: Max Bense

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Malerei: Adam Lude Döring gestorben

Er war bekannt für seine Hundertfeldkompositionen und galt als "Artist der linearen Figur". Der Maler Adam Lude Döring ist im Alter von 93 Jahren gestorben.

Meister ohne Namen

Eine Elysium-Szenerie wie aus dem Phantastischen Realismus: Vor eisbedeckten Schneegipfeln, die sich in dem ruhig-glatten Wasser eines Bergsees spiegeln, gewissermaßen auf dem Dach der Welt, stehen die Torsos verschiedener Blütezeiten der europäischabendländischen Kultur, Aphrodite und Apoll, David und der Denker, eine riesige Rocaille und Richard Wagner in Gips, korinthische Säulen und toskanische Zypressen.

LUDWIG HARIG: Jahresrückblick in Reimen

Ein Lob dem Menschenkind, das keck die Freiheit wagt! Es zog ein Mädchen aus in blanke Katastrophen, es ward getäuscht, gepreßt (ein Stoff für Philosophen), verlor sein Leben fast und hat kein Wort gesagt.

Die neue Schallplatte

Roland Kayn: "Infra". Kein Industriezweig hat wohl in den letzten Jahren so vehemente Entwicklungen in Riesensprüngen durchmachen müssen und können wie die Elektronik, genauer: die Arbeit mit Mikroprozessoren, die zusammen mit der digitalen Umsetzung aller nur erfaßbaren Werte und Daten in das Plus-Minus-System ein ganz neues Denken auch in so irrationalen Bereichen wie der Musik nötig machte.

Vom Wahnsinn der Methode

Nach einer kleinen Rede auf Nikolaus von Kues, einem "Diskurs über die Tatsache, daß links und rechts dasselbe ist", wollte mir vor kurzem ein Literaturredakteur mit theologischen Argumenten widersprechen – ohne bemerkt zu haben, daß ich mit aviatischen Mitteln gearbeitet und mit ihm, wenn schon unbedingt auf theologischem Terrain, allenfalls einen Berührungspunkt hatte, wo Aviatik und Angelismus zusammenkommen.

Statt eines Nachrufs: Postume Liebeserklärung

Nein, das werde ich dieses Mal nicht schaffen: den literarisch-kühlen Rückblick auf ein sechsundsechzigjähriges Schriftstellerleben, das Archivmaterial auf dem Tisch; der Tod von Alfred Andersch hat mich zu sehr betroffen, hat mir persönlich etwas genommen – einen Freund.

Formalismus in der Literaturwissenschaft: Experimente in Rußland

Die Wissenschaft kennt keine Grenzen! So jedenfalls stellt sie sich gern auf internanationalen Kongressen dar. Die Wahrheit ist: der Einfluß, den eine wissenschaftliche Arbeit im internationalen Maßstab hat, hängt nicht selten von der Sprache ab, in der sie veröffentlicht wurde.

Durststrecke mit rettenden Rettichen

Könnte man es doch so einfach sagen, wie jener Samuel Collenbusch aus Duisburg, von dem die Weit nie Notiz nahm, der aber am 23.

Kunstkalender

Die erste Gedächtnisausstellung für Karl Kunz, 70 Bilder aus den Jahren 1946 bis 1970, das Werk eines Außenseiters, der sich in dieser Rolle wohl fühlte, weil sie ihm totale Unabhängigkeit garantierte, der sich in Dantes Inferno besser zurechtfand als in der bundesrepublikanischen Realität.

Gute Prosa über Lyrik

Wie spricht man über Lyrik? Lange Zeit galt es als ausgemacht, daß dies in halbwegs lyrischem Ton, in annähernd poetischer Diktion zu erfolgen habe.

Der Mythos des Fortschritts

Es traf sich mehr oder weniger zufällig, daß ich in kurzer Zeit vier Bücher zu Fragen moderner Ästhetik las – mit dem Ergebnis, daß mir unklar wurde, was den Autoren jeweils sonnenklar war: Antrieb, Begründung und Bedeutung des Kunstwerks.