: Michail Scholochow

Na bitte: Meier am Mekong

Lange bevor das weiße Schiff am Horizont zu sehen ist, stehen die Begrüßungstischchen am Kai. Aufgeregt tragen die Zollbeamten sie vor und zurück, die Männer der Touristenbehörde schleppen ihnen die Sonnenschirme hinterher, die den Beamten später Schatten spenden sollen.

Zeitspiegel

Das kleine Städtchen Emmetsburg im amerikanischen Staat Iowa könnte in die Geschichte der Meinungsforscher eingehen. Einen Tag vor Walter Mondales Sieg im Caucus ermittelte der lokale Rundfunksender einen sicheren Vorsprung des früheren Vizepräsidenten vor seinen demokratischen Mitbewerbern – jedenfalls unter den Radiohörern, die es nicht zu weit vom Rundfunkgerät zur Toilette haben.

Ein Nobelpreisträger als Plagiator? Ein von Sol- schenizyn herausgegebenes Buch behauptet, "Der Stille Don" sei gar nicht von Michail Scholochow: Am roten Don

Kann einem Autor der Nobelpreis für Literatur wieder aberkannt werden? Im Falle Michail Scholochows, der 1965 ausgezeichnet wurde, könnte das Nobelpreiskomitee sich diese peinliche Frage stellen – wenn es sich die Ansicht zu eigen machen sollte, die in einem dieser Tage erscheinenden, von Alexander Solschenizyn herausgegebenen Buch eines anonymen sowjetischen Literaturwissenschaftlers vertreten wird: die Ansicht nämlich, Scholochow sei nicht der .

Berichte vom Tage

Der Plan des Frankfurter Oberbürgermeisters, die teuren Stadttheater einschließlich Oper zu schließen und statt dessen Leute, die partout ins Theater wollen, kostenlos nach München zu fliegen (was billiger sei), hat Schule gemacht.

ZEITMOSAIK

Vor Solschenizyn haben zwei sowjetische Schriftsteller den Nobelpreis für Literatur erhalten: 1958 Boris Pasternak und 1965 Michail Scholochow.

Das Gewissen der Sowjetunion

Im zaristischen Rußland gab es, soweit ich weiß, keinen offiziellen Kaiserlichen Reichsschriftsteller-Verband von der Art des heutigen sowjetischen Schriftsteller-Verbandes.

Kritik – lieber nicht

Eine Delegation der Nationalen Front der Tschechoslowakei hält sich in Moskau auf. Sie soll sich über die Arbeit der diversen gesellschaftlichen Organisationen ein Bild machen und Anregungen mit nach Prag nehmen.

Der politische Literat

Ilja Ehrenburg ist tot, Ehrenburg, der weit über die Grenzen der Sowjetunion hinaus bekannte Journalist, Publizist und Autor zahlreicher Romane, die sich einst auch in Deutschland großer Beliebtheit erfreuten und die heute nahezu unbekannt sind; Autor einer Novelle, deren Titel "Tauwetter" viele im Munde führen, ohne zu wissen, wem sie das Schlagwort verdanken; Autor heiß debattierter Memoiren, die ihn noch einmal in den Mittelpunkt des Interesses rückten; ein Autor, dessen ganzes Werk mehr oder weniger autobiographisch ist.

EXKLUSIVE NACHRICHTEN

Auf dem internationalen Lizenzmarkt bietet ein amerikanischer Agent gegenwärtig gegen Vorschüsse von hunderttausend Dollar ein Buchmanuskript an, das nach seinen Worten eine noch nie dagewesene Sensation verspricht.

ZEITMOSAIK

Die "Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung" hat vierzig sowjetische Schriftsteller, die ins Deutsche übersetzt sind, zu einem dreiwöchigen Aufenthalt nach Deutschland eingeladen.

Scholochow gleich Scholochow

Pure Fachsimpelei kann man Michail Scholochow ganz gewiß nicht vorwerfen. Die Rede, die er, der Epiker und Nobelpreisträger des Jahres 1965, kürzlich in Moskau hielt, war überhaupt nur zur Hälfte der Schriftstellerei gewidmet.

Respekt vor dem Kosaken vom Don

Den Nobelpreis für Literatur 1965 erhält Michail Scholochow. Der sechzigjährige sowjetische Romancier ist nicht der erste Russe, dem diese Auszeichnung zuteil geworden ist.

Hüben und drüben: Der Donkosak in Goethes Frack

Michail Scholochow, der repräsentative Schriftsteller der Sowjetunion, der bedeutendste lebende Epiker russischer Zunge und der Verfasser einer Roman-Tetralogie, die zu den Meisterwerken der Weltliteratur unseres Jahrhunderts gehört, Michail Scholochow, dessen Werke in 52 Sprachen erschienen sind und allein in der DDR eine Auflage von 1 175 000 Exemplaren erreicht haben, Michail Scholochow, Künstler, Würdenträger und Nationalheld zugleich, Kommunist seit 1920 und Deputierter des Obersten Sowjets seit 1937, Michail Alexandrowitsch Scholochow, der große Kosak vom stillen Don, haßt die Deutschen.

Zeitfrangen: Zensur aus dem Hinterhalt – wie lange noch?

Der polnische Film "Mutter Johanna von den Engeln" von Jerzy Kawalerowicz wurde zunächst freigegeben, dann aber auf einen Wink des Ausschußvorsitzenden hin vom Verleih doch nicht in die Kinos gebracht.

Dialoge in Leningrad

In der vorletzten Woche fand in Leningrad – und damit zum ersten Mal in der Sowjetunion – der europäische Schriftstellerkongreß der Comunità europea degli scrittori statt.

Zeitmosaik

Die im PEN-Club zusammengeschlossenen britischen Schriftsteller haben Michail Scholochow, den Autor des Romans „Der stille Don“, gebeten, sich für die Freilassung Olga Iwinskajas, der Freundin Pasternaks, einzusetzen (siehe „Ein feiger Schlag gegen Pasternak“ in der ZEIT vom 27.

Ilja Ehrenburg in Prag

Der Besuch Michail Scholochows in Prag – er sprach damals den sensationellen Satz "Der Teufel weiß, was sozialistischer Realismus eigentlich ist.

ZEITMOSAIK

Man soll den Menschen von heute nicht zumuten, daß sie mehr Menschenliebe aufbringen. Dazu sind sie nicht mehr imstande. Aber ein wenig Wohlwollen, Duldsamkeit, ja, nur Höflichkeit, könnte dieser Welt einen warmenden Hauch mitteilen.

Scholochows Reise nach Prag

Der Teufel weiß, was sozialistischer Realismus ist" – Verteidigung Dudinzews und Bekenntnis zu Gorki