: Max Dauthendey

Licht-Präludien

Ein Heft der "horen" mit Indienerfahrungen deutscher Schriftsteller

50 + 38 = 2 × heute

Hanne Darboven schreibt. Keinen Roman, keine Gedichte, sondern nur so. Aber, was heißt hier nur so. Schreiben, das Rauf und Runter der Feder oder des Stifts, das Füllen der Zeilen von links nach rechts und der Seiten von oben nach unten, ist ihr Leben, ihr Überleben, ihre Kunst.

Andere Klassiker

Es ist traurig anzusehen", meint Goethe, "wie ein außerordentlicher Mensch sich gar oft mit sich selbst, seinen Umständen, seiner Zeit herumwürgt, ohne auf einen grünen Zweig zu kommen.

Großer Aufwand ist vertan

leider nicht mehr zu retten. Denn das, woran dieses in langjähriger Arbeit entstandene Nachschlagewerk vor allem krankt, läßt sich zwar mildern oder vertuschen, doch nicht mehr ändern: Ich meine seine Mentalität.

Wie Literatur gemacht wurde

Als ich vor einigen Wochen den Verleger und Freund Kurt Wolff an seiner letzten Verlagsstätte, im Esplanade Hotel über Locarno, besuchte, war ich erstaunt, daß nun nach schwerer Operation der Sechsundsiebzigjährige wieder aussah und sich gab wie in jener blühenden Zeit gemeinsamer literarischer Arbeit vor fünfzig Jahren: sehr schlank und hochgewachsen, in betont und bewußt aristokratischer Haltung, mit elegant flatternden Gesten der Hände und einem liebenswürdig-ironischen Lächeln im schmalen, langen Gesicht überlegen sich distanzierend und zugleich selbstsicher Urteile formulierend.

Alles für eine Weltreise

Max Dauthendey wäre ein großer Dichter geworden, wenn er mehr Geld gehabt hätte. Das klingt seelenroh, aber die Kunst geht nicht nur nach Brot, sie wächst auch durch das Brot.