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NSU: Rechtsextremer Terror in Deutschland

  • Ende Oktober 2022 veröffentlichte das ZDF Magazin Royal von Jan Böhmermann gemeinsam mit der Plattform Frag den Staat den als geheim eingestuften NSU-Abschlussbericht des hessischen Verfassungsschutzes, aus dem grobe Fehler in den Ermittlungen hervorgehen.
  • Die Aufdeckung des NSU 2011 offenbarte eine neue Dimension des Rechtsterrorismus in Deutschland und ein Versagen von Sicherheitsbehörden. Jahrelang berücksichtigten weder Polizei noch Verfassungsschutz ein rechtsextremes Motiv für die Taten.
  • Der Nationalsozialistische Untergrund (NSU) war eine rechtsextreme terroristische Vereinigung in Deutschland. Von 2000 bis 2007 verübten die Neonazis rassistisch motivierte Morde und töteten neun Kleinunternehmer türkischer und griechischer Herkunft sowie eine deutsche Polizistin. Außerdem verübten sie Sprengstoffanschläge und zahlreiche Banküberfälle, um die Verbrechen zu finanzieren.
  • Beate Zschäpe wurde 2018 in einem der größten und längsten Verfahren gegen Rechtsterrorismus in Deutschland zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Vier Unterstützer des NSU wurden ebenfalls zu Haftstrafen verurteilt. Der Bundesgerichtshof bestätigte die Rechtskräftigkeit aller Urteile.
  • Zschäpe ist die einzige noch Lebende des NSU-Trios. Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt begingen 2011 Suizid.

Asylpolitik: "Das grenzt an Geschichtsklitterung"

Politiker fordern einen neuen Asylkompromiss. Dabei habe der die Rechtsradikalen in Deutschland langfristig gestärkt, kritisiert der Historiker Patrice G. Poutrus.

NSU: Beate Zschäpe von Aussteigerprogramm abgelehnt

NSU-Terroristin Beate Zschäpe will angeblich aus der rechten Szene aussteigen. Ihr Antrag beim Aussteigerprogramm Sachsen wurde jetzt abgelehnt. Es sei noch zu früh.

Extremismus: Nancy Faeser verbietet rechtsextreme Gruppe Artgemeinschaft

Die Bundesregierung hat eine weitere rechtsextreme Gruppe verboten. Polizisten durchsuchten am Morgen in zwölf Bundesländern Räume der sektenartigen Artgemeinschaft.

"Laufendes Verfahren": 200 Seiten Prozess als Vibe

Kathrin Röggla hat einen Roman über den NSU-Prozess geschrieben. "Laufendes Verfahren" stellt das Genre der Gerichtsreportage auf den Kopf, bis es nichts mehr bedeutet.

Nachrichtenpodcast: Die Sterbehilfe in Deutschland bleibt eine rechtliche Grauzone

Emotionale Debatte, keine Einigung – der Bundestag hat gestern über das Thema Sterbehilfe diskutiert. Und: Will Beate Zschäpe aus der rechten Szene aussteigen?

Beate Zschäpe: Zweifelhafte Läuterung

Die NSU-Terroristin Beate Zschäpe will angeblich aus der rechten Szene aussteigen. Wenig deutet darauf hin, dass sie sich aus Überzeugung von alten Kameraden abwendet.

Rechter Terror: Bayerischer Landtag veröffentlicht Beate Zschäpes Aussagen im Wortlaut

Ende Mai hat die NSU-Terroristin Beate Zschäpe erstmals einem offiziellen Gremium Fragen beantwortet und nannte sich "mitschuldig". Nun liegt das Wortlautprotokoll vor.

André Eminger: Von den Morden will er nichts gewusst haben

André Eminger war der engste Vertraute des NSU. Von den rassistischen Tötungen habe er dennoch nie etwas mitbekommen, behauptet er im bayerischen Untersuchungsausschuss.

Radikale Linke: Wird der Linksextremismus unterschätzt?

In Leipzig werden nach dem Urteil gegen Lina E. Ausschreitungen befürchtet: Unterschätzt Deutschland die Gefahr, die vom Linksextremismus ausgeht? Ein Pro und Contra

NSU-Untersuchungsausschuss: Beate Zschäpe räumt Mitschuld an NSU-Mordserie ein

Die verurteilte Rechtsterroristin Beate Zschäpe spricht zum ersten Mal über ihre Mitschuld an den NSU-Morden. Eine aktive Mitwirkung streitet sie aber ab.

Rechtsextremismus: Die Neonazimafia

Extreme Rechte machen Millionen mit Drogen, Waffen und Prostitution. Doch Ermittler ignorieren oft die Verbindungen zwischen kriminellem Milieu und Rechtsextremisten.

NSU-Mord in Hamburg: Lieber nicht so genau hinschauen?

In Hamburg lehnen SPD und Grüne eine parlamentarische Aufarbeitung der NSU-Ermittlungen ab. Auch wenn sie von den Ergebnissen der damaligen Polizeiarbeit wenig halten.

Brandanschlag von Mölln: Die Briefe, die nie ankamen

Vor 30 Jahren sterben in Mölln drei Menschen bei einem rechten Anschlag. Hunderte Menschen schreiben den Betroffenen danach Briefe. Aber die erreichen sie nie.

Seda Başay-Yıldız: "Das Urteil ist kein Freispruch für rechte Netzwerke in der Polizei"

Die Anwältin Seda Başay-Yıldız erhielt jahrelang Drohungen vom "NSU 2.0". Nun wurde ein Mann dafür verurteilt. Doch sie sagt: Der erste Brief kam von einem Polizisten.

Bundesverfassungsgericht: Verfassungsschutz muss Datenweitergabe einschränken

Der Verfassungsschutz übergibt Strafverfolgungsbehörden laut den Karlsruher Richtern zu viele heimlich gesammelte Daten. Bis Ende 2023 müssen die Regeln geändert werden.

Hessen: Verfassungsschutz erstattet Anzeige wegen veröffentlichter NSU-Akten

Jan Böhmermann und die Plattform "Frag den Staat" hatten als geheim eingestufte NSU-Berichte veröffentlicht. Nun ermittelt das hessische Landeskriminalamt.

NSU-Akten: Die NSU-Dokumente gehören ins Archiv, nicht in den Schredder

Die Ampel will den NSU-Komplex aufarbeiten, einmal mehr nach der Böhmermann-Veröffentlichung. Doch wie kann ein transparenter Umgang mit Geheimdienstakten aussehen?