: Olivier Messiaen

Funk für Anspruchsvolle

Jede Rundfunksendung im Schillerjahr bringt den Dichter Millionen von Menschen nahe, für die er bisher eine terra incognita gewesen ist.

Funk für Anspruchs volle: Ein Anfang gemacht

Endlich ist es soweit: Vom 24. Dezember bis zum 2. Januar werden diejenigen Hörerin Norddeutschland, deren Geräte auf Ultrakurzwellen ansprechen, in den Abendstunden (von 18 bis 1 Uhr) versuchsweise ein Drittes Programm hören können.

Frühere Avantgarde

Als das Stück uraufgeführt wurde, 1952 in Darmstadt, war es vier Jahre alt – die Wartezeit umfaßt genau jene Phase, die ein Kompositionsverfahren benötigte, um aus seinen ersten Ansätzen bis zur Hochform sich zu entwickeln, um aber auch schon ziemlich bald wieder überwunden, abgelöst zu werden von einem total konträren Prinzip.

Lydia Schierning empfiehlt Schallplatten

Joseph Haydn: „Die Schöpfung“; Janowitz, Ludwig, Wunderlich, Krenn, Fischer-Dieskau, Berry, Wiener Singverein, Berliner Philharmoniker, Leitung: Herbert von Karajan; Deutsche Grammophon Gesellschaft 643 515/16, 38,– DM (Subskriptionspreis bis 30.

Olivier Messiaen

Während die musikalische Prominenz der westlichen Welt in der französischen Hauptstadt versammelt ist, kam Olivier Messiaen, der große Organist und Interessanteste aller Komponisten, nach Hamburg, um im „Neuen Werk“ des NWDR die musikliebenden Gemüter zu verwirren.

SCHALLPLATTEN

Olivier Messiaen: „Le merle noir“/Edgar Varèse: „Density 21,5“/Pierre Boulez: „Sonatine für Flöte und Klavier“/Luciano Berio: „Sequenza“/Bruno Maderna: „Honeyreves“/Bernd Alois Zimmermann: „Tempus loquendi“/Johannes G.

Hammer und Hummer

Metallische Klänge, die man zunächst für Gehämmer von den vielen Fischerbooten halten könnte, die sich dann aber rhythmisch entflechten und entfalten und ganz allmählich ihren Charakter verändern und ein neues Profil erhalten, die anwachsen zu einem vielstimmigen Bild aus kleinen melodischen Gesten: So klang das Schlagzeugkonzert, das die Touristen in den Hafenrestaurants von La Rochelle allabendlich als eine Art von Festival-horsd’oeuvre vom Turm Saint Nicolas herab zu hören bekamen.

Nicht jedes Jahr eine Handvoll Genies und Meisterwerke

Bleifarben-grau verhangener Himmel, kalter Nieselregen, das Café beim Dianabrunnen ist überfüllt, kein Spaziergang durch den Park, am Brigachufer entlang stapft man zur Stadthalle durch braunes Laub – Donaueschingen gibt sich 1964 besonders herbstlich.

SCHALLPLATTEN

Als um die Jahrtausendwende die abendländische Kunstmusik ihren entscheidenden Schritt von der Ein- zur Mehrstimmigkeit tat, lag das Zentrum der damaligen Avantgarde in Paris.

Die letzten Neuheiten auf der Kirchenorgel

Auf die beiden Lautsprecher neben dem Altar wird man erst nach einiger Zeit aufmerksam, wenn nämlich plötzlich in das Säuseln und Brummein tiefer Orgelregister das Klingeln eines Weckers einbricht.

Neue Schallplatten

Auf Konzertprogrammen stehen diese Kompositionen äußerst selten, da schon ein einziges Stück von den Musikern mehr Atemkraft verlangt als ein ganzes Symphoniekonzert.

Rundfunkprogramm in Auslese

Sieben Städte stritten sich einst, Homers Geburtsort zu sein. – heute streiten sich vier Funkhäuser, Geburtsort von Zuckmayers erstem Originalhörspiel zu werdenVon Homer weiß man angeblich nicht genau, ob er die Odyssee selbst geschrieben hat, und von Zuckmayer Also, ein Hörspiel von Carl Zuckmayer namens „Kaninchentod“ sollte am 14.

Die neue Schallplatte

Olivier Messiaen: „Meditations sur le Mystère de la Saint“ Trinité.“ Offenbar muß man heutzutage mehr noch als je zuvor die Privatinitiative ergreifen, um eine Schallplatte herauszubringen, die neben dem sauberen Klanginhalt auch noch einen gewissen Informationswert besitzt Rudolf Innig, Schüler von Gaston Litaize und Michael Schneider, dazu Vertrauter des Komponisten, Leiter einer Musikschule im Münsterland und mit Messiaens Orgelmusik unterwegs und bei den Coesfelder Messiaen-Tagen hervorragend herausgekommen, hat sich jetzt schon zum zweitenmal den Luxus geleistet, in einem zwar professionellen, aber kleinen privaten Studio ein Doppelalbum herstellen zu lassen, das (nach der „Nativité du Seigneur“) Messiaens „Betrachtungen über das Geheimnis der heiligen Dreifaltigkeit nicht nur in künstlerischer und technischer, sondern auch pädagogischer Hinsicht optimal bietet.

DIE NEUE SCHALLPLATTE

Die Biographie des Komponisten gibt erste Aufschlüsse auf seine Werke: Geboren 1922 in Athen, von dort Einflüsse der griechischorthodoxen Kirchenmusik; Schüler des Polytechnikums Athen, dort frühe Neigung zu Mathematik, Architektur, Städtebau; nach 1947 Flucht in den Westen, Studium bei LeCorbusier, Assistent, Experte für Datenverarbeitung, 1958 Entwurf des Philips-Pavillons für die Weltausstellung in Brüssel; in Paris Studium bei Arthur Honegger, Darius Milhaud, Olivier Messiaen.