: ÖVP

Wer zieht in die Hofburg ein?

Das sind bewegte politische Wochen in Österreich. Am 27. April feierte das Land den 20. Jahrestag der Befreiung: Bundeskanzler Josef Klaus nahm als amtierender Bundespräsident in strömendem Regen die große Parade am Wiener Ring ab.

Kanzler in Lederhosen

Über den neuen österreichischen Bundeskanzler Dr. Josef Klaus, den 53jährigen Rechtsanwalt aus der Salinen-Kleinstadt Hallein bei Salzburg, gibt es keine Anekdoten zu berichten.

Namen der Woche

Edo Osterloh, Oberkirchenrat, seit 1956 Kultusminister in Schleswig-Holstein, Vater von acht Kindern, stürzte am Dienstag auf dem Weg zum Büro in die Kieler Förde und ertrank.

Krise auf österreichisch

Offiziell heißt es, die seit 28. März 1963 amtierende zweite Regierung Gorbach sei zurückgetreten. In Wirklichkeit ist der Kanzler durch einen Putsch der Parteiführung gestürzt worden, der zugleich die ÖVP-Fraktion der Koalitionsregierung entmachtete.

Der Kanzler des Staatsvertrages

Das Leben Julius Raabs war ein Leben für Österreich gewesen. Der Baumeister aus Sankt Pölten war österreichischer Bundeskanzler von 1953 bis 1961 – länger als jeder andere Kanzler der ersten und zweiten Republik.

Ein Prozeß der Anachronismen

Der Mailänder Schwurgerichtsprozeß gegen die Südtiroler Sprengstoffattentäter ist ein "Prozeß der Superlative". 160 Angeklagte (69 in Haft, 16 flüchtig, fünf Österreicher, einer Deutscher), 550 Zeugen, 35 Anwälte, 1,5 Milliarden Lire Sachschaden an Industrieanlagen, 880 Seiten Anklageschrift plus Anlagen, 13 Anklagepunkte – all das ist auch für ein Land, das wie Italien an Monsterprozesse gewöhnt ist, durchaus ungewöhnlich.

Verbrauchte Koalition

Die ersten Monate des Jahres 1963 waren in Österreich durch ein schleichendes Unbehagen gekennzeichnet. Ein sibirischer Winter lastete auf dem Land, der Wasservorrat in den größten Städten drohte knapp zu werden, die Bahnen schränkten den Betrieb ein, Rundfunk und Fernsehen stellten wegen eines Streiks die Tätigkeit ein, die Prawda befaßte sich auf einmal wieder mit der Alpenrepublik und warnte vor einer Assoziierung mit der EWG, und schließlich gab und gibt es noch immer eine Regierungskrise.

Österreichs klassische Variante

In den Gebirgstälern war es kalt und frostig, je weiter man aber nach Osten kam, desto heller würde der föhnige Himmel: Österreichs Wahlsonntag zeigte ein frühlinghaftes Licht.

Griff nach dem Schalthebel

Wie immer der jetzige Machtkampf zwischen Volkspartei (ÖVP) und Sozialisten in Österreich ausgehen mag, so ist auf absehbare Zeit hinaus keine Regierungskonstellation denkbar, die zu einer Re-Privatisierung der Besitzanteile des Staates in der Wirtschaft führen könnte.

Raab mußte nachgeben

Welch merkwürdige Parallelität: In Bonn und Wien gab es fast gleichzeitig eine Krise, die in beiden Fällen auf einen einsamen Entschluß des Regierungschefs zurückging.

Österreichs Erhard

Im Schatten der dramatischen Ereignisse, die in der deutschen Bundesrepublik mit der Wahl eines Staatsoberhauptes verknüpft waren, hat sich in Österreich eine eigenartige "Malaise" eingestellt, aus der sich große, noch unübersehbare Veränderungen ergeben können.

Wahl mit Zielphoto

Ein ruhiger Wahlkampf, eine ruhige Wahl. Dann eine Nacht echter Erregung. Erregung im großen Saal der Hauptwahlbehörde im Innenministerium, wo die Mandatsverteilung und die Stimmenzahl in Leuchtzahlen aufscheinen, Erregung im Hauptquartier der konservativen ÖVP, in der Kärntnerstraße; Erregung in der sozialistischen Zentrale in der Löwelstraße, bei den Menschen auf der Straße, in Kaffeehäusern, in Bars.

wer was.... wo.... warum...

Gromyko steckte in dieser (von vornherein aussichtslosen) Forderung zurück – um dann am zweiten Tag die Frage einer Konferenzbeteiligung Polens und der Tschechoslowakei mit um so größerem Nachdruck vorzubringen.

Österreich wählt im Mai

Österreichs "Große Koalition" ist auseinandergebrochen; die ursprünglich für den Oktober angesetzten Wahlen werden nun bereits am 24.

Ungemütliche Halbzeit

Es hätte ein schönes, ruhiges Jahr werden können in Wien – keine Präsidentenwahl, keine Nationalratswahl, keine Landtagswahl, nichts.

"Unparteilich" zieht nicht mehr

Diesmal waren es nur wenige in Österreich, die die einlaufenden Resultate der Wahl des Bundespräsidenten bis zum Schluß am Radio verfolgten.

Aus Genossen werden Bürger

Die österreichischen Wahlen haben einen interessanten Vorgang deutlich gemacht: das Herauswachsen einer Spitzengruppe gut bezahlter Arbeiter aus ihrer angestammten Partei, der Sozialdemokratie.

"Rote Katz" gegen "Sicherheitsneurose"

Zum erstenmal seit fast einem Vierteljahrhundert trifft Österreich in Freiheit die Entscheidung über seinen künftigen Weg, und da hat sich ganz leise das Gefühl eingeschlichen: es wird schon schiefgehen.

Verstaatlichung oder Privatkapital?

Punkt eins auf der Liste der strittigen Fragen, die in Wien zum Bruch zwischen den Partnern der Regierungskoalition führten, ist das Erdöl.

Haydn repatriiert

"Befreien wir die Fänge des österreichischen Adlers nicht nur von der Kette, die – 1945 zerrissen – jetzt endgültig abgefallen ist, sondern auch von Sichel und Hammer, den Zeichen einer uns fremden Weltanschauung", appellierte der Tiroler ÖVP-Nationalrat Gschnitzer anläßlich des Inkrafttretens des Staatsvertrages an die Bundesparteileitung.

Kommiß-Sorgen in Wien

Das Wort Neutralität fasziniert viele, weil sie – durchaus zu Unrecht – damit die Voistellung verbinden, alle militärischen Kopfschmerzen würden ohne weiteres verschwinden.

Was sonst noch geschah

Die seit längerer Zeit erwartete Umbildung der britischen Regierung ist von Premierminister Sir Winston Churchill am Tage vor dem Zusammentreten des Parlaments nach den Sommerferien bekanntgegeben worden.