: Otto John

Porträt: Das Geheimnis des Doktor John

Das rätselhafte Schicksal des Mannes, der Hitler widerstand und die Bundesrepublik vor 50 Jahren in ihre erste tiefe Krise stürzte

Fernseh-Kritik: Falscher Fuffziger

Bei "Behörde" denkt der Mensch an Aktenstaub und Dienstweg – eine Verfilmung dieses Stoffes schiene ihm absurd. Auch die Firma "Hauptverwaltung" weckt kaum Appetit auf visuelle Umsetzung.

Der Fall John

Wie der erste Präsident des Bundesamts für Verfassungsschutz am 20. Juli 1954 in die Hände der Russen fiel

Maulwürfe in den Gängen der Macht

Geheimdienste sind nicht populär, und ins Bewußtsein der Öffentlichkeit geraten sie in der Regel durch Pannen und Fehler. Dennoch scheint Kein Staat auf sie verzichten zu können, auch im Westen nicht.

Das Empire vor dreißig Jahren: Londoner Kabinettsprotokolle

Die britischen "Cabinet Papers" des Jahres 1954, die jetzt der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurden, enthüllen Interna der Londoner Verteidigungspolitik und werfen neues Licht auf eine deutsch-deutsche Geheimdienst-Affäre der fünfziger Jahre.

Ich bin ein Wechselwähler

Prinz Louis Ferdinand von Preußen: Hochachtung für Adenauer, Schwärmerei für Erhard, Sympathie für Brandt

Meistens kleine Fische

Bonn durchlebt in diesen Tagen den siebenten Spionageskandal seit Bestehen der Bundesrepublik. Sieben auf dreißig Jahre – das ist nicht aufregend viel, schließlich wird unser Land Jahr um Jahr von Tausenden fremder Agenten heimgesucht: Dauergästen, Kurzparkern, Durchreisenden, Kurieren.

Was wird aus unseren Geheimdiensten?

Geheimdienste sind umstritten, seit Moses Männer ausschickte, um das Land Kanaan zu erkunden. Sie kamen zurück und erzählten, die Leute dort seien Riesen, die Kinder Israel hätten gegen sie keine Chance.

Wer stürzte Willy Brandt?

Seltsame Versuche zur Erklärung, Rechtfertigung und Vernebelung einer Affäre

Geheimdienste in einer Demokratie sein?: Etwas außerhalb der Regel

Reinhard (von althochdeutsch Rhinehard – "der zum Spähen Ausgesandte") Gehlen kündigt seine Memoiren an: mit "Der Dienst" preußisch knapp im Titel, als werbetechnisches hors d’œuvre eine Prise Bormann-Mystizismus, zur visuellen Einstimmung ein Gehlen-Konterfei im Sonnenbrillenlook à la Greta Garbo.

Teutone mit Köfferchen

Vor fünfzehn Jahren schrieb Richard Tüngel in dieser Zeitung zum Fall John, als der angeblich freiwillige Übertritt des Verfassungsschutzpräsidenten Schlagzeilen in aller Welt gemacht hatte: "Nur die wenigsten nämlich, bei uns sowohl wie jenseits unserer Grenzen, nehmen Kenntnis von dem Individuum John, von dem Menschen, der aus pathologischen Gründen keinen festen Kern eines Charakters mehr hatte, der, um mit Goethe zu sprechen, zu den problematischen Naturen gehört, denen keine Situation groß genug ist und die doch keiner Situation genügen.

Abgeschalteter Agent

Nur selten werden aus der Welt der Geheimdienste Schicksale bekannt, und wenn, dann sind es im allgemeinen Schicksale, die häufig genug gewaltsam beendet wurden.

Namen der Woche

Mao Tse-tung oder einer seiner engsten Ratgeber erlitt einen Herzanfall. Ein italienischer Herzspezialist wurde am 4. August nach Peking bestellt, um die "höchstgestellte" Persönlichkeit zu behandeln.

Sagte Höcherl die Wahrheit?

Den Bundestagsausschuß für Inneres erwartet nach den Parlamentsferien heikle Arbeit. Innenminister Höcherl will – und muß – die Abgeordneten endlich präzise darüber aufklären, wieviele ehemalige Führer von SS, SD und Gestapo jetzt als Staatsdiener im Kölner Bundesamt für Verfassungsschutz über die Wahrung der Grundrechte und das demokratische Verhalten der Bevölkerung wachen, und welche Gründe zur Einstellung eines so umstrittenen Personenkreises geführt haben.