: Noboru Takeshita

Asien: Italienische Verhältnisse in Japan

Heute wird Taro Aso neuer Präsident der Liberaldemokraten - und dadurch zum Ministerpräsident ernannt. Jedoch stellt sich schon die Frage, wie lange er im Amt bleibt

Japan: Japans italienische Verhältnisse

Heute wird Taro Aso neuer Präsident der Liberaldemokraten - und dadurch zum Ministerpräsident ernannt. Jedoch stellt sich schon die Frage, wie lange er im Amt bleibt

Japan: Das große Geld wählt mit

Was Eishiro Saito zu sagen hat, nehmen Japans Unternehmensführer ernst, denn er ist Vorsitzender der allmächtigen Vereinigung der Wirtschaftsorganisationen des Landes (Keidauren).

Zorn über Nippons alte Männer

Wer immer in den vergangenen Jahren das japanische Modell für unschlagbar gehalten hatte und sich schon vor die Alternative gestellt sah, es entweder dem fernöstlichen Inselvolk gleichzutun an Arbeitswut und Verzicht auf Lebenslust oder aber den Abstieg aus Wohlstand und Erfolg in Kauf zu nehmen, wer immer also Nippon als Angstgegner empfunden hatte, darf erst einmal innehalten.

Japan: Provinz im Goldrausch

Wir waren immer eine unscheinbare Gemeinde im Schatten", erinnert sich der Bürgermeister von Tsuna, Masakazu Otsuki. Seit März hat sich das geändert.

Rücktritt auf japanisch

Noboru Takeshita hat stets die Tugend der Bescheidenheit gepriesen. "Es gibt Menschen", sagte er einmal, "die werden in einer Sänfte über den Hakone-Paß getragen; dann gibt es jene, die die Sänfte tragen; schließlich sind da noch die, welche die Strohsandalen der Sänftenträger fertigen.

Der Recruit-Skandal legt die Schwäche Japans bloß: Die Wirtschaftsmacht hat keine politische Führung: Die bange Sorge vor dem Abstieg

Was ist schon in Japan ein Premierminister? Eine Figur an der rotierenden Spitze eines Ein-Parteien-Systems, der Chef einer der Fraktionen der seit vier Jahrzehnten regierenden Liberal-Demokratischen Partei, der ohnehin nur aufgrund eines Kuhhandels eine Zeitlang die Luft der Macht schnuppern darf, bevor er im lange eingeübten Bäumchen-wechsel-dich-Spiel einem anderen Gruppen-Boß Platz macht.

Tief im Sumpf

Ein Trost, immerhin, bleibt Helmut Kohl. So tief wie sein japanischer Amtskollege Noboru Takeshita wird er, kann er in der Gunst der Bürger nicht sinken.

WELTBÜHNE: Berg- und Talfahrt

Geschwächt: Michel Rocard – der Liebling der Franzosen, solange ihm Staatspräsident François Mitterand kein Amt gab – hat kein starkes Debüt als Premierminister.

Japan: Bonbon für jedermann

Geht es um Steuern, verwandeln sich Japans meist obrigkeitshörige Bürger in einfallsreiche und feurige Rebellen, die den habgierigen Fiskus mit Vergnügen in die Schranken weisen.

WELTBÜHNE: Von Herz zu Herzen

Nippons Ministerpräsident Noboru Takeshita, auf diplomatischer Tour in Europa, verkündete in der vorigen Woche allenthalben den Leitsatz der japanischen Politik: "Von Herz zu Herzen".

Japan: Druck im Kessel

Im Januar, zu Beginn der Parlamentarischen Beratungen des nächsten Staatshaushalts, hielt Eiichi Nakao eine frohe Botschaft für das hohe Haus in Tokio bereit: "Japans Wirtschaft wird im Fiskaljahr 1988 erstmals ein tägliches Bruttosozialprodukt von einer Billion Yen erreichen", rechnete der Chef des Wirtschaftsplanungsamtes (EPA) den Abgeordneten vor.

Japans Regierungschef wird neu gewählt: Zurück zum guten alten Trott?

Jedes Land hat seine Uniformen. Das Häuflein der japanischen Rechtsradikalen zieht vornehmlich mit großen, graublauen Lastwagen durch den Großstadtverkehr – die Seiten mit Spruchbändern und Fahnen verhängt, aus dem Lautsprecher auf dem Dach prasseln Marschmusik und martialische Parolen auf die wie stets eiligen Passanten herab.

Japan: Nakasones trickreicher Kampf

Für mich existiert kein Nakasone-Flügel und auch keine LDP", schwor Japans Premier und Chef der regierenden Partei im Wahlkampf.