vor zwei Jahren: Damals trainierte die "Caribbean Task Force" der USA bei ihrem Manöver "Ocean Venture" unweit Puerto Ricos die Besetzung des fiktiven Inselstaates "Amber and the Amberdines", eines – so die Manöverbeschreibung – "Feindes im ostkaribischen Meer".

Keine Prämie für Abtrünnige

Als die EG-Außenminister jüngst wieder ergebnislos über den Austritt Grönlands aus der Europäischen Gemeinschaft (EG) verhandelt hatten, stand für einen dänischen Journalisten die Schuldzuweisung fest: "Die Deutschen können zwar nichts dafür, aber sie haben einfach keine Erfahrung, wie man Kolonien in die Unabhängigkeit entläßt.

Poetische Zwiegespräche

Eine hochgewachsene Mädchen-Frau geht graziös über die Erde, deren Früchte sie, einen Pflanzenarm als Stütze benutzend, auf dem Kopf trägt.

Harmonie zwischen Mitterrand und Reagan

Als Valéry Giscard d’Estaing im Dezember 1974, ein paar Monate nach seiner Wahl, seinen amerikanischen Kollegen Gerald Ford treffen wollte, flog er bis zur französischen Antilleninsel Martinique und ließ dort seine Gäste bitten.

Windjammer: Ein seetüchtiger Traum aus dänischer Eiche

Im Hafen von Liverpool dümpelte im Sommer des Jahres 1974 ein ziemlich heruntergekommener Dreimaster. Statt der üblichen Gallionsfigur zierte ein amtliches Pfandsiegel – auch Kuckuck genannt – den Bug, aus den blinden Bullaugen tränte rostiges Wasser.

Fachsimpelei über bunten Korallenriffen

Von Hamburg oder München nach Paris in zwei Flugstunden, von Paris über den weiten Atlantik in rund zehn Stunden: mitten hinein in die Inselwelt der königsblauen Karibik, auf die West-Indies, wie Kolumbus sie irrtümlich genannt hat, als er sie 1492 entdeckte, auf die Kleinen Antillen, wie sie auch heißen, oder die Windward Islands, die Inseln über dem Winde.

Filmtips

"To Have and Have Not" von Howard Hawks. Martinique zu Beginn des Zweiten Weltkriegs. Auf der Insel bekämpfen sich das Vichy-Regime und die Résistance.

Kommissare an der Gießkanne

Der Antrag wurde sorgfältig geprüft und ein ums andere Mal bedacht, ehe er schließlich abgelehnt wurde: Deutschlands Steuerzahler brauchen für einen geplanten Golfplatz auf der französischen Karibikinsel Martinique nichts beizutragen.

Waterloo an der Côte

Nizza – man denkt an Blumenkorso, Pferderennen, rollende Roulettkugeln – Müßiggang in Wärme und gleißendem Licht – lässiges Flanieren auf der Promande des Anglais – schöne braune Frauen, nur mit einigen Stoffpartikeln bedeckt, schweben auf unwahrscheinlich hohen Schuhen equilibristisch vorbei, dahinter graziöse dunkle Exemplare in allen Schattierungen von Tahiti bis Martinique.

Vor dem Auftakt zum Energie-Dialog

Im internationalen Ölpoker steht die nächste Runde bevor: Am 7. April treffen sich in Paris Vertreter der ÖIförderländer, der Industriestaaten und der Dritten Welt, um den Dialog zwischen den wichtigsten Energieexporteuren und -Verbrauchern vorzubereiten.

Otmar Emminger, Vizepräsident der Deutschen Bundesbank:: Paris kein Vorbild

Emminger: Nein. Es besteht für die Bundesbank kein Anlaß, die Goldreserven neu zu bewerten. Wie aus offiziellen französischen Äußerungen hervorgeht, dient die Neubewertung der französischen Goldreserven hauptsächlich dazu, zur Absicherung etwaiger französischer Auslandsanleihen den hohen Marktwert der Währungsreserven deutlich sichtbar zu machen und dadurch die Kreditwürdigkeit Frankreichs zu erhoben.

Die heimliche Währung

Politiker und namhafte Wirtschaftler des Westens nannten es noch vor Monaten "grotesk" und "absurd". Doch seit Ende vergangener Woche ist es in den Bereich des Möglichen gerückt: Auf internationalem Parkett werden die Umrisse einer heimlichen Goldwährung sichtbar.

Gutes Omen für den Ölpoker

Auf dem Flug von Washington nach Fort-de-France war Henry Kissinger noch kategorisch. Auf die leidige Frage nach der Energiekonferenz versicherte der amerikanische Außenminister: "Wenn die Franzosen sich auf der Konferenz als Vermittler zwischen uns und der OPEC aufspielen wollen, dann können wir das auch selber erledigen.

Worte der Woche

"Europa vergißt seine Würde, seine moralischen Werte, seine Traditionen. Es geht in die Knie. Vor wem? Es geht betteln wegen des Ölpreises.

Ölkrise – Duell oder Dialog?

Ist die Opecalypse – pardon: die Apokalypse–nahe? Haben uns die Ölförderländer am Freitag, dem 13...........................

Giscard und Ford einig

"Ich habe viele französisch-amerikanische Treffen erlebt; dies war das ertragreichste." Mit diesen Worten kommentierte der amerikanische Außenminister Kissinger die Begegnung zwischen dem französischen Staatspräsidenten Giscard d’Estaing und dem amerikanischen Präsidenten Ford auf Martinique.